Die Bilder gehen um die Welt: Im Dezember 1987 beginnt die erste Intifada. Geprägt ist sie von jugendlichen Palästinensern, die Steine auf Israelis werfen. (Bild: Nablus 1988.)Bild 1 von 42 "Intifada" bedeutet "abschütteln" - die Palästinenser wehren sich gegen die israelische Besatzung.Bild 2 von 42 Der "Krieg der Steine" wird zu einer Lawine. Im Gaza-Streifen und im Westjordanland entsteht eine permanente Revolte, die erst 1994 beendet wird.Bild 3 von 42 Für die Palästinenser ist es ein Kampf um ihre politische Zukunft. Denn seit der Niederlage Ägyptens, Syriens und Jordaniens 1967 im Sechs-Tage-Krieg gegen Israel ...Bild 4 von 42 ... ist das arabische Ziel, den Staat Israel militärisch zu vernichten, in weite Ferne gerückt. Die Palästinenser können sich nicht mehr auf die Hilfe der arabischen Staaten verlassen.Bild 5 von 42 Statt dessen stehen nun die ägyptische Sinaihalbinsel, der Gaza-Streifen, die syrischen Golan-Höhen und das Westjordanland mit Ost-Jerusalem unter israelischer Besatzung.Bild 6 von 42 Die Palästinenser fühlen sich als Gefangene im eigenen Land. Nach dem Einmarsch der israelischen Armee, wie hier in Gaza Stadt, befürchten sie Repressionen.Bild 7 von 42 Die Flüchtlingslager sind überfüllt. Der schnell wachsenden Bevölkerung fehlt es an Wohnraum und an Land zum Ackerbau. (Das Shati-Lager in Gaza 1975.)Bild 8 von 42 Das trifft vor allem die Kinder und Jugendlichen. Sie wachsen in den Lagern auf - umgeben von Soldaten. (Das Lager Jebaliya 1971.)Bild 9 von 42 Arbeit ist knapp. Trotz Bildungseinrichtungen steigt die Arbeitslosigkeit stark an.Bild 10 von 42 Es herrschen, zum Beispiel wegen fehlender Kanalisationen, teils katastrophale sanitäre Zustände. (Das UN-"Beach Camp" in Gaza 1973.)Bild 11 von 42 Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) unter der neuen Führung von Jassir Arafat nutzt das Elend der Flüchtlinge für ihre radikale Politik.Bild 12 von 42 Die militärische Organisation bekämpft Israel - bis zur Vernichtung.Bild 13 von 42 In den 1970er Jahren ist der Libanon zum Hauptstützpunkt der PLO. Der Norden Israels wird zum Ziel von Raketen.Bild 14 von 42 Erst als Israel 1982 in den Libanon einmarschiert, flieht die PLO-Führung. Arafat findet in Tunis Unterschlupf, die Kämpfer in arabischen Ländern.Bild 15 von 42 Doch dort finden sie kaum Gehör. Denn der Krieg zwischen Iran und Irak, der 1980 begonnen hatte, hält den Nahen Osten in Atem. (Irakische Soldaten zerreißen 1980 eine iranische Fahne.)Bild 16 von 42 Auch die finanzielle Unterstützung für die Palästinenser versiegt. Die arabische Welt leidet unter dem Verfall der Ölpreise.Bild 17 von 42 Die Lage in den palästinensischen Flüchtlingslagern wird von der internationalen Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen. Doch wo starke Fürsprecher fehlen ...Bild 18 von 42 ... entsteht der Nährboden für eine Radikalisierung. Islamistische Gruppen wie "Islamischer Dschihad" und "Hamas" entstehen. Ihr religiöser Fundamentalismus bringt eine neue Qualität in den Kampf gegen Israel. ("Hamas"-Gründer Scheich Ahmad Yasin 1992.)Bild 19 von 42 Die Intifada