Mit einem dynamischen Auftritt hebt sich der Mazda CX-7 von den übrigen SUVs ab. Er ist eher für den flotten Auftritt gedacht und gehört eigentlich in die Kategorie der Crossover-Modelle.
(Foto: Markus Mechnich)
Mittwoch, 17. März 2010
Mazda CX-7: Der Schicke
Markus Mechnich
Der Mazda CX-7 ist von außen eher Dynamiker als Kraftmeier. Er liebt den sportlichen Auftritt und zeigt sich innen mit Stil. Aber kann er auch Gelände? Wir haben den Schneetest gemacht und dem neuen Diesel auf den Zahn gefühlt.Gelände? Matsch und Dreck? – Damit möchte der Mazda CX-7 nichts zu tun haben. Der Japaner zeigt sich lieber im Trainingsanzug und macht auf sportlich. Eigentlich gehört er auch in die Kategorie Crossover, also eine Mischung zwischen Geländegänger und City-Mobil. Autos also, die zu schick für den wilden Ritt sind, aber dennoch die hohe Sitzposition bieten. Ein wachsendes Segment, nicht nur auf dem deutschen Markt.
Wir haben den Mazda dennoch mitgenommen auf unseren SUV-Test. Einerseits, weil er einen neuen, sehr interessanten Diesel an Bord hat und andererseits, weil der CX-7 im Gelände vielleicht doch mehr kann, als die schicke Fassade vermuten lässt. Diesen Beweis soll er in Alta Badia antreten.
Neuer, sparsamer Diesel
Der Diesel-Antrieb ist eine lange überfällige Nachrüstung. Einerseits, weil ein Selbstzünder in dieser Klasse einfach zum Standard gehört. Andererseits ist der Sechszylinder-Benziner, mit dem der CX-7 bisher ausschließlich angeboten wurde, ein durstiger Geselle. Da macht der neue 2,2-Liter-Diesel eine ganz andere Figur. Laut EU-Zyklus soll er sich mit 7,5 Litern auf 100 Kilometer begnügen und entlässt 199 Gramm CO2 in die Umwelt. Das ist ein beachtlicher Wert für einen Motor, der ein 4,70 Meter langes und 1815 Kilogramm schweres Fahrzeug bewegen muss. Auch in der Praxis konnte das 173-PS-Aggregat stets unter zehn Litern bleiben. Im Mittel lag der Konsum bei etwa 8,7 Liter. Die Abgase werden mittels Harnstoff (AdBlue) gereinigt, womit der Motor die Euro-5-Norm erreicht.
Mit 4,70 Metern Länge bewegt sich der Mazda zwischen Mittel- und Kompaktklasse.
(Foto: Markus Mechnich)
In dem Punkt kann der Japaner also schon einmal glänzen. Wie sieht es aber im dichten Schnee von Südtirol aus? Der CX-7 hat durchaus so etwas wie Bodenfreiheit. Einen Ritt durch das Flussbett mag man dem Schönling aber dennoch nicht zumuten. Dank des permanenten Allradantriebs kann der Japaner durchaus die verschneiten Passstraßen hochkraxeln. Wird die Schneedecke aber zu hoch, dann setzt er relativ schnell auf und lässt sich auch nicht mehr so einfach freifahren.
Sportliches Fahrwerk
Also doch besser zurück auf die Straße mit dem CX-7. Dort macht der Japaner eine gute Figur. Die Fahrdynamik ist für den nicht übermotorisierten Antrieb durchaus ansehnlich. Mit dem Diesel ist er zwar kein Sprinter, in 11,3 Sekunden erreicht er die 100 Stundenkilometer, doch wenn er mal rollt, dann kommt er auch flott voran. Subjektiv gelingt der Sprint auch schneller, denn das Auto fühlt sich keineswegs träge an. Dabei leisten die 400 Newtonmeter Drehmoment gute Dienste. Bei 200 km/h ist aber Schluss. Den sportlichen Ambitionen entsprechend ist auch das Fahrwerk eher straff und auf Dynamik abgestimmt. Was in freier Wildbahn ein Nachteil ist, erweist sich auf der Straße als Pluspunkt. Der Mazda zeigt sich auch in Kurven stabil und ohne große Neigung zum Aufstellen der Karosserie.
