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Praxistest
Ist der dick, Mann: Der Hyundai Santa Fe ist in der Neuauflage in allen Dimensionen gewachsen.

Ist der dick, Mann: Der Hyundai Santa Fe ist in der Neuauflage in allen Dimensionen gewachsen.
(Foto: Markus Mechnich)

Mittwoch, 17. März 2010

Hyundai Santa Fe: Der Günstige

Markus Mechnich

Größer, stärker, aber auch schneller? Hyundai hat dem Santa Fe zwei neue Motoren verpasst und die Karosserie deutlich anwachsen lassen. Verhältnismäßig günstig ist er aber immer noch.

In der Klasse der SUVs kann man bei Hyundai auf ein breites Angebot zurückblicken. Der ix55 soll die Oberklasse bedienen, der Tucson wildert im Billig-Segment und der Santa Fe soll die Mittelklasse unter den Geländegängern ansprechen. Letzteren hat man im vergangenen Jahr überarbeitet.

Das Facelift ist von außen nur schwer zu erkennen. Sehr behutsam haben die Designer da Hand angelegt. Das Wesentliche ist unter der Haube zu finden. Statt dem Sechszylinder ist dort jetzt ein Vierzylinder mit mehr Kraft zu finden. Aus den 2,4 Litern Hubraum werden nun 174 PS geholt. In unserem Test haben wir das zweite neue Aggregat, einen 2,2-Liter-Diesel, unter die Lupe genommen.

Der Innenraum des Koreaners kann durchaus mit Komfort glänzen. Karbon-Applikationen schmücken das Armaturenbrett, Aluminium das Lenkrad und Leder das Gestühl. Dabei findet sich aber auch Hartplastik an der ein oder anderen Stelle, in der obersten Ausstattungsvariante allerdings sehr dezent. Ein nettes Gimmick ist das in den Innenspiegel integrierte Bild der Rückfahrkamera. Allerdings täuscht die Perspektive etwas und suggeriert mehr Abstand zum Hindernis als tatsächlich vorhanden ist. Nicht ungefährlich.

Wachstum in jeder Dimension

Auch die Platzverhältnisse sind denen eines Oberklasse-SUVs ebenbürtig. Mit Abmessungen von 4,66 Metern Länge und 1,76 Höhe gehört der Santa Fe dabei noch nicht mal zu den allergrößten Autos in unserer Marktübersicht. Vorne sitzen selbst Menschen mit einem Gardemaß über zwei Meter bequem und auch hinten lässt es sich gut aushalten. Die letzten beiden Sitze sind eher für den Nachwuchs geeignet, was aber bei diesen Fahrzeugen eher die Regel als die Ausnahme ist. Insgesamt merkt man dem Auto aber an, dass es in der Länge gar um 18, in der Breite um 4,5 und in der Höhe um 6,5 Zentimeter gewachsen ist.

Der Allradantrieb wird bei durchdrehenden Rädern elektronisch zugeschaltet.

Der Allradantrieb wird bei durchdrehenden Rädern elektronisch zugeschaltet.
(Foto: Markus Mechnich)

Das automatische Sechsganggetriebe tut unauffällig seinen Dienst im Hyundai. Und das ist schließlich eine Lob für ein solches Stück Technik. Mit seinem Gewicht von knapp 1800 Kilogramm ist der Sante Fe kein Leichtgewicht. Da hat es auch der 194 PS starke Selbstzünder manchmal nicht leicht. Im Anzug ist der Koreaner etwas träge, rollt das SUV aber, dann kann er schon spurten. Bei 190 Stundenkilometer endet der Vortrieb dann.

Sparsamer Selbstzünder

Dafür hat der neue Diesel recht angenehme Trinksitten. Die Norm liegt bei 6,8 Liter auf 100 Kilometer, im Test waren es rund 8,6 Liter. Das ist ein ordentlicher Wert, der sich im Vergleich hier weit vorne einreihen kann. Dabei bietet er mit 422 Newtonmeter dennoch die Kraft bis zu 2,2 Tonnen vom Fleck zu ziehen. In dieser Klasse von Fahrzeugen, die dazu in der Lage sind, ist er sicher einer der Günstigsten.

Das Interieur ist schick gestaltet. Man erkennt den Hang zur Oberklasse.

Das Interieur ist schick gestaltet. Man erkennt den Hang zur Oberklasse.
(Foto: Markus Mechnich)

Einen Teil dieser Kraft absorbiert der Allradantrieb, der sich elektronisch selbst regelt. Normalerweise arbeiten die beiden Vorderräder am Vortrieb. Bekommt eines Schlupf, dann schaltet sich der Allrad zu. Das kann bis zu einer 50:50-Verteilung gehen. Bemerkbar sind diese Eingriffe der Elektronik nicht, aber auf den zugeschneiten Passstraßen von Alta Badia gibt sich der Santa Fe keine Blöße. Anders sieht es allerdings abseits der geteerten Straßen aus. Da muss der Koreaner dann doch desöfteren passen, auch wenn er weiter kommt als viele andere.

Viel Auto für weniger als 40.000

Mit einem Basispreis von 34.640 Euro liegt der Hyundai eher am unteren Ende der Preisskala seiner Klasse. Mit der Premium-Ausstattung (5430 Euro) ist das Auto eigentlich schon sehr gut bestückt. Die dritte Sitzreihe und eine Niveauregulierung gibt es im Sitz-Paket für 1840 Euro extra, die Automatik kommt auf 1800 Euro.

Vor allem mit dem Preis kann sich der Santa Fe einige Pluspunkte erarbeiten. Durch die stark gewachsene Karosse bietet der Hyundai ein hohes Platzangebot und der neue Diesel passt ebenfalls sehr gut. So viel Auto gibt es für knapp 40.000 Euro sonst kaum. Ein echter Geländegänger ist er aber nicht. Eher was Schickes fürs Wochenende.

Datenblatt

 
Abmessungen LxBxH
4,66 / 1,89 / 1,76 Meter
Leergewicht
1898 kg
Sitzplätze
5-7
Ladevolumen
528 bis 1582 Liter
Maximale Zuladung
672 kg
Motor
Reihen-Vierzylinder
mit Turboaufladung
2,2 Liter Hubraum
Antrieb und Getriebe
elektronischer Allradantrieb,
6-Gang-Automatik
max. Leistung
194 PS (145 kW) bei 3800 U/Min
Kraftstoffart
Diesel
Tankinhalt
75 Liter
Höchstgeschwindigkeit
190 km/h
max. Drehmoment
422 Newtonmeter bei 1.800 U/Min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
9,8 Sekunden
Verbrauch pro 100 Kilometer
EU-Norm (Mittel)
6,8 Liter
CO2-Emissionen
176 Gramm pro Kilometer
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette
EURO 5 / Grün
Grundpreis
34.640 Euro
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