Für kurze Zeit sah es so aus, als würde Simbabwes greiser Herrscher, Robert Mugabe, das Handtuch werfen.Bild 1 von 96 Doch der politische Überlebenskünstler und Langzeitpräsident ...Bild 2 von 96 ... will noch nicht von der Macht in Simbabwe lassen.Bild 3 von 96 Der 84-Jährige zieht noch einmal ins Gefecht.Bild 4 von 96 Seinen Gefolgsleuten scheint es zu gelingen, mit ihrem Auszähl-Marathon Stichwahlen durchzusetzen.Bild 5 von 96 Die Oppositionspartei um Morgan Tsvangirai widersetzt sich jedoch.Bild 6 von 96 Die "Bewegung für demokratischen Wandel" (MDC) pocht auf ihren Wahlsieg und weigert sich, das verspätet bekanntgegebene Wahlergebnis anzuerkennen.Bild 7 von 96 Die Opposition ist nach eigenen Berechnungen überzeugt, dass Tsvangirai die Präsidentenwahl am 29. März mit 50,3 Prozent der Stimmen klar für sich entschieden hat.Bild 8 von 96 Die offiziellen Wahlergebnisse ließen allzu lange auf sich warten.Bild 9 von 96 In den Wochen der Ungewissheit nach dem 29. März ...Bild 10 von 96 ... heizt sich die Stimmung im Land zunehmend auf.Bild 11 von 96 Die Lage eskaliert auf beiden Seiten. Viele werden verletzt, ...Bild 12 von 96 ... nicht alle haben wie diese Männer das Glück, die Ausschreitungen zu überleben.Bild 13 von 96 Mugabes Sicherheitskräfte greifen ein, verhaften Oppositionsmitglieder sowie Aufständische und stürmen das Parteiquartier der MDC.Bild 14 von 96 Schreckliche Bilder von Misshandelten dringen an die Öffentlichkeit.Bild 15 von 96 Doch in den Nachbarländern, wo viele simbabwische Staatsbürger im Exil leben und von den Wahlen ausgeschlossen waren, ...Bild 16 von 96 ... schweigen Politiker allzu lange zu den Geschehnissen in Simbabwe.Bild 17 von 96 Eine Waffen- und Munitionslieferung aus China an Simbabwe kann nicht entladen werden, weil südafrikanische Hafenarbeiter sich solidarisieren und weigern, die Ware anzunhemen. Das Schiff kehrt schließlich um.Bild 18 von 96 Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki reagiert schließlich auf den öffentlichen Druck und mahnt die Regierung Simbabwes, ...Bild 19 von 96 ... die Stimmzettel zügig auszuzählen und die Wahlergebnisse bekanntzugeben.Bild 20 von 96 Sehr spät kündigte Mbeki an, eine Delegation nach Simbabwe zu schicken, um Berichte über die Gewaltexzesse gegen die Bevölkerung zu prüfen.Bild 21 von 96 MDC-Kandidat Tsvangirai kämpft auch nach den gewonnen geglaubten Wahlen weiter für seinen Sieg, ...Bild 22 von 96 ... im Ausland, wie beispielsweise in Großbritannien, ...Bild 23 von 96 ... und in den Medien, zum Beispiel im südafrikanischen Fernsehen.Bild 24 von 96 Erst am 2. Mai, mehr als einen Monat nach der Wahl, gibt Lovemore Sekeramai, der Leiter der Wahlkommission, das amtliche Wahlergebnis bekannt:Bild 25 von 96 Mit einem offiziellen Ergebnis von 47,9 Prozent der Stimmen erreicht Herausforderer Tsvangirai nicht die geforderte absolute Mehrheit, um Simbabwe regieren zu dürfen.Bild 26 von 96 Dem amtierenden Präsidenten bescheinigt die Wahlkommission eine knappe Niederlage.Bild 27 von 96 Laut dem umstrittenen amtlichen Ergebnis haben 43,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Simbabwe für Mugabe gestimmt.Bild 28 von 96 Die Oppositionspartei wirft der Regierung vor, sie habe die Wahlergebnisse manipuliert ...Bild 29 von 96 ... und der "Bewegung für demokratischen Wandel" so die absolute Mehrheit gestohlen.Bild 30 von 96 Schon seit Jahren läuft landesweit eine Einschüchterungskampagne gegen Oppositionelle. Regierungsnahe Milizen und die Polizei beantworten politischen Protest mit Folter, Vergewaltigung oder Mord.Bild 31 von 96 Unter dem harmlosen Namen "Mavothera Papi", übersetzt "Wen hast du gewählt", lässt Mugabe alle terrorisieren, ...Bild 32 von 96 ... die sich gegen den Diktator stellen.Bild 33 von 96 Schon lange vor den Wahlen versucht der