Citroëns neuer C3: Der mit Durchblick
Der neue C3 lebt zweifelsohne vom Reiz des schönen Blicks. Seine weit ins Dach gezogene Frontscheibe ist das absolute Highlight. Aber auch ohne sie ist er immerhin ein schmucker Kleinwagen.
Was macht einen guten Kleinwagen aus? Handlich muss er sein - das steht außer Frage. Ohne Probleme soll er sich durch den Stadtverkehr steuern lassen und auch mal in einer Parklücke Platz finden, an der ein Großer mit einem weinenden Auge vorbeifahren muss. Sparsam soll er sein, denn in Zeiten von Klimawandel und steigenden Spritkosten ist ein geringer Verbrauch nahezu ein Muss. Doch bei aller Wendigkeit und Sparsamkeit soll er auch optisch etwas hermachen, denn wer will schon mit einem reinen Funktionsvehikel über die Straßen brausen? Und wenn der Kleine dann auch noch ein etwas Besonderes hat, dann lohnt es sich, ihn sich mal näher anzuschauen.
Citröens neuer C3 hat dieses gewisse Etwas. Ein Gimmick nur, ein nettes Detail, eine Spielerei, die ihn weder schneller noch sparsamer oder schöner macht, die aber das Fahren mit ihm zu einem kleinen Erlebnis werden lässt und ihn von der Masse der Kleinwagen heraushebt - als erster Kleiner mit einem großen Panorama-Glasdach. Die Frontscheibe des C3 zieht sich bis über die Vordersitze in das Dach und gibt einen nahezu ungestörten Blick in den Himmel frei, wo selbst bei einem Cabrio die Sicht durch den Scheibenrahmen gestört wird. Ein Kleiner mit Durchblick.
"Qualitätsoffensive"
Der Vorgänger-C3 war das erste neue Modell der Citröen-Plattform 1 und wurde zum Erfolgsmodell der Franzosen. Seit seiner Markteinführung 2002 wurden europaweit über zwei Millionen Wagen verkauft, 2003 war das Modell das meistverkaufte Auto des Herstellers. Entsprechend groß die Erwartungen an die zweite Generation. Und so wirbt der Hersteller denn auch mit einer "Qualitätsoffensive", um mit den Besten mithalten zu können - ein Anspruch, der auf den ersten Blick gelungen scheint.
Schon das Äußere des auf 3,94 Meter gewachsenen aber unverändert 1,2 Tonnen leichten C3 zeigt: Das Modell ist gereift. Noch immer setzt Citröen auf rundliche, bisweilen stämmige Proportionen, die verspielte Jugendhaftigkeit des Vorgängers hat der C3 jedoch abgelegt. Die Front wirkt durch den großen, wabenartigen Kühlergrill ein wenig bissig, die Seitenlinie dynamisch, das Heck seriös. An ausgewählten Stellen wurde mit Chrom oder in Chrom-Optik verziert, und schon verliert der Neue das Kindlich-Liebenswürdige des Vorgängers und strahlt ein neues Selbstbewusstsein aus.
Viel Plastik und trotzdem schick
Trotz eines unveränderten Radstandes von 2,47 Metern wirkt der C3 innen geräumiger. Dieser Eindruck ist den schlankeren Sitzen und einem abgespeckten Cockpit geschuldet. So bekommen die Beine vorn acht und hinten drei Zentimeter mehr Spielraum. Dennoch: Erwachsene reisen im Fond nicht sonderlich bequem. Bei längeren Ausflügen sollten sie besser vorne Platz nehmen, vor allem weil sie es sich sehr gemütlich machen können, wenn sie die Sitze weit nach hinten schieben. Wollen sie jedoch die vielen kleinen Habseligkeiten verstauen, die man bei einem Ausflug gerne dabei hat, dann hat der C3 nicht viel zu bieten: Außer dem Kofferraum, der immerhin 300 Liter fasst, gibt es kaum Extras wie geheime Staufächer. Selbst die Mittelarmlehne mit Staufach ist nur in der höchsten von drei Ausstattungsvarianten vorhanden.
Zumindest in dieser wird im Innenraum der Anspruch des Herstellers an mehr Qualität besonders augenscheinlich. Optisch wurde er stark aufgewertet. Die Materialien sind sorgfältig ausgesucht und gut verarbeitet. Zahlreiche Flächen sind mit Chrom eingefasst, das Armaturenbrett glänzt metallisch, das unten abgeflachte Lenkrad ist mit Einsätzen im Aluminiumlook versehen, was optisch einiges hermacht, auch wenn es sich bei zwölf Grad unter Null als extrem nachteilig erweist, weil die Hände einfach nicht warm werden wollen. Aber das kann man dem Hersteller nicht vorwerfen. Trotz des hohen Anteils an Kunststoffoberflächen hinterlässt die Inneneinrichtung einen wertigen Eindruck, auch wenn ein weniger offensiver Einsatz von Glanz und Chrom auch ausgereicht hätte und der eine oder andere Grauton zu viel verwendet wurde.
Der C3 verzichtet auf futuristische Digitalanzeigen und kommt mit klassisch-analogen Instrumenten daher, die dennoch nicht langweilig wirken und sich wie die anderen Bedienelemente gut ins Gesamtdesign einfügen. Neben einer Klimaanlage, können optional ein Navigationssystem eine vernünftige Musikanlage und auch ein Parfümspender geordert werden.
