Mit dem Mazda 3 unterwegs: Ein Sportsmann mit Charakter
Es ist die zweite Generation des Bestsellers: Der Mazda 3 soll dem japanischen Automobilbauer seine Anteile in der umkämpften Kompaktklasse sichern. In der Zweiliter-Version als Direkteinspritzer kommt der Mazda 3 besonders sportlich daher und bietet allerhand technische Extras. Nur gefräßig bleibt er, dafür bietet er überraschend viel Stauraum.
Wenn es um ihre Erfolgsmodelle geht, passen Unternehmen immer ganz besonders gut auf. So auch der japanische Autobauer Mazda: Sein Modell Nummer 3 ist mit über 1,5 Millionen verkauften Wagen der Bestseller. Daran soll auch die zweite Generation des Kompaktwagens anschließen, der gegen die starke Konkurrenz in der Golfklasse bestehen muss.
Seit dem Frühjahr 2009 ist die Neuauflage des japanischen Verkaufsschlagers auf dem Markt. Der Mazda 3 soll in seiner neuen Version durch sein überarbeitetes, sportliches Design, mehr Effizienz und Umweltverträglichkeit sowie größeren Fahrspaß die Kunden überzeugen. Wir haben ihn in der sportlichen Stufenheck-Variante mit einem 2,0-Liter-Direkteinspritzer-Motor getestet. Als solcher stößt der 3er optisch als Limousine schon in die Mittelklasse vor.
Preislich bleibt der Mazda 3 aber ganz klar ein Kompakter, der mit einem Einstiegspreis von 17.000 Euro die Konkurrenz ordentlich unter Druck setzen kann. Das von uns erwählte Stufenheck-Modell startet bei knapp 20.000 Euro, in der 2,0-Liter-Variante mit Direkteinspritzung gibt es den 3er nicht unter 23.000 Euro.
Viel Wert auf Design
Wer eine sportliche Optik liebt, wird auf den ersten Blick am Mazda 3 seinen Gefallen finden. Im Unterschied zur ersten Generation ist er ein kleines bisschen in die Länge gewachsen, hat noch markantere Front- und Rücklichter erhalten und dem Heck wurde ein leichter Spoiler-Ansatz verpasst. Sportlich schnittig beschreibt den ersten Eindruck wohl am treffendsten. Die Frontpartie kommt, wie vom Hersteller gewünscht, durchaus angriffslustig daher. Eigenschaften, die auch Golffahrern gefallen dürften.
Nimmt man Platz auf dem Fahrersitz, fällt einem beim ersten Blick auf Lenkrad und Konsolen die enorme technische Ausstattung des Mazdas auf, die bei den Bedienelementen am Lenkrad allerdings an Überfrachtung grenzt. Dagegen setzen sich die im Retro-Look designten Geschwindigkeits- und Beschleunigungsmesser wohltuend ab. Das Navi kommt allerdings etwas altbacken daher. Alles in allem aber ein ansprechender Eindruck. Ein zusätzliches Plus: Auch bei einer Körpergröße von knapp zwei Metern bekommt man kein Engegefühl hinter dem Lenkrad.
Komfortable Ausstattung
Und dann geht es los, Zündschlüssel umgedreht – ach nein, er läuft ja schon. Der Vierzylindermotor mit Direkteinspritzung surrt überraschend leise vor sich hin, trotz knackiger 151 PS. Elegant und leise lässt sich der Mazda 3 anrollen, und auch ein ordentlicher Tritt aufs Gaspedal mit entsprechender Beschleunigung bringt den Motor nach kurzem Aufbrausen nicht zum Heulen. Fahrkomfort ist den Japanern bei diesem Modell ganz besonders wichtig, das merkt man auch an den technischen Spielereien, den durchaus bequemen Sitzen und dem Umgang mit der neuesten Motortechnik.
Zur Ausstattung in der etwas teureren Variante zählen etwa neben sechs Airbags und aktiven Kopfstützen der Standardversion Licht- und Regensensor, Blendschutz im Rückspiegel, akustische Einparkhilfe sowie in die Rückspiegel integrierte Spurwechsel-Assistenten, die auch die toten Winkel überwachen. Zusammen mit den Steuerungselementen am und um das Lenkrad sowie dem höher positionierten Schalthebel führt das dazu, dass man als Fahrer nur noch selten den Kopf richtig drehen muss. Wem es gefällt: Bequemlichkeit wird hier gefördert und vom Multi-Informations-Display mit Navi unterstützt.
