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Stilvoll ins Gelände: Der Land Rover Discovery zeigt sich außen und innen sehr edel.
Stilvoll ins Gelände: Der Land Rover Discovery zeigt sich außen und innen sehr edel.(Foto: Markus Mechnich)

Land Rover Discovery: Der Landadel

Markus Mechnich

Der ist zweifellos der Sir unter den Geländewagen, der Edle unter den Wilden. Der Land Rover Discovery kombiniert Offroad-Feeling mit dem Stil britischen Landadels. Schicker kann man nur noch mit dem großen Bruder, dem Range Rover, die asphaltierten Pisten verlassen.

Bilderserie

Auch der Discovery gehört zu den jüngeren Neuerscheinungen des Jahres 2009. Im August wurde er überarbeitet der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kastenform ist natürlich Programm bei Land Rover. Dennoch haben es die Briten geschafft das Auto nicht unförmig aussehen zu lassen. Der "Disco" bewahrt sich einen gewissen Stil beim Auftritt.

Mit dem Facelift hat Land Rover dem Discovery einen stärkeren Diesel spendiert. Dem haben wir in unserer Marktübersicht auf den Zahn gefühlt. Da der britische Landadel aber auch besonderen Wert auf die Geländetauglichkeit legt, haben wir den Discovery aber auch im Tiefschnee Südtirols besonders hart rangenommen.

Reichlich Platz im Innern

Fangen wir aber zunächst mal außen an. Der Discovery bietet auf seiner Länge von 4,84 Metern Länge bis zu sieben Sitzplätze. Das ist aber eher nominell, denn die Sitze der dritten Reihe möchte man Erwachsenen eher nicht zumuten. In Reihe zwei und auf den vordern beiden Sitzen sind die Platzverhältnisse allerdings sehr gut. Dank der doch enormen Höhe von 1,89 Meter gibt es in Sachen Kopffreiheit keinerlei Probleme. Auch die Knie schubbern auf der Rückbank nicht am Vordersitz.

Wenn es sein muss kann er die Ärmel hochkrempeln. Die Luftfederung erlaubt Flussdurchfahrten bis zu einer Wasserhöhe von 70 Zentimeter.
Wenn es sein muss kann er die Ärmel hochkrempeln. Die Luftfederung erlaubt Flussdurchfahrten bis zu einer Wasserhöhe von 70 Zentimeter.(Foto: Markus Mechnich)

Das Ambiente des Land Rovers ist ausgesprochen edel. Feines Leder umspannt die Sitze, Türverkleidungen und das Armaturenbrett. Das wirkt nicht nur wertig sondern ist es auch. Besonders die doppelten Nähte, die das Material verbinden, wirken stilvoll und solide. Die Mehrzahl der Instrumente ist mit Aluminium eingefasst und in der Mitte thront ein optisch ansprechendes und funktionales Navigationssystem.

Offroad-König

So weit, so edel. Dass der Engländer aber auch ein echter Naturbursche ist, lässt sich in der Mittelkonsole erkennen. Dort befindet sich nämlich der Wahlschalter für die sieben verschiedenen Offroad-Modi, die das Auto beherrscht. An diesem Punkt werden nicht nur viele Jahre Geländeerfahrung deutlich, sondern auch das wahre Potenzial der Kombination von einem kraftvollen Motor und einem genialen Untersetzungsgetriebe gepaart mit Luftfederung.

Mit viel Hightech will der Brite überzeugen. Aber das komfortable Innere hat auch seinen Preis.
Mit viel Hightech will der Brite überzeugen. Aber das komfortable Innere hat auch seinen Preis.(Foto: Markus Mechnich)

In tiefstem Schnee krempelt der englische Herr die Ärmel hoch und klettert steile Hänge hoch, als wäre nackter Asphalt unter den Rädern. Selbst in Verwehungen lässt sich der Discovery nicht vom Aufstieg abbringen. Auch wenn es mal einen zweiten oder dritten Anlauf braucht. Dank der Luftfederung und der Möglichkeit die Karosse um einige Zentimeter nach oben zu pumpen, ist auch die Flussdurchfahrt für den Land Rover kein Problem. In unserer Marktübersicht hat sich der Discovery in Sachen Geländegängigkeit eindeutig den Spitzenplatz gesichert. Nichts konnte ihn langfristig aufhalten.

Neuer Diesel bereitet Freude

Freude bereitet auch der neue V6-Diesel, den Land Rover frisch im Angebot hat. Die 245 PS des Selbstzünders sind eine adäquate Motorisierung für das mindestens 2,5 Tonnen schwere Gerät. Und die 600 Newtonmeter Drehmoment sind im Gelände eine große Hilfe. So viel Kraft macht sich auch im Verbrauch bemerkbar. Die Norm von 9,3 Liter Diesel haben wir nicht erreichen können. In unserem Test lag der Verbrauch eher bei zwölf bis 14 Liter. Wobei zur Entlastung erwähnt werden muss, dass die wilden Fahrten im Gelände nicht gerade spritsparend waren.

Der geht überall durch: Bevor man mit dem Discovery irgendwo hängen bleibt muss es schon ganz schön wild werden.
Der geht überall durch: Bevor man mit dem Discovery irgendwo hängen bleibt muss es schon ganz schön wild werden.(Foto: Markus Mechnich)

Billig waren Autos von Land Rover noch nie und da macht auch der Discovery keine Ausnahme. Unser Testwagen hat einen Basispreis von 52.700 Euro. Mit allerhand netten Accessoires bestückt wird man wohl mindestens 60.000 Euro für den englischen Landadel in automobiler Form ausgeben müssen. Aber so ist das eben auf der Insel: Gerade Understatement kostet.

 

Datenblatt

 
Abmessungen LxBxH
4,84 / 1,92 / 1,89 Meter
Leergewicht
2494 kg
Sitzplätze
5-7
Ladevolumen
1260 bis 2476 Liter
Maximale Zuladung
754kg
Motor
Reihen-Sechszylinder
mit Turboaufladung
3 Liter Hubraum
Antrieb und Getriebe
Allradantrieb,
6-Gang-Automatik
max. Leistung
245 PS (180 kW) bei 3800 U/Min
Kraftstoffart
Diesel
Tankinhalt
88 Liter
Höchstgeschwindigkeit
180 km/h
max. Drehmoment
600 Newtonmeter bei 1.800 U/Min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
9,6 Sekunden
Verbrauch pro 100 Kilometer
(Schnitt)
9,3 Liter
CO2-Emissionen
244 Gramm pro Kilometer
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette
EURO 5 / Grün
Grundpreis
52.700 Euro

 

Quelle: n-tv.de

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