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Charmeur für Sonnenanbeter: Das Audi A5 Cabrio konnte sich trotz des offenen Dachs die gefälligen Konturen des Coupés bewahren.
Charmeur für Sonnenanbeter: Das Audi A5 Cabrio konnte sich trotz des offenen Dachs die gefälligen Konturen des Coupés bewahren.(Foto: Tilman Aretz)

Audi A5 Cabrio 2.0 TDI: Sparsamer Sommertraum

Markus Mechnich

Der A5 ist als Cabrio das erste Serienmodell mit Start-Stopp-Automatik. Ein Spaßauto als Sparmobil? Das hat schon verwundert. Wir haben ihn unter die Lupe genommen.

Bilderserie
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Bei Audi hat man das Mittelklasse-Cabrio hochgestuft. Wurde früher der A4 offen gefahren, so ist es in der neuen Modellgeneration der A5, der die Haube ablegen darf. Und schon der erste Blick auf das Auto versichert: Keine schlechte Wahl, die die Ingolstädter da getroffen haben. Der A5 ist schon als Coupé ein schönes Stück Automobil. Was nicht immer gelingt ist hier aber doch geglückt: Aus einer netten Limousine ein hübsches Cabrio zu machen. Das kann sich sehen lassen, das Audi A5 Cabrio. Dabei setzen die Ingolstädter konsequent auf die Stoffhaube, was so seine Vorteile mitbringt. Vor allem ein schöner Rücken, der nicht durch unförmige Ausbuchtungen für ein Stahlklappdach verformt werden muss. Dafür muss in Kauf genommen werden, dass die Farbgebung des Daches mehrheitlich auf Schwarz beschränkt ist.

Technisch ist das Dach auf der Höhe der Zeit. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer öffnet und schließt das Verdeck, was den Komfort erheblich erhöht. Und das geht schnell. In nur 15 Sekunden ist der Himmel zu sehen und es kann wieder aufs Gas getreten werden, beim Schließen dauert es zwei Sekunden länger. Im Falle eines Überschlags schützen aktive Überrollbügel die Insassen und ein Windschott hält die größten Verwirbelungen von den Passagieren fern. Empfehlenswert ist das Akkustikverdeck, das es gegen einen Aufpreis von 295 Euro gibt, und auch bei geschlossener Hochgeschwindigkeitsfahrt hervorragende Dienste tut.

Alcantara gegen Verbrennungen

Bei den hohen Temperaturen macht sich die Stoffkombination Leder und Alcantara besonders gut. Die Sitzflächen mit Alcantara heizen sich bei weitem nicht so auf wie das Leder, selbst wenn das Auto in der prallen Sonne steht. Der Brandschutz für den Hochsommer kostet 1.121 Euro Aufpreis. Aber auch sonst kann der A5 ins Sachen Optik und Haptik im Innenraum überzeugen. Alles sitzt am rechten Platz und ist in sich logisch aufgebaut. In die Bedienung des Multimediasystems finden sich auch Audi-Fremde recht schnell ein.

Im Kofferraum hat der Ingolstädter immer noch was zu bieten. 380 Liter bei geschlossenem und 320 Liter bei geöffnetem Verdeck.
Im Kofferraum hat der Ingolstädter immer noch was zu bieten. 380 Liter bei geschlossenem und 320 Liter bei geöffnetem Verdeck.(Foto: Tilman Aretz)

Die Bedienung des Tempomats über einen separaten Stock hinter dem Lenkrad ist eine vielleicht eine Sache zum Überdenken. Andere Hersteller lösen das mittlerweile über Schalter auf dem Lenkrad, die man auch sieht. Allerdings ist auch mit dem Hebel die Bedienung schnell erlernt und nach kurzer Zeit wird blind bedient. Am Ende wahrscheinlich eine Sache des Geschmacks.

