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Eines der schönsten Cabrios auf dem Markt: Der Volvo C70 kann mit Eleganz, und Sicherheit überzeugen.
Eines der schönsten Cabrios auf dem Markt: Der Volvo C70 kann mit Eleganz, und Sicherheit überzeugen.

Unterwegs im Volvo C70 Cabrio: Die Sonnen-Barke

Jochen Müter

Immer wieder schön anzusehen sind Freiluft-Oldtimer, die die Straße bevölkern. Wer es moderner mag, für den hat Volvo das C70-Cabriolet im Repertoire. Wir sind es gefahren.

Der Kofferraum schmilzt bei geöffnetem Dach auf ein Minimum von 200 Liter zusammen.
Der Kofferraum schmilzt bei geöffnetem Dach auf ein Minimum von 200 Liter zusammen.

Ein kurzer Blick in den Hamburger Himmel. Die Sonne hat sich weitgehend die Hoheit über den Himmel erkämpft, nur wenige Wolken wagen zaghaften Widerspruch. Das müsste also passen. Der magische Knopf, der aus dem Volvo C70-Coupé das Cabrio macht, befindet sich in der Mittelkonsole. Anstandslos beginnt die Hydraulik zu arbeiten. Das lange Dach teilt sich in drei Segmente und verstaut sich quasi selbst im Kofferraum. Dauer: etwa 30 Sekunden. Das ist in Ordnung – und reicht auch, wenn dann doch mal ein Regenguss kommt und das Auto am Straßenrand zügig geschlossen werden muss. Der Bordcomputer zeigt 23 Grad – es geht über Lübeck in die Mecklenburger Bucht, Ziel Boltenhagen.

Der erste und auch der zweite Fahreindruck entsprechen dem, was der Schweden-Freund von einem Diesel-Volvo erwarten kann. Die Maschine des D5 mit ihren 177 PS macht Spaß. Der Durchzug ist ordentlich, das Drehmoment kurbelt den Blutdruck an. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in knapp 10 Sekunden. Das reicht natürlich nicht für einen Super-Sportler, ist aber genug für nette Zwischenspurts. Überhaupt: Der Volvo trumpft – und das passt ganz ins Markenkonzept – weniger mit Superlativen in Sachen Tempo oder Renn-Feeling auf als mit den Werten, die die Fans der Marke schätzen: Sicherheit, Robustheit, Eleganz. Der Wagen ist von seinem Fahrwerk her ein Gleiter, keine Kurven-Kampf-Maschine. Es geht hier nicht um Stress, sondern um Entspannung. Es geht nicht um Risiko, es geht um Sicherheit. Das Volvo Cabrio ist – vorausgesetzt, es strahlt vom Himmel – eine Art Sonnen-Barke, mit der es sich vorzüglich cruisen lässt.

Optimal für zwei Personen

Warum der Hebel für die Handbremse in den Innenraum des Fahrers ragt ist unklar.
Warum der Hebel für die Handbremse in den Innenraum des Fahrers ragt ist unklar.

Der Innenraum ist aufgeräumt und fast perfekt organisiert. Das gilt insbesondere für die Armaturen, die sehr übersichtlich sind. Die Verarbeitung ist hochwertig, auch die eingesetzten Materialien, unter anderem gebürstetes Aluminium, können den Ästheten überzeugen. Alle Hebel und Knöpfe lassen sich vom Fahrer gut erreichen. In dieser Sache ist den Konstrukteuren lediglich mit der Handbremse eine Art Missgeschick passiert. Der Hebel ragt – und das verstehe, wer will – ganz leicht schräg in den Beinraum des Fahrers. Wer nicht Beine hat wie Streichhölzer und Wert darauf legt, etwa bei einer Tempomat-Fahrt das Bein entspannt nach rechts zu legen, den drückt es nach kurzer Zeit schon ganz gewaltig. Überhaupt: Für zwei Personen ist der Wagen in Sachen Größe optimal. Wer allerdings hinten sitzt, der muss sich etwas zwängen. Entschädigt wird er natürlich durch das integrierte Freiluft-Kino.

Das Cockpit der offenen Schweden weiß mit Funktionalität und schöner Materialanmutung zu glänzen.
Das Cockpit der offenen Schweden weiß mit Funktionalität und schöner Materialanmutung zu glänzen.

Die Serienausstattung des Wagens ist ordentlich, das muss man Volvo lassen. Der Bremsassistent hilft bei der Entschleunigung, es gibt einen Bordcomputer mit allen wesentlichen Informationen, eine Einparkhilfe hinten, den Tempomaten und beheizbare Sitze. Für Sicherheit sorgen ein Schleudertrauma- und ein Seitenaufprall-Schutzsystem, diverse Air-Bags, ein Überroll-System und dynamisches Xenon-Kurvenlicht. Und was die Sonderausstattung angeht, sind bekanntlich nach oben alle Möglichkeiten offen. Bei allen Sicherheitsleistungen, die die Schweden bieten, ist das C70-Cabrio aber immer noch ein Auto, das gefahren werden will. Anders als beim Kombi-Klassiker V70, bei dem Vieles blinkt und warnt, braucht der C70 einen aufmerksamen Fahrer. Der allerdings hat einen grandiosen Rundumblick.

Schaulaufen am Ostseestrand

Wir verlassen kurz die engen Landstraßen, um den Tempo-Test auf der Autobahn zu machen. Auch hier macht das Auto eine gute Figur. Schnell erreicht der C70 seine Höchstgeschwindigkeit von rund 225 km/h, kann damit links locker mithalten. Der Tempomat spricht sofort an. Der Wagen liegt ruhig auf der Bahn, wird auch im Innenraum nicht zu laut. Klappereien oder Vibrationen gibt es nicht. Was auffällt: Mit dem Tempo steigt der Durst der 2-Liter-Maschine doch massiv an. In kürzester Zeit errechnet der Bordcomputer aus den gepflegten 5 bis 6 Litern im gemischten Verkehr einen neuen Wert von 8,5 bis 9 Litern bei der Hochgeschwindigkeitsfahrt. Die Konkurrenten von BMW haben etwa mit dem 320d Efficient Dynamics gezeigt, dass das nicht zwingend sein muss.

Bei flotter Fahrt wird der Diesel durstig. Ansonsten überzeugt er mit soliden Verbrauchswerten.
Bei flotter Fahrt wird der Diesel durstig. Ansonsten überzeugt er mit soliden Verbrauchswerten.

Boltenhagen am Nachmittag: Auflauf der Touristen. Das Meer ruft. Unter all den Cabrios, die sich hier ein Stelldichein geben, ist der Volvo doch eines der schönsten. Die kompakte, aber schnittige Form zieht die Blicke auf sich. Oben-ohne-fahren, das ist immer auch eine zumindest kleine Parade der Eitelkeit. Und zwar eine, die der Volvo mühelos beherrscht. Doch Boltenhagen am Nachmittag ist einfach zu voll. Wir kehren um, verzichten auf Strandspaziergang und Eisdiele. Unterwegs sein mit dem C70, das ist immer noch das Beste.

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Quelle: n-tv.de