Ein Roadster ist schon ein ganz besonderes Automobil, und die Menschen, die ein solches Cabrio fahren, haben ihre ganz eigenen Sehnsüchte. Die Weite der Landschaft, lange Straßen, Berge, die es zu erklimmen gilt - das sind die Strecken, von denen Roadsterfahrer träumen.Bild 1 von 66 | Foto: Markus MechnichSeit 75 Jahren baut BMW Fahrzeuge, mit denen sich solche Träume verwirklichen lassen. Wir schauen zurück auf die Roadster von BMW.Bild 2 von 66 Alles begann mit dem BMW 315/I. Er feierte seine Weltpremiere auf der IAA 1934. Die fand damals noch in Berlin statt. Zusammen mit der Limousine des 315 wurde das Auto der Öffentlichkeit präsentiert.Bild 3 von 66 Um möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten, waren die Hinterräder voll verkleidet. Der Motor für Limousine und Roadster stammte aus dem BMW 303 und war ein 1,2-Liter-Aggregat. Es brachte als Sechszylinder in der offenen Version 40 PS an Leistung.Bild 4 von 66 Hinter einer langgestreckten Motorhaube waren zwei Sitze montiert. Ein Muss für echte Roadster.Bild 5 von 66 Eine flache, recht schräg stehende Windschutzscheibe hält den Wind ab, zumindest teilweise. Roadsterfahrer dürfen da nicht allzu zimperlich sein.Bild 6 von 66 Die Konstruktion des BMW 315/1 besteht aus einem Stahlrohr-Rahmen. Die Vorderradaufhängung besteht aus einer Querfeder in der Mitte des Fahrzeugs und hydraulischen Stoßdämpfern an den beiden Radaufhängungen. Für die damalige Zeit ein sehr modernes Prinzip.Bild 7 von 66 Ausgesprochen ungewöhnlich war der unregelmäßige Abstand zwischen den Zylindern des Motors. Dazwischen waren Lager für die untenliegende Nockenwelle montiert.Bild 8 von 66 Der Sechszylinder-Motor galt für die damalige Zeit als sehr verbrauchsarm. Er ließ sich mit 10 bis 12 Litern Benzingemisch und 0,1 bis 0,2 Kilogramm Öl betreiben.Bild 9 von 66 Das und die 40 PS machten den 315/1 für den Rennsport interessant. 120 Kilometer pro Stunde schaffte der BMW als Spitzengeschwindigkeit.Bild 10 von 66 Ab 1934 nahm das Auto an zahlreichen, prestigeträchtigen Rennen teil und errang einige wichtige Erfolge.Bild 11 von 66 Doch bei Rennfahrern entsteht schnell der Wunsch nach mehr Leistung. Und so wurde der Motor im Hubraum auf 1,9 Liter vergrößert und die Leistung mit drei Flachstromvergasern auf 55 PS erhöht. Mit einem Preis von 5.800 Euro war das Auto allerdings sehr teuer, und es wurde daher nur 178 Mal gebaut. Heute eine absolute Rarität.Bild 12 von 66 Um im Motorsport mitzuhalten, musste BMW mehr Leistung hervorzaubern. Die Lösung war der Motor M328.Bild 13 von 66 Der Roadster BMW 328 feierte sein Debüt 1936.Bild 14 von 66 Der Motor war mit seinen Leichtmetall-Zylinderköpfen und der Drei-Vergaser-Anlage ein kleines technisches Wunderwerk. Daher und wegen seinem sportlichen Auftritt gehört er zu den Traumsportwagen seiner Zeit.Bild 15 von 66 Mit 80 PS bei einem Gewicht von 830 Kilogramm zeigte das Auto souveräne Fahrleistungen.Bild 16 von 66 Im Motorsport konnte der 328 zusätzlich mit seinem hervorragenden Fahrwerk glänzen. (Im Bild: Hamburger Stadtparkrennen 1939)Bild 17 von 66 Er schaffte eine Spitzengeschwindigkeit von 155 Kilometern pro Stunde. (Im Bild: Mille Miglia 1938)Bild 18 von 66 Bei seinem Debüt im Motorsport 1936 auf dem Nürburgring düpierte er selbst die leistungsstärkere Konkurrenz. Ernst Henn gewann auf Anhieb das Eifelrennen auf der Nordschleife.Bild 19 von 66 Die Serienfertigung beginnt 1937. Allerdings sollte der Krieg bald dem Roadster einen Strich durch die Rechnung machen.Bild 20 von 66 Denn 1940 endet die Produktion. Hier bei der Zieldurchfahrt der Mille Milglia im selben Jahr.Bild 21 von 66 Erst nach dem Krieg sollten die Münchener Autobauer wieder einen Roadster bauen, allerdings erst in den 50er-Jahren. Vorher gab es kein Potenzial am Markt für ein solches Auto.Bild 22 von 66 1955 sollte der 507 sein Debüt feiern. Die Resonanz war berauschend. Kein Wunder, denn dieser Roadster war von Beginn an eine Design-Ikone.Bild 23 von 66 Eine schier endlos lange Motorhaube, ein kurzes Heck, muskuläre Kotflügel und eine fast gefräßig aussehende, breite Doppel-Niere in der Fahrzeugfront.Bild 24 von 66 Er verkörperte eine völlig neue Art des Fahrzeugdesigns. Kein steiler Aufbau mehr, keine hohen Radkästen. Aerodynamisch und schick kam er daher und faszinierte auf Anhieb auch die Fachwelt.Bild 25 von 66 Und nicht nur die. Auch Elvis Presley schaute sich den 507 an, als er als Soldat in Deutschland stationiert war.Bild 26 von 66 Den Rennfahrer Alexander von Falkenhausen begeisterte auch die Technik des Autos. Er war bereits mit dem 315/1 und dem 328 Rennen gefahren. 