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Alles Gute zum Geburtstag: Mit einem Sondermodell des Grand Vitara beschenkte sich Suzuki selbst.
Alles Gute zum Geburtstag: Mit einem Sondermodell des Grand Vitara beschenkte sich Suzuki selbst.(Foto: Markus Mechnich)

Suzuki Grand Vitara 3.2 : Was Starkes zum Geburtstag

Markus Mechnich

Seit mehr als 20 Jahren versucht sich der Grand Vitara am Spagat zwischen City-SUV und Geländefahrzeug. Und das ziemlich erfolgreich, denn der Japaner ist ein beliebter Weltenbummler, der auf jedem Kontinent zu finden ist. Wir sind das Sondermodell zum 20. Geburtstag gefahren.

Bilderserie

Die Marke Suzuki ist auf dem deutschen Markt eher bekannt für Kleinwagen. Die Umsatzträger hierzulande sind Autos wie der Swift und Kleinstwagen wie der Splash oder der Alto. Aber gerade die Geländefahrzeuge haben eine Tradition bei Suzuki. Man denke an den Klassiker, den Jimny, der seit Beginn der siebziger Jahre vornehmlich Reviere abseits der befestigten Straßen unsicher macht. In den achtziger Jahren war er als Modell SJ ein beliebter, weil günstiger und wirklich offroadtauglicher Geländegänger, eine bekannte Erscheinung auf unseren Straßen. Als Försters Liebling erblickte man ihn des öfteren beim Streunen durch die Wälder. Nicht unbedingt eine Schönheit, aber günstig und funktional.

Für die Fraktion Style brachte Suzuki dann 1988 den Vitara, der sich seit 1998 dann Grand Vitara nannte. Mit dem neuen Namen positionierte sich der schickere unter den Suzuki-Offroadern endgültig als Fünftürer. Aber er wollte eben auch die aufkommende SUV-Fraktion beglücken, die ein solches Auto weniger für den harten Einsatz abseits der Straßen benötigt, sondern vielmehr die Familie mit einem gesteigerten Platzbedarf und der Freude an der erhöhten Sitzposition im Auge hat. Diesen Ansprüchen genügt der Grand Vitara schon in der zweiten Generation mehr als ausreichend und bringt daneben immer noch beachtliche Geländefähigkeiten mit.

Reichlich Leistung zum Feste

Zum 20. Geburtstag des Autos hat Suzuki jetzt ein Sondermodell aufgelegt, das sich vor allem durch eine üppige Motorisierung auszeichnet. Ein 3,2 Liter großer V6-Motor werkelt da unter der Haube und verschafft dem Grand Vitara eine ungeahnte Agiliät auf und neben der Straße. Wir hatten das Vergnügen eines der lediglich 750 Autos fahren, die es für deutschen Markt gibt. Satte 232 PS bietet das Aggregat, was nicht selten zu einem Staunen führt, wie der Japaner da so nach vorne prescht. Sensibilität im rechten Fuß ist angesagt, sonst macht er ein Satz, mit dem so erst mal nicht zu rechnen ist. Hat man sich aber daran gewöhnt, dann macht das Auto richtig Freude. So viel Dynamik hat ein Grand Vitara wohl noch nie vermittelt.

Der Auftritt hebt sich etwas vom Offroadcharme ab. Auch wenn der dicke Ersatzreifen immer noch für Gelände steht.
Der Auftritt hebt sich etwas vom Offroadcharme ab. Auch wenn der dicke Ersatzreifen immer noch für Gelände steht.(Foto: Markus Mechnich)

Dass der Suzuki nichts von seinen Geländefähigkeiten eingebüßt hat, zeigen nach dem Einsteigen schon zwei Schalter in der Mittelkonsole. Mit dem ersten lässt sich der Allradantrieb zuschalten und zwischen großer und kleiner Geländeübersetzung wählen. Der andere schaltet das ESP aus und bei Bedarf den Bergab- und Bergauffahr-Assistenten ein. Den gibt es übrigens exklusiv zum Geburtstagsmodell. Dazu gibt es eine Differentialsperre und ein Viergang-Automatikgetriebe. Durch diese Hilfsmittel gibt es nur wenige echte Hindernisse für den Grand Vitara abseits der befestigten Straßen. Zumal er in Sachen Bodenfreiheit nicht zu den Pseudo-Offroadern zählt. Auch der Radstand ist geeignet seine Wege auch im Gelände zu finden.