Präsident mehrfach, seinen populären Gegner Tsvangirai aus dem Weg zu räumen: Dem Oppositionsführer wird Hochverrat vorgeworfen, worauf in Simbabwe die Todesstrafe steht.Bild 34 von 96 Morgan Tsvangirai wird einige Male verhaftet und kommt nach teilweise schwerster Misshandlung verletzt wieder frei - und kandidiert.Bild 35 von 96 Mugabes Regime werden auch Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung freier, demokratischer Wahlen vorgehalten.Bild 36 von 96 Wer aus Simbabwe geflüchtet ist, um nicht zu verhungern oder ...Bild 37 von 96 ... vor Verfolgung über die gut gesicherte Grenze nach Südafrika oder andere Nachbarländer geflohen ist, ...Bild 38 von 96 ... bleibt von der politischen Mitbestimmung in Simbabwe ausgeschlossen. Denn Wahlen werden im Exil nicht abgehalten und die Rückkehr ist zu gefährlich.Bild 39 von 96 Mugabe wird außerdem beschuldigt, das Wahlprozedere in den Städten bewusst erschwert zu haben: Aufgrund eines Mangels an Wahllokalen müssen sich die Menschen auf lange Schlangen einstellen.Bild 40 von 96 Der Landbevölkerung habe man dagegen mit dicht gestreuten Wahllokalen die Abstimmung leicht gemacht. Hier findet er noch Unterstützung.Bild 41 von 96 In den Städten sind dagegen seine Gegner in der Überzahl.Bild 42 von 96 Dabei musste sich Robert Mugabe früher einmal nicht um Anhänger sorgen. Einst galt er als die Hoffnung des Landes.Bild 43 von 96 Heute jubeln ihm weit weniger Menschen zu.Bild 44 von 96 In 28 Jahren an der Macht hat der Staatschef das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung verspielt und seinem internationalen Ansehen massiv geschadet.Bild 45 von 96 Aus dem Unabhängigkeitshelden und einem Vertreter der Interessen des südlichen Afrikas wurde ...Bild 46 von 96 ... ein für seinen Starrsinn und autokratischen Führungsstil kritisierter Alleinherrscher.Bild 47 von 96 Heute lässt er Oppositionelle rücksichtslos zum Schweigen bringen, die Bevölkerung verarmt. Dabei hatte seine politische Karriere so vielversprechend angefangen.Bild 48 von 96 Robert Mugabe wird 1924 nordwestlich des heutigen Harare geboren und katholisch erzogen. Nach der Schule studiert er an mehreren Universitäten in verschiedenen afrikanischen Ländern sowie im schottischen Edinburgh.Bild 49 von 96 In Ghana, an der Universität in Accra, lernt er Ende der 50er Jahre seine Ehefrau Sally Hayfron kennen.Bild 50 von 96 Jahrzehnte kämpft Mugabe in nationaldemokratischen Vereinigungen und im Guerillakrieg gegen die britische Kolonialherrschaft. Zehn Jahre lang ist er inhaftiert. Im Gefängnis studiert er und erlangt mehrere akademische Abschlüsse.Bild 51 von 96 Nach einer weißer Kolonialherrschaft und einer von Kämpfen geprägten Übergangszeit erreicht die Guerillabewegung um Mugabe und seinen Mitstreiter Joshua Nkomo ihr Ziel: Am 18. April 1980 wird Simbabwe unabhängig.Bild 52 von 96 Die ersten Parlamentswahlen entscheidet Mugabes Volkspartei mit einem sozialistisch geprägten Programm für sich.Bild 53 von 96 Mugabe, der frühere Lehrer und Kämpfer, wird der erste Premierminister des Landes und kündigt an, gemeinsam mit den Weißen Simbabwe zu entwickeln und die Lebensqualität zu verbessern: "Lassen wir die Vergangenheit ruhen!"Bild 54 von 96 Heute sorgt er mit einer gegensätzlichen Politik international für Aufsehen, indem er versucht, bei der schwarzen Bevölkerung mit der Enteignung weißer Farmer zu punkten - ...Bild 55 von 96 ... notfalls mit Gewalt.Bild 56 von 96 "Simbabwe steht nicht zum Verkauf und wird nie wieder eine Kolonie sein", so der 84-Jährige erst kürzlich.Bild 57 von 96 Mugabes Sinneswandel lässt sich ziemlich genau auf den Februar 2000 datieren.Bild 58 von 96 Damals lehnte die Bevölkerung in einem Referendum eine neue Verfassung ab, mit der Herrscher seine Machtstellung zementieren wollte.Bild 59 von 96 