Ohne Scheiben flotter

So weit die Optik, aber wichtig ist hinter dem Lenkrad. Also reingesprungen und losgefahren. Petrus hat es gut mit uns gemeint und uns passend zum Auto ein zauberhaftes Wetter geschenkt. Nachdem der Frühling dieses Jahr ausgefallen ist, gibt es direkt Temperaturen von mehr als 25 Grad. Ein zauberhaftes Wetter für das Audi A5 Cabrio. Schon auf den ersten Metern wird das Verdeck im Heck versenkt. Frische, warme Luft umströmt die Passagiere. Selbst ohne Windschott sind die Luftverwirbelungen überschaubar. Im Stadtverkehr braucht es das Schott nicht. Auf der Autobahn ist es aufgrund der Geräuschkulisse ohnehin ratsam die Seitenscheiben hochzufahren, auch wenn der A5 mit allen Scheiben unten noch eine Spur flotter aussieht.

Der kleinste Diesel bringt keinen Allradantrieb, bei Audi "quattro" genannt, mit. Dass das kein Manko ist, zeigt der A5 schon auf den ersten Metern. Das Fahrwerk ist sportlich straff und lässt kaum Zweifel an seiner Spurstabilität aufkommen. Zumal wir auf den ersten Metern im Stadtverkehr "cruisen", wie es auf Neudeutsch heißt. Die Lenkung reagiert direkt und gibt ein ordentliches Feedback. Zu der Standhaftigkeit des A5 Cabrio trägt auch die üppige Bereifung mit 245er Reifen auf 18-Zoll-Felgen bei. Die Leichtmetallräder gibt es für rund 1100 Euro zusätzlich, Serie sind 17-Zoll-Reifen mit 225er Pneus.

Überraschung auf der Autobahn

Und wo wir schon mal beim cruisen sind, steuern wir nicht direkt die Autobahn an. "Der Weg ist das Ziel", ist der Gedanke und die Landstraße ein idealer Raum für den freigeistigen Zwei-Liter-TDI. Denn der Diesel ist jetzt kein Beschleunigungsriese, in 9.3 Sekunden erreicht er die 100 Stundenkilometer. Das ist absolut ausreichend, aber nicht rennstreckenverdächtig. Dank der 350 Newtonmeter ist der Durchzug aber sehr ordentlich und zwischen 70 und 120 km/h macht der Ingostädter richtig Spaß. Ideal für das Lustwandeln auf sonnenbedeckten Hügeln.

Der Zwei-Liter-Diesel zeigt sich als anpsrechende Motorisierung für den offenen A5.
Der Zwei-Liter-Diesel zeigt sich als anpsrechende Motorisierung für den offenen A5.(Foto: Tilman Aretz)

Das manuelle Sechsgangetriebe lässt sich sauber und, dank eines kurzen Hebels, auch mit knappen Wegen durchschalten. Mittlerweile sind wir doch auf die Autobahn gewechselt, um etwas Strecke zurück zu legen. Und da bietet der 170-PS-Motor mit seiner Abgasturboladung und der Direkteinspritzung eine erstaunliche Leistung. Die Beschleunigung auf die 200 Stundenkilometer geht recht zügig vonstatten, aber auch darüber knickt der TDI noch nicht ein. Laut Tacho bringt er das 1655 Kilogramm schwere Auto auf eine Geschwindigkeit von 240 Stundenkilometer. Das ist doch deutlich mehr als die vom Hersteller angegebenen 222 km/h, selbst wenn man Ungenauigkeiten des Tachos ins Kalkül zieht. Eine beachtliche Leistung.

Wirtschaftliche Verbrauchswerte

Noch weitaus erfreulicher ist der Besuch an der Tankstelle nach gefahrenen 350 Kilometern. Der Mix aus Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn lag, recht paritätisch bei je einem Drittel. Die Rechnung ergibt einen Konsum von 6,7 Liter je 100 Kilometer. Das ist etwas mehr als die für den Schnitt angegebenen 5,5 Liter. Wird aber ins Kalkül gezogen, dass wir recht flott unterwegs waren und auf der Autobahn die Höchstgeschwindigkeit ausgetestet haben, dann ist das dennoch ein sehr ordentlicher Wert. Laut Bordcomputer flossen selbst bei Fahrten um die 200 Stundenkilometer nicht mehr als neun Liter durch die vier Zylinder des Selbstzünders. Da kann man nicht meckern.

