Peugeots 207 Coupé-Cabriolet: Kleiner Löwe macht Sommerlaune
Lange haben wir gewartet auf unseren neuen Testwagen: den Peugeot 207 CC. Er sieht sehr gut aus, kommt spritzig daher und hat an Ausstattung einiges zu bieten. Doch bringt er auch in jeder Fahrlage den Spaß, den er verspricht?
Brillen raus, Tuch auf den Kopf und: Abfahrt! Okay, das ist schon ein bisschen klischeehaft. Und wenn man auch noch den Bass aufdreht - "Hamma" spielt das Radio - dann kann man schon ein wenig über sich selbst lächeln. Aber Spaß macht es, und das ist doch die Hauptsache. Wochenlang haben wir uns auf "unser" Cabrio gefreut. Diesmal Brandenburgs Alleen ausgesetzt: der Peugeot 207 CC.
Der Kleine ist ein Hingucker - ohne Frage. Auch wenn sich Peugeot in Zukunft von seinem katzenhaften Aussehen verabschieden will, dem 207er steht diese Optik ganz ausgezeichnet. Lange Schlitzaugen, ein breit aufgerissenes Maul mit einem fast schon jokerhaften Grinsen und einem Gitter-Frontgrill sowie chromeingefasste Nebelscheinwerfer, die aus dunklen Höhlen leuchten, verleihen ihm ein frech-aggressives Antlitz. Lang und flach zieht sich die Motorhaube nach hinten und geht fast bruchlos in die stark geneigte und weit nach hinten gezogene Frontscheibe über. Die schlanke Silhouette wird durch ein kräftiges und ausladendes Heck unterbrochen, was dem CC neben Eleganz auch einen sportlichen Touch verleiht - im geschlossenen wie im offenen Zustand.
Drücken oder ziehen?
In 25 Sekunden vollzieht sich die Wandlung vom Coupé zum Cabriolet. So richtig cool ist das nicht, wenn man auf dem Parkplatz ausharren muss, bis sich das vollautomatische Dach nicht ganz sanft im Kofferraum versenkt hat. Wünschenswert wäre, wenn es auch während langsamer Fahrt bedient werden könnte. Stattdessen muss man das Hupen an der Ampel ertragen, wenn die Rotphase nicht ausreicht, um das Dach zu schließen, während der Himmel seine Schleusen öffnet.
Auch der Bedienungsknopf für das Verdeck bereitet einige Probleme. Ob gedrückt oder gezogen werden muss, haben wir auch nach 14-tägiger Testphase nicht verinnerlicht, und die sonst so verlässliche weibliche Intuition verleitet immer zur falschen Richtung. Bis sich der Wagen mit einem Piepton beschwert, sind weitere fünf Sekunden vergangen. So können die 25+5 Sekunden bisweilen dann ganz schön lange dauern.
Doch das ist alles Pillepalle, wenn die Sonne scheint und man die Aussicht hat, oben ohne über die Landstraßen zu kurven. Der 207 CC macht Spaß. Schon beim Anfahren ist klar: Der Kleine ist sportlich ambitioniert. Das leichte Röhren des 4-Zylinder-Motors lässt den Puls kurz hochfahren und macht Lust auf eine flotte Ausfahrt, die dann auch erwartungsgemäß spritzig ausfällt. Der Wagen liegt gut auf der Straße und lässt sich auch in Kurven nicht aus der Ruhe bringen. Das Schalten geht flüssig, das Lenkrad spricht schnell an und die Scheibenbremsen hinterlassen einen vertrauenerweckenden Eindruck.
Über 1,69 Meter? Kopf einziehen!
Mitreisende können dem Fahrer also getrost den Fahrspaß überlassen und die Aussicht zur Seite und nach hinten genießen, die bei geöffnetem Verdeck ausgezeichnet ist. Was sich bei hellem Licht allerdings als störend erweist, sind die Spiegelungen des Armaturenbrettes in der Windschutzscheibe. Ihre starke Krümmung sorgt zwar dafür, dass kaum Luftverwirbelungen entstehen - ein Windschott kann optional montiert werden -, der Bewegungsspielraum für den Kopf ist jedoch eingeschränkt. Und wenn dann noch die Sonneblenden heruntergeklappt sind, wird’s eng für Kopf und Sichtfeld. Vor allem Großgewachsene könnten sich hier ihre Fahrfreude trüben lassen.
Und auch im Fond sollten sie besser nicht Platz nehmen. 2+2: Peugeots Angaben zur Anzahl der Sitzplätze läßt schon erahnen, dass es hinten eng wird. Und so ist es dann auch. Selbst kleine Menschen wie die werte Frau Mama versinken mit ihren Knien in der Lehne des Vordersitzes. 2-Menschen+2-Taschen-Sitzer wäre wohl die passendere Sitzplatzbezeichnung.