Ein kleiner Schlucker
Vom Fahrgefühl her kann der 3er von Mazda durchaus überzeugen. Die 151 PS sorgen für einen kraftvollen Antrieb, mit dem man im Zweifel von Null auf 100 in 10,4 Sekunden beschleunigen kann. In der Stadt eine Verschwendung bringt ein solcher Motor bei längeren Fahrten die Insassen ordentlich schnell ans Ziel. Zumal das Auto gut auf der Straße liegt und auch bei Tempo 180 sich die Fahrgeräusche noch sehr in Grenzen halten. Lauter wird es dann aber in Richtung 200 – Spitzengeschwindigkeiten von 220 Stundenkilometern sind bei entsprechender Strecke und Bahnfreiheit für den Mazda 3 aber kein Problem.
Wer so stark aufs Gas drück muss sich allerdings auch auf einen entsprechenden Verbrauch einstellen. Der vom Hersteller genannte Durchschnittsverbrauch von 6,8 Litern wird dann schnell überschritten und nähert sich der zweistelligen Grenze an. Die 6-Gang-Schaltung sorgt immerhin dafür, dass auch in den oberen Temporegionen die Beschleunigung erträglich bleibt. Das maximale Drehmoment wird mit 191 Nm bei 4.500 U/min angegeben.
Mazdas iStop-Technik
Damit der 3er auch in der Stadt etwas Kraftstoff sparen kann, setzt Mazda die neueste Start- und Stopptechnologie ein, die iStop heißt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es, an jeder Ampel auf das Auskuppeln zu achten. Doch mit der Zeit klappt das immer besser und das extrem leise Aus- und Anschalten des Motors sowie der Motorneustart in Sekundenbruchteilen machen die iStop-Technik zu keinem Hindernis.
Eine Überraschung hält der Mazda 3 übrigens am Ende parat. Unter der Heckklappe verbirgt sich ein durchaus beachtlicher Kofferraum. 430 Liter Volumen umfasst der Stauraum – genug Platz für zwei Koffer und Kleinkram.
Das Fazit zum Mazda 3: Ein Auto das großen Fahrspaß bringt, insbesondere auf mittleren und längeren Strecken und einem auch in schwierigen Situationen ein sicheres Gefühl gibt. Die Neuauflage des Bestseller ist gelungen, insbesondere auch vom Design her. Und der Platz im Auto mag für eine mehrköpfige Familie zwar an Grenzen stoßen, bietet aber in der Stufenheck-Variante durchaus Platz zum Verstauen und Wohlfühlen. Ein Manko aber bleibt der durchaus üppige Verbrauch. Denn der Blick auf die Tankrechnung kann einem auch schon mal den Spaß nach einer langen Fahrt versalzen.
Datenblatt | Mazda 3 2.0 l MZR DISI i-stop |
Abmessungen L / B / H | 4,58 / 1,75 / 1,47 m |
Leergewicht | 1255 kg |
Sitzplätze | 5 |
Ladevolumen | 430 l / k.A. |
Maximale Zuladung | 565 kg |
Motor | 4-Takt Ottomotor MZR 2.0 DISI mit Benzindirekteinspritzung und Start-Stopp-Automatik (i-stop), 4 Zylinder in einer Reihe, 1999 cm³ Hubraum |
Antrieb und Getriebe | Sechsgang, mechanisch |
max. Leistung | 151 PS (110 kW) bei 6200 U/min |
Kraftstoffart | Benzin |
Tankinhalt | 55 l |
Höchstgeschwindigkeit | 212 km/h |
max. Drehmoment | 191 Nm bei 4500 U/min |
Beschleunigung 0 - 100 km/h | 10,4 Sek. |
Verbrauch pro 100 Kilometer(Innerorts / Außerorts / Schnitt) | 9,3 / 5,4 / 6,8 l |
CO2-Emissionen | 159 g/km |
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette | EURO 5 / Grün |
Typklassen | 13 / 23 / 22 |
Grundpreis | 23.190 Euro |
Quelle: n-tv.de

