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Ecken und Kanten: Der Cherokee tut nicht nur so, er ist auch ein echter Kerl.
Ecken und Kanten: Der Cherokee tut nicht nur so, er ist auch ein echter Kerl.(Foto: Markus Mechnich)

Jeep Cherokee: Der Indianer

Markus Mechnich

Der Cherokee ist ein echter Wildfang. Schon beim ersten Anblick werden Assoziationen von Wildnis und Natur geweckt. Er ist der Hemdsärmelige unter den SUVs. Gerade das macht ihn sympathisch.

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Dieses Auto hat Charakter, das sieht man auf den ersten Blick. Kantig und sperrig kommt der Jeep Cherokee daher. Er ist eine Ikone der Marke und soll es auch bleiben. Deshalb hat man bei der Überarbeitung des Modells einen Schritt zurück nach vorne gemacht und das Design wieder schön eckig gestaltet. Wie frisch von der Abkantbank.

Was aber wirklich traurig stimmt, ist die Tatsache, dass es wohl der letzte Cherokee sein soll. Neueigentümer Fiat will den Indianer in die ewigen Jagdgründe schicken. Eigentlich ein Jammer. Denn allzu viele Autos seiner Art gibt es nicht mehr auf dem Markt.

Nur eine Motorisierung

Die Auswahl bei den Motoren kann nur als bescheiden angesehen werden. Es steht genau einer zur Verfügung. Doch der 2,8-Liter-Diesel steht schon seinen Motor. Mit 177 PS ist das Auto zwar nicht übermotorisiert, lässt sich aber gut bewegen. Dieser Umstand ist auch dem beachtlichen Drehmoment von 410 Newtonmeter zu verdanken. Ordentlich Hubraum ist eben auch etwas Feines.

Tiefschnee ist nicht unbedingt das beste Terrain für den US-Boy. Da hat er sich das ein oder andere mal festgefahren.
Tiefschnee ist nicht unbedingt das beste Terrain für den US-Boy. Da hat er sich das ein oder andere mal festgefahren.(Foto: Markus Mechnich)

In der Innenausstattung zeigt der Jeep recht viel Hartplastik, was grundsätzlich nicht verwerflich ist, aber auch nicht wirklich schön. Das Cockpit wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich, die Bedienung einfach und klar strukturiert. Da gibt es nichts zu mäkeln. Die Verarbeitung allerdings scheint nicht überall tadellos zu sein. Alles in allem ist der Jeep aber innen wie außen ein echter Kerl. Geradlinig und schnörkellos.

Knallhart auf der Hinterachse

Das bedeutet aber auch, dass der Jeep nicht zu den komfortabelsten gehört. Die Federung ist straff und Schläge auf die hintere Starrachse werden nahezu ungefiltert in den Innenraum weitergegeben. Das unterscheidet ihn vom Rest der weichgespülten Konkurrenz. Im Grunde stringent und deshalb sympathisch. Mit der Limited-Version kommt ein Fünfstufen-Automatikgetriebe gleich mit. 18-Zoll-Räder, MP3-Radio und ein selektives Allradsystem gibt es mit der Ausstattung Limited Exclusive.

Auch im Innern zeigt sich der Jeep aufgeräumt, was ja nichts Schlechtes ist.
Auch im Innern zeigt sich der Jeep aufgeräumt, was ja nichts Schlechtes ist.(Foto: Markus Mechnich)

In Sachen Nutzwert hat der Jeep leichte Nachteile gegenüber der Konkurrenz. Ein Kofferraumvolumen von 419 Liter, bei umgelegter Rückbank werden es maximal 1404 Liter, ist nicht sonderlich viel. Da bieten viele Autos der Kompaktklasse mehr. Dafür zieht er mit 2,8 Tonnen ordentlich was weg. Vorne sitzt es sich gut und komfortabel, auf der Rückbank geht es ein wenig enger zu. Aber alles noch im grünen Bereich.

Eher Wüstensand als Schneewüste

Die Fahreigenschaften des Autos sind recht unspektakulär. Auf der Autobahn kann er nicht allzu viel Tam Tam machen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 Stundenkilometer und ab 140 wird es schon zäh nach oben. Dafür zeigt er sich im unteren Leistungsspektrum recht lauffreudig. Drehmoment sei Dank.

Der Jeep Cherokee ist ein günstiger Geländegänger, solange man selbst bescheiden bleibt.
Der Jeep Cherokee ist ein günstiger Geländegänger, solange man selbst bescheiden bleibt.(Foto: Markus Mechnich)

Dass die Marke Jeep Gelände kann ist unbestritten. Allerdings gehört er nicht unbedingt zu den Schnee-Indianern. Den Cherokee sieht man eher im Wüstensand oder in der Matschkuhle als auf Gebirgspässen. Dass er sich in unserem Test dennoch besser schlägt als die meisten der Großstadtindianer, liegt an der Starrachse hinten und dem permanenten Allradantrieb. An verschneiten Hängen tat sich der US-Boy allerdings schwer mit dem permanenten Antrieb auf vier Rädern.

Sympathischer Naturbursche

Preislich rangiert der Cherokee am unteren Ende der Testskala. Der Basispreis von 31.990 Euro geht in Ordnung. Für die höheren Varianten sind 35.490 Euro, beziehungsweise 38.490 Euro zu berappen. Das Navi gibt es nur in der höchsten Stufe und kostet zusammen mit Soundsystem, Freisprecheinrichtung und abgedunkelten Scheiben 2690 Euro extra.

In unserer Marktübersicht hat uns der Cherokee durchaus überzeugen können. Viele Sympathiepunkte hat er durch sein rustikales Äußeres gesammelt. Schön, dass es noch solche Autos gibt. Auch der Motor und die Geländefähigkeiten sind sehr ordentlich. Abzüge gibt es wegen der nicht ganz sauberen Verarbeitung und dem relativ eingeschränkten Platzangebot. Wer aber einen echten Offroader sucht, der sollte sich den Jeep Cherokee unbedingt ansehen. So lange er noch zu haben ist.

 

Datenblatt

 
Abmessungen LxBxH
4,19 / 1,84 / 1,74 Meter
Leergewicht
2055 kg
Sitzplätze
5
Ladevolumen
419 bis 1404 Liter
Maximale Zuladung
465 kg
Motor
Reihen-Vierzylinder
mit Turboaufladung
2,8 Liter Hubraum
Antrieb und Getriebe
Allradantrieb,
Fünfgang-Automatik
max. Leistung
177 PS (130 kW) bei 3800 U/Min
Kraftstoffart
Diesel
Tankinhalt
70 Liter
Höchstgeschwindigkeit
180 km/h
max. Drehmoment
410 Newtonmeter bei 2000 U/Min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
10,5 Sekunden
Verbrauch pro 100 Kilometer
EU-Norm
8,4 Liter
CO2-Emissionen
222 Gramm pro Kilometer
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette
EURO 4 / Grün
Grundpreis
31.990 Euro

 

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Quelle: n-tv.de

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