ist Teil dieser Radikalisierung. (Szene in Beit Sahur 1988.)Bild 20 von 42 Es fehlt nur noch ein Funke. Dieser entzündet sich bei einem Autounfall. Ein israelischer Militärlastwagen stößt am 8. Dezember mit zwei palästinensischen Taxis zusammen. Vier Palästinenser sterben.Bild 21 von 42 Auf palästinensischer Seite vermutet man einen Racheakt für einen zuvor im Gazastreifen getöteten Israeli.Bild 22 von 42 Auf die Beerdigung der getöteten Palästinenser folgen im Flüchtlingslager Jebaliya Massendemonstrationen und Ausschreitungen.Bild 23 von 42 Der Aufstand breitet sich schnell in anderen Flüchtlingslagern und Städten des Gaza-Streifens und des Westjordanlandes aus.Bild 24 von 42 Die folgenden Tage und Wochen sind von gewaltsamen Ausschreitungen bestimmt.Bild 25 von 42 Da andere Waffen fehlen, kämpfen die Palästinenser vor allem mit Steinen. Getroffen werden israelische Soldaten und Grenzposten.Bild 26 von 42 Molotov-Cocktails, Handgranaten und Handfeuerwaffen sind seltener im Einsatz.Bild 27 von 42 Auch andere Proteste treffen Israel. Manche Palästinenser leisten zivilen Ungehorsam, der Boykott israelischer Produkte schadet der Wirtschaft, Barrikaden behindern die Soldaten.Bild 28 von 42 Die israelische Armee kann diese Formen der Gewalt nur schwer unter Kontrolle bringen.Bild 29 von 42 Sie verhängt Ausgangssperren, wie hier im Balata Flüchtlingslager, ...Bild 30 von 42 ... versucht, Straßenblockaden zu durchbrechen, ...Bild 31 von 42 ... setzt Tränengas ein (hier auf dem Tempelberg) ?Bild 32 von 42 ... und verhaftet ...Bild 33 von 42 ... meist junge Palästinenser.Bild 34 von 42 Der damalige israelische Verteidigungsminister Jitzhak Rabin fordert ein hartes Vorgehen gegen die Demonstranten.Bild 35 von 42 Zu den Opfern der Proteste zählen aber auch Palästinenser, die von den eigenen Leuten getötet werden. Etwa 1000 Menschen sterben als vermeintliche Kollaborateure.Bild 36 von 42 Die PLO gerät, vom Ausbruch der Gewalt überrascht, in Zugzwang. Der Politiker Arafat tritt auf: Durch die Intifada angeschoben, ruft er 1988 einen palästinensischen Staat im Exil aus und erkennt das Existenzrecht Israels indirekt an.Bild 37 von 42 Jetzt wird die Gewalt von diplomatischen Bestrebungen begleitet. Auf der Friedenskonferenz von Madrid 1991 und danach kommt es zu Gesprächen zwischen palästinensischen und israelischen Vertretern.Bild 38 von 42 Geheime Verhandlungen in Norwegen führen 1993 zu einem israelisch-palästinensischen Prinzipienabkommen, den "Osloer Verträgen". (Bei der Unterzeichnung des Abkommens 1994 in Washington (v.l.n.r.): Israels Premier Rabin, US-Präsident Clinton, PLO-Chef Arafat.)Bild 39 von 42 Das Gaza-Jericho Abkommen von 1994 präzisiert den Vertrag. Die Palästinenser feiern die Unterzeichnung als ersten Schritt zur Autonomie.Bild 40 von 42 Der Osloer Friedensprozess beendet auch die erste Intifada. (Ein israelischer Soldat und ein arabischer Junge 1988.)Bild 41 von 42 Bei den Auseinandersetzungen zwischen 1987 und 1994 werden über 1000 Palästinenser und über 150 Israelis getötet. (Text: Markus Lippold, Bilder: AP, dpa)Bild 42 von 42