Auto
Da wühlt er sich hoch: Die Geländefähigkeiten sind bei Subaru-Fahrzeugen fast in den Genen mitgegeben.
Da wühlt er sich hoch: Die Geländefähigkeiten sind bei Subaru-Fahrzeugen fast in den Genen mitgegeben.(Foto: Markus Mechnich)

Subaru Outback: Der boxende Diesel

Markus Mechnich

Das ist schon was Neues: Subaru hat beim Outback den weltweit ersten Diesel-Boxer eingebaut. Das ist aber nicht das einzige Pfund, mit dem der Japaner wuchern kann. Aber kann er sich auch im Feld der Großen behaupten?

Aber auch auf der Straße kann man sich mit dem Japaner sehen lassen.
Aber auch auf der Straße kann man sich mit dem Japaner sehen lassen.(Foto: Markus Mechnich)
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Bei Subaru hat man schon immer nach einem eigenen Zugang zu den Dingen gesucht. Das beweist die lange Tradition des Baus von Boxer-Motoren. Das Modell Outback zeichnet fast symbolhaft die Entwicklung des "Sports Utility Vehicles", kurz SUV, nach. Gestartet ist der Outback 1996 als relativ normaler Pkw mit etwas Geländetrimm. Im Grunde sah man dem ersten Modell seine Fähigkeiten nur an den Plastikverkleidungen ringsum an. Bis zur dritten Generation wurde der Outback immer höher und wuchtiger. Spätestens seitdem darf er sich legitim als SUV bezeichnen.

Aber Subaru wäre nicht Subaru, wenn man dem Boxer nicht treu bliebe. Und weil sich nun mal in Europa die Diesel unter den Geländegängern mit Abstand am besten verkaufen, hat Subaru im vergangenen Jahr einen Boxer-Diesel nachgelegt. Der erste seiner Art übrigens. Und der hat schon kräftig Preise eingeheimst. In 2008 wurde er bereits "Engine of the Year". In Kombination mit dem bewährten Outback bereichert er seit Mitte letzten Jahres das Angebot der SUVs.

Subaru ist anders

Aus diesen Gründen haben wir den Outback mit nach Südtirol genommen, obwohl das Modell schon 2006 überarbeitet wurde. Und die Leistung des Japaners hat uns Recht gegeben, denn der Subaru ist anders, aber absolut konkurrenzfähig im Feld der großen SUVs.

Technisch teilt sich der Outback die Plattform mit dem Legacy von Subaru. Er ist sozusagen die Offroad-Variante des Pkws mit erhöhter Bodenfreiheit. Kein Wunder also, dass er innen recht wohnlich daherkommt. Viel Platz bietet sich auf den 4,73 Metern, die das Auto misst. Das gilt sowohl für die vorderen Sitze als auch für die Rückbank, auf der durchaus drei Leute Platz nehmen können. Der größere Radstand und die gestiegene Dachhöhe des Autos kommen dem Personal im Fond besonders zu gute.

Vieles in Serie

Hartplastik beherrscht das Innere - aber gut gemacht.
Hartplastik beherrscht das Innere - aber gut gemacht.(Foto: Markus Mechnich)

Das Cockpit des Outback ist erfreulich übersichtlich strukturiert. Auch wenn sich hinter den Verkleidungen in der Mittelkonsole, die nach Aluminium aussehen, doch nur Kunststoff verbirgt. Schnell findet man sich hinter dem Lenkrad des Subaru zurecht. Lediglich die Bedienelemente auf der Steuerung selbst sind vielleicht ein bisschen zuviel. Die Verarbeitung dagegen ist sehr solide ausgefallen.

Die Serienausstattung des Outback ist ausgesprochen üppig. MP3-Radio mit Wechsler, klapp- und beheizbare Außenspiegel, Klimaautomatik oder Tempomat – alles in Serie an Bord. Das heißt aber nicht, dass sich der Grundpreis mit weiteren Optionen nicht noch in die Höhe treiben lässt.