Oppositionelle, weiße Farmer, Gewerkschaftsvertreter, Richter, Journalisten und der gesamte Westen - ...Bild 60 von 96 ... sie alle sind heute in Mugabes Augen "verräterisch und käuflich".Bild 61 von 96 Ganz anders in den 80er Jahren: Damals leitet er zunächst eine vorbildliche Wirtschaftsentwicklung, Gesundheits- und Bildungsreformen ein.Bild 62 von 96 International wird der neue Regierungschef als positiv wahrgenommen. Gerade in die UNO aufgenommen, ist Simbabwe durch Premierminister Mugabe bei der Generalversammlung im August 1980 vertreten.Bild 63 von 96 Nach sieben Jahren als Premierminister wird Mugabe 1987 Präsident. Erstmals werden exekutive Vollmachten auf das Amt übertragen.Bild 64 von 96 Selbst seine Gegner zollen dem Staatschef Anerkennung für seine Reformen. Bald gelten Simbabwes Gesundheitswesen ...Bild 65 von 96 ... und Schulsystem als beispielhaft auf dem Kontinent.Bild 66 von 96 Die Wirtschaft macht er für ausländische Investoren attraktiv.Bild 67 von 96 Die Lebenserwartung der Simbabwer steigt von 56 auf 64 Jahre.Bild 68 von 96 Analphabetenquote und Säuglingssterblichkeit sinken enorm.Bild 69 von 96 Doch davon ist heute kaum etwas geblieben. Es gelang der Regierung nicht, das Land wirtschaftlich zu stabilisieren.Bild 70 von 96 Die Inflationsrate schoss auf 165.000 Prozent.Bild 71 von 96 Das ist die höchste Inflationsrate weltweit. Viele Simbabwer sind zur Tauschwirtschaft zurückgekehrt.Bild 72 von 96 Grundnahrungsmittel wie Brot, Öl und Salz sind in den Geschäften unauffindbar.Bild 73 von 96 Die landwirtschaftliche Produktion Simbabwes leidet unter den Umverteilungsmaßnahmen einer missglückten Anti-Apartheidspolitik.Bild 74 von 96 Fast ein Drittel der knapp 13 Millionen Einwohner Simbabwes sind auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen.Bild 75 von 96 Einst galt Simbabwe als Afrikas Kornkammer, doch in den vergangenen Jahren trieb verfehlte Politik das Land in den Ruin.Bild 76 von 96 Die Lebenserwartung sank auf 36 Jahre.Bild 77 von 96 Schuld daran ist ganz maßgeblich die extrem hohe HIV-Infektionsrate im Land.Bild 78 von 96 Noch ein weiteres "afrikanisches Problem" unterläuft jeden Fortschritt: Simbabwe ächzt unter einer zügellosen Korruption.Bild 79 von 96 Vier von fünf Simbabwern sind arbeitslos. Täglich wartet ein Heer von Tagelöhnern vor den Fabriktoren der Hauptstadt Harare in der Hoffnung auf ihr tägliches Brot.Bild 80 von 96 Die wichtigsten Exportwaren des Landes sind Tabak, ...Bild 81 von 96 ... Baumwolle und Zuckerrohr. Sie werden aber in immer geringerem Maße erzeugt.Bild 82 von 96 Die Wirtschaft des Landes ist zwischen 1998 und 2004 real um 40 Prozent geschrumpft.Bild 83 von 96 International steht Simbabwe isoliert da, und Mugabe unterdrückt die Oppositionsbewegung MDC im Inneren durch brutale Polizeigewalt.Bild 84 von 96 Doch seine Gegner lassen sich nicht mehr zum Verstummen bringen.Bild 85 von 96 Er hätte sein Amt würdevoll an einen Nachfolger übergeben können.Bild 86 von 96 Wiederholt hat Mugabe angekündigt, er werde im Jahr 2008 abtreten.Bild 87 von 96 Anfang 2008 tat er jedoch kund, er wolle lieber doch noch im Amt verweilen.Bild 88 von 96 "Er hat sich seine eigene ideale Welt geschaffen", erklärt Heidi Holland, die Autorin einer Mugabe-Biografie. (Im Bild Mugabes zweite Ehefrau Grace.)Bild 89 von 96 "Sein Bedürfnis nach Rache ist der Grund für sein zerstörerisches Verhalten."Bild 90 von 96 Holland hält den Diktator für unfähig, seine Abwahl zu akzeptieren und Kritik zu ertragen.Bild 91 von 96 Er kann nicht loslassen.Bild 92 von 96 Das Volk setzt er ...Bild 93 von 96 ... einer Zerreißprobe aus.Bild 94 von 96 Am 29. März haben die Menschen schon bei Sonnenaufgang vor den Wahllokalen Schlange gestanden.Bild 95 von 96 Sie kämpfen bis heute um ihre Zukunft. (Alle Bilder AP und dpa)Bild 96 von 96