Leise Fahren unter der gläsernen Kuppel
Das unbestrittene Highlight ist jedoch die Zenith-Frontscheibe. In der mittleren von drei Ausstattungsvarianten ist sie für einen Aufpreis von 400 Euro zu haben, in der höchsten gehört sie zum Serienumfang. Und sie lohnt sich, denn in fast keinem Auto ist der Blick ungestörter. Öffnet man die Jalousie, die neben einer Tönung vor allzu starker Sonneneinstrahlung schützen soll und den oberen Teil der Scheibe verdeckt, bietet sich ein grandioser Blick und der Innenraum bekommt noch mal eine ganz andere Dimension. Das macht den C3 wirklich zu etwas Besonderem. Der Preis für die von der Firma Saint Gobain zugelieferte, 1,35 Meter lange Scheibe ist so dimensioniert, dass sie kein Nischendasein fristen, sondern einer breiteren C3-Kundenschar die Fahrt versüßen soll. Eine Frage, die sich jedoch aufdrängt, ist die, wie sich diese schöne Spielerei bei einem Unfall auf die Sicherheit der Passagiere auswirkt.
Doch darüber denkt man nicht nach, wenn man unter der gläsernen Kuppel und bei einem sehr niedrigen Geräuschniveau durch die Gegend braust. Der neue C3 fährt sich angenehm und lässt sich einfach steuern. Die Lenkung ist leichtgängig, die starke Federung lässt ein weiches und bequemes Fahren zu. Auch auf holprigen und unebenen Belägen büßt man nichts an Bequemlichkeit ein. Der C3 lässt sich leicht Rangieren - ideal für enge Parklücken. Doch sobald das Tempo zügiger und die Strecke kurvenreicher wird, wünscht man sich eine bessere Rückmeldung und Kontrolle.
Altes unter der Haube
An Neuem fehlt es allerdings unter der Haube. Zum Marktstart gibt es den C3 deshalb nur mit bekannten Benzinern mit 44 kW/60 PS bis 88 kW/120 PS. Die Dieselmotorisierungen und ein Automatikgetriebe sind erst für den Frühsommer geplant. Zudem kann Citröen noch keine Start-Stopp-Funktion liefern. Auch auf die umweltverträglichste Variante, ein aerodynamisch optimiertes Modell, das nur 3,8 Liter im Durchschnitt verbrauchen soll und unter einem CO2-Austoß von 100 Gramm pro Kilometer bleiben soll, muss noch gewartet werden. Denn der Testwagen, ein 120-PS-Benziner mit Fünfgang-Schaltgetriebe, kann mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,0 Litern nicht gerade als besonders sparsam bezeichnet werden. Dabei stößt er 138 Gramm CO2 in die Luft und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h.
Ab 12.700 Euro ist der C3 bei den Händlern zu haben. Damit sind die Preise beim Generationswechsel ein wenig gesunken. Auch wenn er sich preislich auf den ersten Blick nicht auffallend von den Wettbewerbern VW Polo, Opel Corsa und Ford Fiesta absetzen kann, so punktet er jedoch auf den zweiten, denn sein Ausstattungsniveau und die serienmäßigen fünf Türen, verschaffen ihm einen klaren Preisvorteil.
Fazit: Der C3, der für Citröen Symbolcharakter hat, lebt zweifelsohne vom Reiz des schönen Blicks. Die Panorama-Scheibe ist das absolute Highlight des Neuen. Ohne sie ist er ein immerhin schmuckes und taugliches, aber kein aufregendes Auto. Vor allem die neue Qualitätsoffensive im Innenraum fällt auf, die Antriebstechnik ist jedoch leider nicht auf dem neuesten Stand. Wenn Citröen hier noch nachlegen kann, dann hat der neue C3 alle Chancen wieder ein Erfolgsmodell zu werden.
Technische Daten | |
Abmessungen LxBxH | 3,94 / 1,73 / 1,52 Meter |
Leergewicht | 1.150 kg |
Sitzplätze | 5 |
Ladevolumen | 300 bis 1121 Liter |
Maximale Zuladung | 429 kg |
max. Anhängelast(ungebremst/gebremst) | bis 570/ bis 1150 kg |
Motor | Reihen-Vierzylinder |
Antrieb und Getriebe | Frontantrieb, |
max. Leistung | 60 PS (44 kW) bis 120 PS (88 kW) |
Kraftstoffart | Benzin und Diesel |
Tankinhalt | 50 Liter |
Höchstgeschwindigkeit | 155 km/h bis 190 km/h |
max. Drehmoment | 94 bis 160 Newtonmeter |
Beschleunigung 0 - 100 km/h | 9,9 bis 18,3 Sekunden |
Verbrauch pro 100 (Innerorts/Außerorts/Schnitt) | 4,9 bis 8,0/3,4 bis 5,3/4,0 bis 6,0 Liter |
CO2-Emissionen | 104 bis 158 Gramm pro Kilometer |
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette | EURO 5 / Grün |
Versicherungseinstufung | 14-15/16-19/17-19 |
Quelle: n-tv.de

