Mittwoch, 17. März 2010
Suzuki SX4: Der Allrounder
Markus Mechnich
Ein bisschen Stadt, ein bisschen Landpartie und im Gelände schlägt er sich auch gut. Der Suzuki SX4 findet sich auf verschiedenen Terrains zurecht. Und dabei ist er nicht mal teuer. Aber kann er sich auch gegen die Edel- und die Offroad-Konkurrenz behaupten?Zugegeben, sein Auftritt ist erst mal gewöhnungsbedürftig. Er wirkt leicht gestaucht, der Suzuki SX4. Unverkennbar ist er ein Kompaktwagen, was auch die Länge von 4,15 Metern belegt. Nach der Bekanntgabe der Kooperation zwischen Volkswagen und Suzuki könnte man sich so vielleicht auch ein Kompakt-SUV von VW vorstellen. Aber das ist Kaffesatzleserei, denn bis dahin fließt noch viel Benzin durch die Leitungen des SX4, der ganz konkret vor uns steht. Und schließlich ist dieser Wagen die Geburt einer Kooperation zwischen Suzuki und Fiat. Mit nur wenigen Änderungen bieten die Italiener ihn als Sedici an.
Und der braucht keine Unterstützung aus Wolfsburg. Denn der Japaner zeigt sich als ganzes Auto. Mit Allrad gibt es ihn nur in Kombination mit dem Zwei-Liter-Diesel. Ansonsten ist noch ein 1,6-Liter-Benziner mit 120 PS im Angebot, den es ebenso wie den Diesel mit oder ohne Allrad gibt. Überschaubar also, das Angebot an Motoren.
Das Interieur des Suzuki wird dominiert von Hartplastik. Das ist okay, weil es ordentlich gemacht ist und keinen ausgesprochen billigen Eindruck hinterlässt. Die Mittelkonsole ist von zwei Aluminiumleisten eingerahmt, das Armaturenbrett ist aufgeräumt, und alle Elemente des Cockpits sind sehr gut bedienbar. Vorne lässt es sich gut sitzen und auch hinten gibt es, angesichts der Abmessungen des Autos, kaum Grund zur Klage. Die Knie reiben bei größeren Menschen durchaus am vorderen Sitz, aber dennoch lässt es sich die ein oder andere Stunde dort aushalten.
Kleiner Kofferraum
Knapp bemessen ist der Kofferraum. 270 Liter sind selbst für einen Kompakten nicht viel. Die berühmten zwei Kisten Bier lassen sich aber dennoch dort unterbringen. Bei umgeklappter Rückbank (Im Verhältnis 60:40) werden es maximal 1045 Liter. Bescheiden auch die Zuladung von maximal 430 Kilogramm. Sind tatsächlich mal fünf Personen an Bord, muss schweres Gepäck separat reisen.
Der Kofferraum des Crossover-Modells ist überschaubar. Die Platzverhältnisse im Innern sind ausreichend.
(Foto: Markus Mechnich)
Der Diesel-Antrieb im SX4 bereitet im Fahrbetrieb Freude. Suzuki hat den Motor von 1,9 auf zwei Liter Hubraum aufgestockt. Damit ist die Leistung um 15 auf 135 PS gestiegen und das Drehmoment liegt jetzt bei strammen 320 Newtonmetern im Vergleich zu den 280 von früher. Das steigert die Agilität des Autos ungemein und macht aus dem kleinen Crossover-Modell einen flotten Cityflitzer.
Niedriger Verbrauch
Mit dem großen Diesel geht ein Sechsganggetriebe einher, das sich ordentlich bearbeiten lässt. So kann der SX4 in 11,2 Sekunden die Schallmauer von 100 Stundenkilometern erreichen. Bei 180 km/h endet der Vortrieb des Allraders, der gleiche Motor mit Frontantrieb läuft noch 10 km/h schneller.
Das Cockpit ist aufgeräumt und die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet.
