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Ist dem Allradprnzipg stets treu geblieben: Der Legacy von Subaru ist einer der Bestseller hierzulande. Freilich fristet er damit immer noch ein Nischendasein.
Ist dem Allradprnzipg stets treu geblieben: Der Legacy von Subaru ist einer der Bestseller hierzulande. Freilich fristet er damit immer noch ein Nischendasein.

Praxistest Subaru Legacy 2.5i: Geheimtipp für Allrad-Fans

von Axel F. Busse

Mit knapp 6500 neu zugelassenen Pkw zählt Subaru in Deutschland nicht gerade zu den Volks-Wagen. Doch seit drei Jahrzehnten ist die Marke hierzulande präsent, erneut belegte sie dieses Jahr bei der ADAC-Kundenzufriedenheitsumfrage den ersten Platz. Ein Praxistest mit dem Modell Legacy 2.5i Kombi.

Nicht überall auf der Welt fristet die Marke Subaru so ein bescheidenes Dasein wie in Deutschland. Magere 0,2 Prozent Marktanteil wurden auch von der Abwrackprämie nicht spürbar verbessert. In den USA sieht es dagegen ganz anders aus. Da spielt der Konzernspross von Fuji Heavy Industries in der gleichen Liga wie zum Beispiel Volkswagen und setzte in den Vereinigten Staaten vergangenes Jahr sogar mehr Autos ab als die Wolfsburger. Während inzwischen bei den Modellen Justy und Impreza von dem Alles-Allrad-Prinzip abgewichen wurde, gibt es den stattlichen Kombi Legacy weiterhin ausschließlich mit zwei angetrieben Achsen.

Neben dem eher rustikalen Forester, der rund die Hälfte der deutschen Absätze von Subaru ausmacht, war der Legacy lange das meistverkaufte Modell. Hierzulande geht etwa ein Fünftel der Neuzulassungen auf sein Konto. Für diesen Praxistest stand das Modell 2.5i zur Verfügung, ein Vierzylinder, dessen Brennräume in der für Subaru traditionellen Boxer-Form (180-Grad-Winkel) angeordnet sind. Vorteil dieser Bauweise, die sich beispielsweise auch Porsche zunutze macht: Der Motor ist flach und senkt damit den Fahrzeugschwerpunkt, was wiederum der Straßenlage zugute kommt.

In der aktuellen Karosserievariante verbirgt der Kombi seinen Exotenstatus besser als die Limousine, die auf dem deutschen Markt 18 Prozent der Legacy-Umsätze ausmacht. Die überwiegende Mehrheit wählt also Kombi. Prägend für die Frontpartie sind die modernen und lang bis in die Kotflügel gezogenen Scheinwerfergläser. Die Karosserie ist in Breite und Höhe gewachsen. Das Platzangebot braucht sich deshalb vor dem der oberen Mittelklasse deutscher Herkunft nicht zu verstecken. Der Kombi bietet für die Passagiere der Rückbank sogar noch etwas mehr Platz als die Limousine. Außerdem schluckt er mehr Ladung als bisher, nämlich 526 Liter, was einem Zuwachs von 67 Litern entspricht. Bei der Technik zum Umlegen der Rückenlehnen zeigt sich Subaru auf der Höhe der Zeit. Sie können mit einem Hebelzug ganz bequem und einfach flach gelegt und wieder aufgestellt werden. Hinter den Vordersitzen entsteht so ein Volumen von bis zu 1726 Litern.

Neue stufenlose Automatik

Der Motor kommt auf eine Nennleistung von 167 PS, was angesichts von etwas mehr als 1510Kilogramm Leergewicht des Kombis nicht gerade nach Übermotorisierung riecht. Umso erstaunlicher, dass sich diese 123 kW wie mindestens 150 anfühlen. Der Testwagen zeichnete sich durch ein überraschendes Temperament aus, was sich sowohl in spontaner Gasannahme und energischer Kraftentfaltung zeigte. Die aus dem vormaligen CVT-Automatikgetriebe weiter entwickelte so genannte Lineartronic harmonierte dabei gut mit dem Motor und erwarb sich so die Sympathie der Insassen.

Das übersichtliche Cockpit macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck.
Das übersichtliche Cockpit macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck.

Ähnlich dem von Subaru kreierten Boxer-Diesel stellt auch diese Schaltbox eine technische Besonderheit dar: Es ist das erste stufenlose Automatikgetriebe für Autos mit Längsmotor und Allradantrieb. Der gegenüber einer konventionellen Stufenautomatik bessere Wirkungsgrad aber auch die besonders lange Übersetzung von 0,56 manifestieren sich in einem geringeren Normverbrauch. Für Fahrer, denen der spürbare Gangwechsel unverzichtbarer Bestandteil der automobilen Fortbewegung ist, kann das Getriebe auch per Paddel am Lenkrad bedient werden. Dabei imitiert der stufenlose Automat bis zu sechs Schaltstufen.