Ein kritischer Punkt bei einem Cabrio ist stets der Nutzwert. Viele Offenfahrer sind durch diverse Kompromisse zu reinen Spaßmobilen degradiert. Das kann man über das Audi A5 Cabrio nicht sagen. Die 320 Liter bei geöffnetem Dach sind jetzt auch kein Glanzwert, aber es reicht für Gepäck von zweien, mit etwas Bescheidenheit auch von vieren. Zumal der Raum gut zugänglich und nicht verschachtelt ist. 380 Liter sind es bei geschlossenem Fahren und wenn die Rücklehnen im Fond umgeklappt werden können sogar 750 Liter daraus werden. Das ist schon in Ordnung. Die direkte Konkurrenz aus München bietet da weniger, die aus Stuttgart etwa gleich viel.

Preis ist Premium

Preislich ist das Auto auf jeden Fall ein Premiumprodukt. Mit dem 2.0 TDI bringt es das Audi A5 Cabrio auf einen Grundpreis von glatten 41.650 Euro. Die teuerste Sonderausstattung unseres Testwagens war das Multimediasystem MMI mit Navigation für 2193 Euro. Daneben schlagen noch die bereits erwähnten Sitzbezüge und die schönen 18-Zoll-Felgen preislich heftig ins Kontor. So lag der Testwagen, garniert mit diversen Kleinigkeiten, doch deutlich jenseits der Schallmauer von 50.000 Euro.

Vielleicht war es das schöne Wetter, aber wohl doch eher die überzeugenden Werte, die uns das Audi A5 Cabrio lieferte: Wir hatten eine Menge Freude an dem Offenen aus Ingolstadt. Die Motorisierung ist für eigentlich alle Lebenslagen absolut ausreichend, der Komfort hoch, die Verarbeitung sehr gut und der Nutzwert in Ordnung. Selbst eine Kleinfamilie wäre mit dem offenen A5 nicht unzufrieden und die Wirtschaftlichkeit des Autos im Betrieb ist vorbildlich. Abgesehen vom Anschaffungspreis, der doch recht üppig ist. Das ist am Ende auch das Einzige, was uns aus unserem Sommertraum herausholt. Und natürlich die Tatsache, dass wir ihn am Ende, schweren Herzens, wieder ziehen lassen müssen. Vielleicht gibt es ein Wiedersehen? Die WM hat uns ja gelehrt, dass sich Sommermärchen manchmal wiederholen. Vielleicht auch dieses.

 

Datenblatt

Audi A5 Cabrio 2.0 TDI

Abmessungen LxBxH
4.62 / 1,85 / 1,38 Meter
Leergewicht
1655 kg
Sitzplätze
4
Ladevolumen
normal/maximal
320 - 380* / 750 Liter
*bei geschlossenem Verdeck
Maximale Zuladung
500 kg
Motor
Diesel-Motor mit vier Zylindern in Reihe
2,0 Liter Hubraum
Antrieb und Getriebe
Frontantrieb,
6-Gang Schaltung
max. Leistung
170 PS (125 kW) bei 4200 U/Min
Kraftstoffart
Diesel
Tankinhalt
65 Liter
Höchstgeschwindigkeit
222 km/h
max. Drehmoment
350 Newtonmeter
zwischen 1750 und 2500  U/Min
Beschleunigung 0 - 100 km/h
9,3 Sekunden
Verbrauch pro 100 Kilometer(Innerorts/Außerorts/Schnitt)
 
6,7/4,7/5,5 Liter
CO2-Emissionen
154 Gramm pro Kilometer
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette
EURO 5 / Grün
Typklassen
Haftpflicht/Teilkasko/Vollkasko
15/21/24
Grundpreis
Testwagenpreis
41.650 Euro
55.600 Euro

Quelle: n-tv.de