Im Innern gibt es Feines. Die Verarbeitung ist einwandfrei und das Design gelungen. Einzig das Navi ist nicht sehr funktional untergebracht.
(Foto: Markus Mechnich)
Im Innenraum erwartet die Passagiere ein gehobenes Ambiente. Die Verarbeitung ist tadellos und die verwendeten Materialien größtenteils hochwertig. Schön ist die Mittelkonsole anzusehen, wo Klavierlack von Aluminium-Applikationen eingerahmt wird. Auch die Bedienelemente darüber wirken ruhig und aufgeräumt. Das Display vom Navigationssystem ist allerdings tief im Armaturenbrett eingebaut und zu klein. Die Karten lassen sich schwer erkennen und das Ganze steht in einem ungünstigen Winkel zum Fahrer. Da ging dann doch Form über Funktion.
Mit einem Volumen von 455 Litern im Normalzustand bietet der CX-7 relativ viel Nutzwert im Heck. Mit umgeklappter Rückbank kann er auf bis zu 1348 Liter kommen. Das ist eine Menge, selbst für ein Auto dieser Größe. Die Zuladung ist dafür aber mit maximal 555 Liter etwas bescheiden. Vorne und hinten glänzt der Japaner mit ordentlichen Platzverhältnissen.
Ein Lebemann
Mit dem neuen Diesel ist der Einstiegspreis des Mazda CX-7 knapp unter die Grenze von 30.000 Euro gerutscht. Dafür gibt es jetzt nicht nur die höchste Ausstattung sondern auch eine Basis- und eine Mittelvariante. Dabei bringt das Modell schon in der einfachen Version durchaus einiges serienmäßig mit. Beispiele dafür sind die MP3-Audioanlage, das Lederlenkrad oder die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Das Navi gibt es als Sonderausstattung für recht günstige 720 Euro, das elektrische Glasdach für ebenfalls preiswerte 850 Euro.
Nein, ein Geländefahrzeug ist der Mazda CX-7 nicht. Er schlägt sich zwar auch nicht schlechter als manches andere Fahrzeug in diesem Vergleich. Aber er ist einfach nicht auf die Fahrt auf rauem Untergrund getrimmt. Vielmehr macht der Mazda seiner Gattung alle Ehre und sieht sich lieber in der Stadt oder am Strand promenieren. Mit dem neuen Diesel ist das Auto auch wirtschaftlich geworden. Der Verbrauch ist ok, die Fahrleistungen auch. Und der relativ günstige Preis rundet das Paket ab. Kein Almöi, dieser Mazda, eher ein Lebemann.
Datenblatt | |
Abmessungen LxBxH | 4,70 / 1,87 / 1,65 Meter |
Leergewicht | 1815 kg |
Sitzplätze | 5 |
Ladevolumen | 455 bis 1348 Liter |
Maximale Zuladung | 555 kg |
Motor | Reihen-Vierzylinder |
Antrieb und Getriebe | Allradantrieb, |
max. Leistung | 174 PS (130 kW) bei 3800 U/Min |
Kraftstoffart | Diesel |
Tankinhalt | 69 Liter |
Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
max. Drehmoment | 400 Newtonmeter bei 2000 U/Min |
Beschleunigung 0 - 100 km/h | 11,4 Sekunden |
Verbrauch pro 100 Kilometer | 7,5 Liter |
CO2-Emissionen | 199 Gramm pro Kilometer |
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette | EURO 5 / Grün |
Grundpreis | 29.990 Euro |