Der Kofferraum mit seinen 449 Litern bei geschlossenem und 187 Litern bei versenktem Dach lässt nicht viel Spielraum zu. Auch sonst gibt es außer den etwas unpraktisch geratenen Getränkehaltern nicht viele Verstaumöglichkeiten. Aber was soll's. Dann wird die 2-Liter-Wasserflasche eben zwischen die Beine geklemmt. Denn die haben auf den komfortablen und beheizbaren Sportsitzen mehr als genug Freiheiten. Nicht nur in die Länge auch in die Breite eröffnen sich bequeme Positionsmöglichkeiten, und es gibt genügend Luft an heißen Sommertagen. Und das Handschuhfach ist glücklicherweise klimatisiert, so dass die Schokolade bei 35 Grad im Schatten erst nach zehn Minuten zu schmelzen beginnt.
Grau dominiert den Innenraum
Im Innenraum versucht Peugeot den Spagat zwischen sportlichem Schick und Komfort. Leider prägen in unserer Ausstattungsvariante Platinum, einer von vier Versionen, dominante Grauflächen das Interieur, vor allem das Armaturenbrett. Die Einfassungen von Bordcomputer und Mittelkonsole und die mit Chrom umrandeten Anzeigeelemente harmonieren nicht ganz miteinander, die für Fahrer und Beifahrer getrennt regelbare 2-Zonen-Klimaautomatik kommt etwas altbacken daher. Einen bis ins Detail stimmigen Gesamtdesigneindruck vermittelt das Innere des CC leider nicht.
Dennoch legt Peugeot Wert auf Details wie Aluminiumpedale, 3-Speichen-Lederlenkrad und schwarze Ledersitze. Zudem sind die Materialien gut verarbeitet, was insgesamt einen Qualitätseindruck hinterlässt. Die Bedienelemente sind alle leicht einseh- und erreichbar, und die Möglichkeit der Steuerung zum Beispiel der Musikanlage über Hebel am Lenkrad versöhnt. Leider fehlte uns ein USB-Eingang, um ein externes Musikabspielgerät anzuschließen.
Mit seiner technischen Ausstattung kann der Platinum 207er, der in dieser Version ab 23.850 Euro zu haben ist, punkten: Neben einem Navigationssystem, für das allerdings noch 905 Euro extra berappt werden müssen, bietet er eine Einparkhilfe für hinten, ein automatisches Einschalten des Abblendlichtes, Kurvenlicht, elektrisch anklappbare Außenspiegel, die zudem noch beheizbar sind, und einen automatisch abblendenden Innenspiegel und Reifendrucksensoren serienmäßig. Ein Geschwindigkeitsbegrenzer kann optional für etwas mehr als 200 Euro geordert werden.
Gute Laune nach der Ausfahrt
In Sachen Sicherheit wartet der CC mit verchromten Überrollbügeln hinter den Fondsitzen auf, die bei einem Überschlag pyrotechnisch ausgefahren werden, sowie mit Front-, Seiten- und Lenksäulenairbags. Da fühlt man sich einigermaßen behütet, wenn es doch etwas schneller zur Sache geht, denn in 11,2 Sekunden ist man von 0 auf 100 km/h. Danach ist es allerdings vorbei mit dem Cabrio-Spaß, denn dann wird es langsam laut und zugig.
Wenn man nach einer fröhlichen Spritztour beschwingt aus dem Wagen steigt, sollte man besser aufpassen. Die langen und nicht gerade leichten Türen schwingen extrem weit auf - Unfallgefahr. Dennoch: Trotz kleinerer Schwächen wie dem fehlenden Bewegungsfreiraum im Kopfbereich oder dem Innendesign, das etwas frischer hätte daherkommen können, ist der 207 CC ein Wagen, der nicht nur optisch einiges hermacht. Die Ausstattung stellt zufrieden, man sitzt entspannt und bequem. Vor allem aber hat er eines: Charme.
Dafür sorgt die gelungene Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit - in Sachen Karossieriedesign ebenso wie unter der Motorhaube. Und so ist es kein Wunder, dass der Fahrspaß groß ist, und der kleine Löwe seine Reisenden in Hochstimmung versetzt. Was am Ende bleibt, ist die Erinnerung an einen schönen Sommerausflug - in einem vielseitigen und Auto, das auch ohne Tuch, Sonnenbrille und offenes Dach Freude bringt. Bestimmt.
Datenblatt | Peugeot 207 CC Platinum 120 VTi |
Abmessungen LxBxH | 4.04 / 1,75 / 1,4 m |
Leergewicht | 1417 kg |
Sitzplätze | 2+2 |
Ladevolumen | 449 l / 187 l |
Maximale Zuladung | 292 kg |
Motor | 4-Zylinder-Reihenmotor aus Aluminium mit eingegossenen Graugusslaufbuchsen, 1598 cm³ Hubraum |
Antrieb und Getriebe | Frontantrieb / 5-Gang-Schaltung |
max. Leistung | 120 PS (88 kW) bei 6000 U/Min |
Kraftstoffart | Super |
Tankinhalt | 50 l |
Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
max. Drehmoment | 160 Nm |
Beschleunigung 0 - 100 km/h | 11,2 sek |
Verbrauch pro 100 Kilometer(Innerorts/Außerorts/Schnitt) | 8,7 / 5,3 / 6,5 l |
CO2-Emissionen | 150 g/km |
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette | Euro 5 / Grün |
Typklassen | 14/18/19 |
Grundpreis |
|
Quelle: n-tv.de