Wird die Motorleistung nicht brachial eingefordert und maßvoll beschleunigt, hält das Getriebe die Drehzahlen angenehm niedrig, ist aber sensibel genug, um auf Kickdown-Befehle ohne "Denkpause" zu reagieren. Der bei der 150 PS starken Zweiliter-Version häufig kritisierte "Gummiband"-Effekt beim Gasgeben, der mit jaulend hohen Drehzahlen und zäher Beschleunigung nervt, ließ sich bei dieser Version nicht beobachten. Erfreulicher Effekt: Der relativ großvolumige Saugmotor verbraucht auch nicht mehr als ein aufgeladenes 1,8-Liter-Aggregat und begnügte sich im Praxistest mit durchschnittlich 8,1 Litern, die auch nach Europa-Norm ermittelt wurden. Das ist deshalb bemerkenswert, weil bekanntlich die Werte der meisten Pkw im Alltagsbetrieb erheblich über den nach EU-Testzyklus ermittelten Verbräuchen liegen. In moderatem Reisetempo auf der Autobahn kann man den Subaru Legacy 2.5i auch spürbar unter sieben Litern je 100 Kilometer bewegen.

Umfangreiche Ausstattung ab Werk

Die Lenkung ist hinreichend direkt und die Federung komfortabel abgestimmt, doch es ist nicht zu verleugnen, dass den Subaru-Konstrukteuren dabei der Geschmack des US-Publikums zur Leitlinie wurde. Ein bisschen mehr Straff- und Direktheit wäre wünschenswert, besonders, weil sich dann die Traktionsvorteile des permanenten Allradantriebs auf der Landstraße viel lustvoller auskosten ließen.

Die Erfolgsgeschichte japanischer Automobile auf dem Weltmarkt wurde maßgeblich von der Tatsache beeinflusst, dass die Hersteller zu überschaubaren Preisen viel Zusatzausstattung ab Werk boten. Zwar ist der Subaru Legacy mit einem Einstiegspreis von 40.200 Euro heute weit davon entfernt als Billigheimer gelten zu können, jedoch ist der Umfang der mitgelieferten Komfortmerkmale mehr als ansehnlich. Außer den 17-Zoll-Alufelgen gehören zum Beispiel Kopf-Airbags vorn und hinten zum Lieferumfang, desgleichen eine Wegfahrsperre und ein elektrisches Glasschiebedach sowie eine Audioanlage mit Bedienmöglichkeit am Lenkrad.

Die Sitze sind mit Leder gepolstert, der Arbeitsplatz des Fahrers ist nicht nur elektrisch verstell- und beheizbar, sondern auch mit einer Memoryfunktion ausgestattet. Die Klimaautomatik ist in zwei Zonen regelbar, der Regensensor erkennt, wie eilig der Scheibenwischer über die Windschutzscheibe huschen muss. Xenon-Scheinwerfer mit Reinigungsanlage sowie Nebelleuchten vorn vervollständigen das Angebot. Angesichts dieser Fülle an Komfortmerkmalen erscheint es unverständlich, dass ausgerechnet die Ultraschall-Parkhilfe für vorn und hinten mit knapp 560 Euro extra vergüten werden muss.

Fazit: Seit mehr als 20 Jahren ist das Modell Legacy auf dem deutschen Markt erhältlich. Zwar ist der Mittelklässler nie über den Status eines Geheimtipps hinaus gekommen, aber wer sich einmal für die Marke entschlossen hat, bleibt meistens dabei. Das Auto ist solide und komfortabel, bietet auch ohne High-End-Technik beim Motorbau zeitgemäße Wirtschaftlichkeit und erfreut die Kunden ganzjährig mit den Traktionsvorteilen des Allradantriebs. Freilich muss man bereit sein, so einen Legacy lange zu fahren, denn die Gebrauchtwagenpreise spiegeln den Wert nicht wieder, den echte Subaru-Fans ihm beimessen.

Datenblatt

Subaru Legacy 2.5i

Abmessungen LxBxH
4,78 x 1,78 x 1,54 Meter
Leergewicht
1.510 kg
Sitzplätze
5
Ladevolumen
459 - 1726 l
Maximale Zuladung
520 kg
Motor
2,5-Liter- Boxermotor
mit variabler Ventilsteuerung
Getriebe
stufenloses Automatikgetriebe
Leistung
167 PS (123 kW)
Kraftstoffart
Benzin
Antrieb
Allrad
Höchstgeschwindigkeit
205 km/h
max. Drehmoment
229 Nm bei 4000 U/Min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
 10,3 sek
Normverbrauch (Innerorts/Außerorts/Schnitt)
11,1/6,4/8,1 l
CO2-Emissionen
(Normverbrauch)
188 g/km
Grundpreis
Preis des Testwagens
40.200 Euro
41.800 Euro

 

Quelle: n-tv.de

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