Typische Hutze

Der weltweit erste Boxer-Diesel hat sich in unserem Test bewährt.
Der weltweit erste Boxer-Diesel hat sich in unserem Test bewährt.(Foto: Markus Mechnich)

Aber wie schlägt sich denn der Boxer-Diesel? In unserem Test bewährt sich der Sonderling unter den Selbstzündern als zuverlässiger und solider Antrieb. Die 150 PS des Motors, der von außen nur am Typenschild und an der Hutze für den Lufteinlass auf der Motorhaube erkennbar ist, bringen das Auto gut voran. Lediglich im unteren Drehzahlbereich zeigt sich der Outback gelegentlich etwas schwachbrüstig. Obwohl das maximale Drehmoment von 350 Newtonmeter schon bei 1800 Umdrehungen pro Minute anliegt. Solche Schwächen könnte das stufenlose CVT-Automatikgetriebe möglicherweise lösen, mit dem der Outback seit kurzem angeboten wird. Dieses hatten wir aber noch nicht an Bord.

Sehr beruhigend wirkt sich die flache Bauweise des Motors auf die Fahreigenschaften des Autos aus. Auch bei flotterer Fahrt lässt sich der Vorderbau kaum aus der Ruhe bringen. Im Heck neigt er hingegen dazu sich aufzustellen, was aber kontrollierbar bleibt. Der Verbrauch des neuen Motors ist erfreulich niedrig. Unsere Messungen lagen zwar deutlich über sieben Litern, entgegen dem Normverbrauch von 6,4. Aber im Vergleich zu seinen Benzinbrüdern ist er geradezu asketisch.

Kein Schnäppchen

Preislich spielt der Outback durchaus in der oberen Liga. Die Grundausstattung ist zwar, wie erwähnt, recht umfangreich, aber ein Grundpreis von 34.600 Euro ist nicht zu verachten. Wird doch noch Ausstattung zusätzlich geordert, beispielsweise das Navi-System für 3000 Euro, dann ist auch ein Endpreis von mehr als 40.000 Euro locker machbar. Fairerweise muss man aber sagen, dass man doch recht viel Auto fürs Geld bekommt. Ein Schnäppchen aber ist er nicht.

Das Schöne an den Autos von Subaru ist deren Authentizität. Da ist auch der Outback mit dem weltweit ersten Boxer-Diesel keine Ausnahme. Er macht zwar auch auf Oberklasse, aber vom ersten Blick an ist klar, dass dieses Auto sich auch im Gelände wohlfühlt. Komfort und Verarbeitung sind in Ordnung und der neue Boxer-Diesel macht richtig Laune. Man kann sich gut vorstellen, dass dieser Motor mit einem Tick mehr Leistung so richtig durch das Gelände rockt. Und das ist schließlich doch das Metier des ehemaligen Rallye-Weltmeisters Subaru.

 

Datenblatt

 
Abmessungen LxBxH
4,78 / 1,78 / 1,54 Meter
Leergewicht
1.535 kg
Sitzplätze
5
Ladevolumen
440 bis 1726 Liter
Maximale Zuladung
475 kg
Motor
Reihen-Vierzylinder
mit Turboaufladung
2 Liter Hubraum
Antrieb und Getriebe
Allradantrieb,
6-Gang-Schaltung
max. Leistung
150 PS (110 kW) bei 3800 U/Min
Kraftstoffart
Diesel
Tankinhalt
65 Liter
Höchstgeschwindigkeit
161 km/h
max. Drehmoment
350 Newtonmeter bei 1.500 U/Min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
9,7 Sekunden
Verbrauch pro 100 Kilometer
(Schnitt)
6,4 Liter
CO2-Emissionen
167 Gramm pro Kilometer
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette
EURO 5 / Grün
Grundpreis
34.600 Euro

 

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Quelle: n-tv.de

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