Auto

Toyota Urban Cruiser: Das Stadtkind

Markus Mechnich

Der Toyota Urban Cruiser zeigt sich als City-Boy auf Landpartie. Immer die städtische Attitüde vor sich her tragend, kann er durchaus die asphaltierten Straßen verlassen. Zum Waldschrat wird er aber nicht.

Der Motor ist mit seinen 90 PS kein Kraftmeier, aber es reicht für das vier Meter kurze Auto.
Der Motor ist mit seinen 90 PS kein Kraftmeier, aber es reicht für das vier Meter kurze Auto.(Foto: Markus Mechnich)

Schon auf den ersten Blick sieht man dem Urban Cruiser an, dass er aus der Stadt kommt. Kurze Abmessungen, wenig Bodenfreiheit und kleine Räder sprechen nicht unbedingt die Sprache eines Wildfangs. Aber er tritt ja auch als "City-SUV" an und soll die urbane Käuferschaft bezirzen. Seit dem letzten Frühjahr ist der Urban Cruiser zu haben. Ein Blick in die Zulassungsstatistik verrät, dass er sein Ziel mit etwas weniger als 2500 angemeldeten Exemplaren ziemlich genau erreicht hat.

Bilderserie

Mit zwei Motorisierungen geht der Urban Cruiser ins Rennen um die Käuferschaft. Der Benziner mit 1,33 Litern Hubraum ist nur mit Fronantrieb zu haben. Unser Testwagen hat mit einem 1,4 Liter Diesel allerdings weniger PS (90), dafür aber mehr Drehmoment (205 Newtonmeter). Übermotorisiert ist das Auto damit allerdings nicht, was sich besonders bei untertouriger Fahrweise bemerkbar macht. Da fehlt es ihm doch an Kraft und er ist auch ein erstaunlich rauer Geselle. Es nagelt ordentlich im downgesizten 1,4-Liter-Motor. Ärgerlich ist das geringe Platzangebot im Fahrer-Fußraum. Das führt dazu, dass mit dicken Winterstiefeln das Kupplungspedal nicht richtig durchgetreten werden kann.

Überhaupt ist der Toyota kein Raumwunder. Dafür bleibt er mit 3,93 Metern recht kurz, was für die Stadt natürlich sehr praktisch ist. Auch kleinere Parklücken können damit besetzt werden. Auch das Gewicht von 1120 Kilogramm ist dem Auto angemessen. Die Plattform teilt sich der Urban Cruiser mit dem Toyota Yaris. Die Bodenfreiheit fällt mit 16 Zentimetern bescheiden aus, obwohl er noch etwas hochgesetzt wurde. Dafür bringt er Unterbodenschutz vorn und hinten mit. Plastikverkleidungen sollen Radläufe und Stoßfänger vor Beschädigungen schützen.

Im Fond geht es eng zu

Plastik ist auch im Innenraum das beherrschende Material. Das wirkt nicht besonders wertig, ist aber dem Preisniveau des Autos auch nicht völlig unangemessen. Die Verarbeitung ist ordentlich, wenn auch nicht völlig makellos. Im Fond geht es beim Cruiser dann doch eng zu. Dafür ist das Ladevolumen von 314 Litern - bei umgeklappter Rückbank werden es 1253 Liter - für die Abmessungen absolut in Ordnung.

Innen erzeugt das viele Plastik nicht gerade einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist ordentlich.
Innen erzeugt das viele Plastik nicht gerade einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist ordentlich.(Foto: Markus Mechnich)

Die Ausstattung des Urban Cruisers orientiert sich großteils am Angebot des Yaris. Ablagen bietet der Cruiser reichlich, die Sitzfläche des vorderen Gestühls ist allerdings recht kurz. Leider gibt es auch keine Stufen für die Einstellung der Rücklehne. Bei der Allradvariante lässt sich die Rückbank, entgegen der Benzinerausführung, nicht horizontal verschieben. Dafür ist sie aber ebenfalls geteilt umlegbar.

Teurer Allrader

Der Urban Cruiser ist zwar der zweitbilligste Allrader in unserem Testfeld, aber mit einem Preis von 22.950 Euro sicher kein Schnäppchen. Der Preisabstand zu dem genau 6000 Euro billigeren Benzinbruder ist nur durch die Geländeoptik und den Allradantrieb zu rechtfertigen. Daher ist anzunehmen, dass der Benziner wohl eher die meistverkaufte Variante sein wird. Schließlich werden wohl die wenigsten Kunden mit dem Stadt-SUV wirklich ins Gelände wollen. Das belegt auch die Statistik, die nur 403 Allrad-Fahrzeuge ausweist.

Viel Platz bietet der Urban Cruiser im Kofferraum. Wenn die Rückbank umgelegt wird, werden es bis zu 1244 Liter.
Viel Platz bietet der Urban Cruiser im Kofferraum. Wenn die Rückbank umgelegt wird, werden es bis zu 1244 Liter.(Foto: Markus Mechnich)

In unserem Test muss der Urban Cruiser doch den einen oder anderen Abstrich hinnehmen. Die Geländetauglichkeit ist rudimentär, zumal der Antrieb nur die Kraftverteilung von 50 zu 50 auf die beiden Achsen kann. Dafür ist Allrad auch abschaltbar, was sich beim Spritkonsum positiv bemerkbar macht. Der doch erhebliche Aufpreis für die Allradvariante erklärt sich nicht so recht. Dafür zeigt sich der Diesel mit dem Allrad recht sparsam im Verbrauch. Am Ende bleibt er aber doch etwas für hippe Stadtbewohner und weniger was für die zünftige Landbevölkerung.

 

Datenblatt

 
Abmessungen LxBxH
3,93 / 1,72 / 1,52 Meter
Leergewicht
1120 kg
Sitzplätze
5
Ladevolumen
305 bis 1244 Liter
Maximale Zuladung
470 kg
Motor
Reihen-Vierzylinder
mit Turboaufladung
1,44 Liter Hubraum
Antrieb und Getriebe
Allradantrieb,
6-Gang-Schaltung
max. Leistung
90 PS (66 kW) bei 3800 U/Min
Kraftstoffart
Diesel
Tankinhalt
42 Liter
Höchstgeschwindigkeit
175 km/h
max. Drehmoment
205 Newtonmeter bei 1.800 U/Min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
11,7 Sekunden
Verbrauch pro 100 Kilometer(Innerorts/Außerorts/Schnitt)
Testverbrauch
5,8/4,4/4,9 Liter
CO2-Emissionen
130 Gramm pro Kilometer
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette
EURO 5 / Grün
Grundpreis
22.950 Euro

 

Quelle: n-tv.de