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Der IS F braucht sich hinter deutschen Konkurrenz nicht zu verstecken.
Der IS F braucht sich hinter deutschen Konkurrenz nicht zu verstecken.

Lexus IS-F: Die andere Seite der Medaille

Lexus kann Luxus. Aber kann Lexus auch Sport? Mit dem IS F haben die Japaner zumindest ein Fahrzeug im Programm, das sich direkt gegen deutsche Wettbewerber wie den BMW M3 richtet. Wir haben getestet, ob Anspruch und Wirklichkeit auch übereinstimmen.

Ying und Yang, schwarz und weiß, Rotkäppchen und der böse Wolf: Unsere Welt besteht aus Gegensätzen, ohne die eine, wäre die andere Seite der Medaille nicht denkbar. Und so ist das Gegenstück zu der eher unauffälligen Mittelklasse-Baureihe Lexus IS seit drei Jahren der IS F. Mit dieser Sportlimousine definiert die Toyota-Edelmarke aber auch eine Antwort zu den deutschen Mittelklasse-Athleten von BMW (M3), Audi (S4) und Mercedes (AMG C63).

Lexus gelingt der Spagat zwischen Dynamik und einem gewissen Maß an Restkomfort.
Lexus gelingt der Spagat zwischen Dynamik und einem gewissen Maß an Restkomfort.

Der Lexus IS ist in seiner zivilen Straßenversion ein gut motorisiertes, aber nicht unbedingt sportliches Fahrzeug. Der eher komfortable Viertürer ist wahlweise mit einem 177 PS starken Diesel oder einem V6-Benziner (208 PS) zu haben. Nette Zahlen, doch spielt der IS F in einer ganz anderen Liga. Unter der straff gespannten Motorhaube versteckt sich ein V8-Aggregat mit 423 PS.

Von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde

Mit diesem Antrieb, diversen Modifikationen an Fahrwerk, Bremsen und Elektronik sowie entsprechend angepasster, insgesamt gerade noch akzeptabler Sportoptik mutiert die Limousine vom braven Dr. Jekyll zum bösen Mr. Hyde.

Der wunderbar grummelnde Motor sorgt dabei schon im Stand für das richtige Maß an Vorfreude. Die steigert sich zum seligen Lächeln, wenn man mit dem IS F die ersten Kurven genommen hat. Die Lenkung ist perfekt und wer die Achtgang-Automatik über die hinter dem Lenkrad angebrachten Schaltpaddel bedient, wird mit sehr schnellen Gangwechseln belohnt. In Sachen Fahrdynamik und Präzision muss sich der IS F hinter den deutschen Wettbewerbern aus Süddeutschland schon mal nicht verstecken.

Konsequent sportlich

Als Alltagsauto taugt die Sportlimousine nur etwas für Gutbetuchte.
Als Alltagsauto taugt die Sportlimousine nur etwas für Gutbetuchte.

Lediglich bei der Feinabstimmung des Fahrwerks haben Audi & Co. noch die Nase vorn. Der IS F kommt nicht ganz so harmonisch daher, euphemistisch könne man auch sagen: Er ist konsequent sportlich ausgelegt. Informationen über Tiefe und Ausdehnung von Querfugen werde da schon mal recht ungeniert an die Rücken der Passagiere weitergegeben.

Ansonsten hat Lexus den bei diesen Fahrzeugen üblichen, aber dennoch schwierigen Spagat zwischen Dynamik und einem gewissen Maß an Restkomfort verblüffend gut hinbekommen. Der IS F ist ganz sicher keine alltägliche Fahr-Maschine, sie ist aber durchaus auch für den täglichen Einsatz geeignet. Vorne sitzt man ausgezeichnet, hinten ist es in der 4,66 Meter langen, aber letztlich knapp zugeschnittenen Limousine schon ein weniger enger.

Blut und Benzin

Der IS F entpuppt sich als positive Überraschung.
Der IS F entpuppt sich als positive Überraschung.

Wer den IS F als Alltagsauto nutzen will, muss ein zumindest anständig gefülltes Bankkonto haben. Denn zum Grundpreis von über 70.000 Euro und merklichen Unterhaltskosten addiert sich der Verbrauch. Wir benötigten im Schnitt über 14 Liter Superbenzin je 100 Kilometer, was nicht nur teuer kommt, sondern auf längeren Fahrten auch schon nach etwas über 400 Kilometern zum Tankstopp nötigt.

Da man dies aber wissen sollte, wenn man ein solches Fahrzeug erwirbt, darf dies dem IS F nicht wirklich negativ angerechnet werden. Unter dem Strich ist die Sportlimousine sogar eine positive Überraschung und in dieser Klasse sehr viel näher am deutschen Wettbewerb, als der etwas in die Jahre gekommene normale IS etwa im Vergleich zu einem 3er BMW. Das ist also die andere Seite der Medaille bei Lexus: Die Japaner können nicht nur Qualität produzieren und hohen Fahrkomfort sicherstellen, sie haben mit dem IS F - und dem Supersportwagen LFA - auch bewiesen, dass ihr Blut zumindest mit Benzin durchmischt ist.

 

Datenblatt

Lexus IS-F

Abmessungen L / B / H
4,66 / 1,82 / 1,42 m
Sitzplätze
5
Ladevolumen
378 l
Motor
5,0-Liter-V8-Benzinmotor
Leistung
423 PS (311 kW)
Kraftstoffart
Super-Benzin
Höchstgeschwindigkeit
270 km/h (abgeregelt)
max. Drehmoment
505 Nm bei 5.200 U/min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
4,8 sek
Testverbrauch auf 100 km
Normverbrauch
14,5 l
11,6 l
Grundpreis
70.600 Euro

 

Quelle: n-tv.de

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