(Foto: Markus Mechnich)
Dabei hält sich der Konsum des Autos in erfreulich niedrigen Grenzen. Laut Norm verbraucht er 5,5 Liter Diesel. In unserem Test begnügte er sich mit 6,5 Litern im Schnitt. Das geht in Ordnung, vor allem im Vergleich zum Vorgänger, der bei weniger Leistung mehr schluckte. Dabei werden mindestens 143 Gramm CO2 emittiert.
Variables Allradsystem
Aber der Suzuki ist nicht nur was für die Stadt. Dank des zuschaltbaren Allradantriebs machte er auch abseits der befestigten Wege eine gute Figur. Dabei helfen die geringen Abmessungen mit einem günstigen Schwerpunkt in der Mitte und das relativ geringe Gewicht des Autos. Der Motor muss 1475 Kilogramm plus Fahrer bewegen. Der Allradantrieb lässt sich per Automatik zuschalten oder dauerhaft einstellen. Das ist eine schlaue Idee, denn damit wird auf der normalen Straße ordentlich Sprit gespart.
Im Schnee hat das Suzuki SX4 einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Er kämpft sich gut durch die weiße Pracht.
(Foto: Markus Mechnich)
So kann der Japaner in unserem Vergleich so manches Dickschiff am Berg hinter sich lassen. Behende zieht er sich auf die Höhen der Südtiroler Pässe und lässt sich auch im tieferen Schnee immer noch fahren. Allerdings ist die Bodenfreiheit mit 17,5 Zentimetern doch begrenzt. Tiefes Gelände sollte mit dem SX4 dann doch vermieden werden. Da kommt der Cityboy raus.
Grundpreis nicht ohne, Ausstattung üppig
Im Vergleich zum Vorgänger ist der Preis um 1190 Euro gesunken. Und das mit stärkerem Motor, wo gibt es heutzutage sowas noch? Allerdings liegt der Basispreis des SX4 mit 20.100 Euro immer noch auf einem ordentlichen Niveau. Die Grundausstattung des Autos ist überschaubar, lässt aber grundsätzlich nichts Wichtiges vermissen. Mit der "Comfort"-Ausstattung liegt das Auto dann bei 21.400 Euro. Da ist dann aber fast alles an Bord, was es für den Wagen gibt. Die Liste der Sonderausstattungen ist kurz. Highlights sind ein Navi für knapp 1200 Euro oder ein Parksystem für das Heck (205 Euro). Dieses ist eine Überlegung wert, denn die Karosserie des SX4 ist nicht sehr übersichtlich.
Uns hat der Suzuki SX4 in dieser Marktübersicht gefallen. Er bietet ein ordentliches Preis-Leistungsverhältnis, ausreichenden Komfort und leistet sich nur wenige Schwächen. Ein Luxusauto ist er nicht, aber er bringt alles mit, was man braucht. Zwar ist er auch nicht unbedingt ein Geländefahrzeug, aber in unserem Vergleich hat er so manchem teuren SUV-Dickschiff den Auspuff gezeigt. Manchmal ist weniger eben doch mehr.
Datenblatt | |
Abmessungen LxBxH | 4,15 / 1,73 / 1,59 Meter |
Leergewicht | 1475 kg |
Sitzplätze | 5 |
Ladevolumen | 270 bis 1045 Liter |
Maximale Zuladung | 430 kg |
Motor | Reihen-Vierzylinder |
Antrieb und Getriebe | Allradantrieb, |
max. Leistung | 135 PS (992 kW) bei 3800 U/Min |
Kraftstoffart | Diesel |
Tankinhalt | 50 Liter |
Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
max. Drehmoment | 320 Newtonmeter bei 2000 U/Min |
Beschleunigung 0 - 100 km/h | 11,2 Sekunden |
Verbrauch pro 100 Kilometer | 5,5 Liter |
CO2-Emissionen | 143 Gramm pro Kilometer |
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette | EURO 5 / Grün |
Grundpreis | 20.100 Euro |