Reichlich Ausstattung

Dennoch zeigt sich der Grand Vitara weitaus komfortabler als sein bodenständigerer Kollege namens Jimny. Leder umspannt die Sitze, ein großes Display mit Touchscreen-Funktion weist den Weg, steuert die Multimedia-Unterhaltung und lässt die Kommunikation zwischen Bluetooth-Telefon und Auto zu. Vier leistungsstarke Lautsprecher übertragen die Klänge des Gerätes mit 30 Gigabyte Festplattenkapazität in den Innenraum. Nein, Suzuki lässt es beim Geburtstagsmodell an nichts fehlen. Schließlich will man mit dem Jubiläumsmodell auch zeigen, was beim Grand Vitara alles möglich ist, wenn die Liste der Sonderausstattungen ausgereizt wird.

Die 20-Jahre-Edition kann mit reichlich Ausstattung glänzen.
Die 20-Jahre-Edition kann mit reichlich Ausstattung glänzen.(Foto: Markus Mechnich)

Das Fahrwerk des Grand Vitara besteht vorne aus einer Aufhängung mit Dreiecksquerlenkern und McPherson-Federbeinen und hinten aus einer Mehrlenkerachse mit Einzelradaufhängung. Das Fahrwerk ist, dem Offroadanspruch entsprechend, relativ weich, vermittelt aber ausreichend Reserven. Schnelle Kurvenfahrten sind dennoch nicht unbedingt die Domäne des Grand Vitara. Souverän schlägt er sich hingegen auf der Autobahn, wo sich das Auto mit einer erfreulichen Leichtigkeit steuern und durch den starken Motor auch dynamisch bewegen lässt. Bei 200 Stundenkilometer endet der Vortrieb, was aber auch eine gute Idee ist. Der Motor signalisiert: Es ginge noch schneller, aber besser nicht.

Geteilte Freude

So viel Kraft hat ihren Preis. Und der wird an der Tankstelle fällig. Unter zwölf Litern ist der Grand Vitara mit dem V6-Motor kaum zu bewegen. Wer aufs Gas tritt, der kommt auch locker in höhere Regionen. Der angegebene Verbrauch von 10,6 Litern ist eher theoretischer Natur. Mit dem 55-Liter-Tank lässt sich so schnell Freundschaft mit dem Tankwart schließen, denn nach etwas mehr als 400 Kilometern sieht man sich in der Regel wieder. Wie im richtigen Leben: Bei all der Freude ist ein Geburtstag eben auch nicht ganz billig.

Mit dem starken 232-PS-Motor ist der Grand Vitara ein Wildfang. Schwer zu zähmen, bereitet aber dennoch Freude.
Mit dem starken 232-PS-Motor ist der Grand Vitara ein Wildfang. Schwer zu zähmen, bereitet aber dennoch Freude.(Foto: Markus Mechnich)

Dennoch konnten wir die Freude Suzukis am 20-Jährigen gut nachvollziehen. Die 20-Jahre-Edition ist eben was Besonderes. Vielleicht nichts für jeden Tag, aber immer ein Grund zum Feiern. Der Fahrspaß, den das Auto bringt, ist schon recht üppig. Auch wenn er an der Tankstelle bezahlt werden will. Glücklich die stolzen Besitzer des Jubiläumsmodells, das übrigens natürlich ausverkauft ist. Für die Anderen sind der 1,9-Liter-Diesel mit seinen 129 PS oder der ebenfalls starke 2,4-Liter-Benziner mit 166 PS sicher ebenso eine gute Wahl.

Der Preis von 36.000 Euro ist zwar nicht ohne. Aber bei dem Ausstattungsniveau durchaus berechtigt. Neben den genannten Annehmlichkeiten finden sich unter anderem noch ein Glashub- und schiebedach, Tempomat, Xenonlicht und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen auf der Ausstattungsliste. So feiert man Geburtstag: Tassen hoch und alles auf den Tisch.

 

Datenblatt

Suzuki Grand Vitara 3.2 V6

Abmessungen LxBxH
3,87* / 1,81 / 1,69 Meter
*ohne Koffer
Sitzplätze
4
Ladevolumen
normal/maximal
184 / 1386 Liter
Motor
Otto-Motor mit sechs Zylindern in V-Form
3,2 Liter Hubraum
Antrieb und Getriebe
Front- oder Allradantrieb,
4-Gang Automatik
max. Leistung
232 PS (125 kW) bei 4200 U/Min
Kraftstoffart
Benzin
Tankinhalt
55 Liter
Normverbrauch
10,6 LIter
Höchstgeschwindigkeit
200 km/h
max. Drehmoment
350 Newtonmeter
zwischen 1750 und 2500  U/Min
Schadstoffklasse / Feinstaubplakette
EURO 4 / Grün
Grundpreis
36.000 Euro

Quelle: n-tv.de

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