1954 übernahm er die Leitung der Rennsportabteilung.Bild 27 von 66 Aus einem Achtzylinder-V-Motor mit 3,2 Litern Hubraum wurden 150 PS gezaubert. Der Motor war der erste in Serie gefertigte Aluminium-Antrieb der Welt.Bild 28 von 66 Damit erreichte er eine Spitzengeschwindigkeit von 220 Kilometern pro Stunde. Geradezu berauschend für die damalige Zeit.Bild 29 von 66 Allerdings war das Auto mit 26.500 D-Mark ausgesprochen teuer.Bild 30 von 66 So wurden nur 251 Exemplare verkauft. Unter den Käufern war viel Prominenz, unter anderem Alain Delon, Ursula Andress und Tom Sailer.Bild 31 von 66 Als Oldtimer ist der BMW 507 heute ein ausgesprochenes Sammlerstück. BMW selbst hat nur fünf Exemplare behalten.Bild 32 von 66 Die übrigen gehen für Preise jenseits von 750.000 Euro weg, wenn denn einer zu haben ist. Meist liegt der Kaufpreis jenseits von einer Million Euro. Albrecht Graf Goertz darf sich als stolzer Designer des 507 über eine wahre Rarität freuen.Bild 33 von 66 Es folgte eine lange Pause im Roadsterbau bei BMW. Kein Wunder, denn wirtschaftlich gesehen war der 507 ein Reinfall. Aber auch generell gerieten die Roadster in die Kritik. Sie galten als unsicher und unkomfortabel. Erst in den späten achtziger Jahren sollte bei BMW wieder das Roadsterfieber ausbrechen.Bild 34 von 66 1988 feierte der Z1 seine Premiere. Von Beginn an war er ein Experiment. 28 Jahre hatte BMW keinen echten Roadster mehr produziert.Bild 35 von 66 Daher war die Auflage von vornherein auf 8000 Exemplare begrenzt. Ein Stahlmonocoque-Rahmen wurde von angeschweißten Blechteilen und Plastikverkleidungen umhüllt.Bild 36 von 66 Trotz eines Grundpreises von 80.000 D-Mark gab es nur ein Modell ohne weitere Ausstattungsoptionen. Zahlreiche der verbauten Teile stammten aus der Großserienproduktion, was Geld sparen sollte.Bild 37 von 66 Angetrieben wurde der neue Roadster von einem 170 PS starken Reihensechszylinder. Doch das auffälligste Merkmal waren die per Zahnriemenantrieb versenkbaren Türen.Bild 38 von 66 Wer den Z1 also noch individueller wollte, der musste selbst Hand anlegen und seinem Bayern-Roadster eine eigene Note verpassen. Wie bei diesem "Art Car" von A. R. Penck.Bild 39 von 66 Mit dem Mittelmotor hatte der Z1 eine nahezu optimale Straßenlage.Bild 40 von 66 Nur 1250 Kilogramm Gewicht brachte der BMW-Roadster auf die Straße. Damit schafft der Z1 den Sprint auf 100 Kilometer pro Stunde in nur acht Sekunden.Bild 41 von 66 Bis 1991 wurde der Z1 gebaut. Das Experiment mit einem neuen Roadster war gelungen, doch der Z1 war zu teuer.Bild 42 von 66 Als Youngtimer ist der Z1 ein gefragtes Auto, für das teils hohe Preise erzielt werden.Bild 43 von 66 Doch die Zeit war reif für einen neuen Roadster von BMW. Die Münchner wollten in den Massenmarkt. Ein bezahlbares Auto sollte es werden. Die Idee für den Z3 war geboren. Allerdings dauerte es bis 1995, bis die ersten Z3 vom Band liefen.Bild 44 von 66 Zunächst gab es nur zwei Motoriserungen: einen 1,8-Liter mit 115 PS und einen 1,9-Liter-Benziner mit 140 PS. Bei Aufbau und Fahrwerk vertraute man auf die bewährten Tugenden: flache, langgestreckte Karosse, zwei Sitze und ein niedriger Schwerpunkt.Bild 45 von 66 Der Z3 wurde ein Verkaufsschlager und BMW reagierte mit zahlreichen kleinen Verbesserungen und einem Ausbau der Motorenpalette. Bekannt wurde das Auto auch durch seinen Auftritt in dem James-Bond-Streifen "Golden Eye" von 1996.Bild 46 von 66 2002 beendete BMW die Ära des Z3. Er war eine Überraschungscoup, der seinen Nachfolgern den Weg ebnete. Der Z4 sollte den erfolgreich eingeschlagenen Pfad weiter beschreiten.Bild 47 von 66 Doch zuvor wollte man bei BMW ein Auto bauen, das als echte Hommage an den legendären 507 gelten darf. Der Z8 erblickte im Frühjahr 2000 das Licht der Welt. Vorgabe war die Auferstehung des 507 in neuem Gewande.Bild 48 von 66 Der Designer Andreas Zapatinas hielt sich ziemlich genau daran. Die Anleihen sind unübersehbar: breite Nieren in der Fahrzeugfront, seitliche Lufteinlässe und ein Motor mit Schwerpunkt hinter der Vorderachse.Bild 49 von 66 Dazu spendierte BMW dem Auto den Motor aus dem BMW M5 mit 400 PS aus acht Zylindern und fünf Litern Hubraum.Bild 50 von 66 Dazu eine Karosse mit 4,40 Metern Länge und 1,83 Meter Breite, die gerade mal 1,31 Meter hoch ist. Mehr Straßenkontakt geht kaum.Bild 51 von 66 Der hochpotente Motor schaffte die 100 Kilometer pro Stunde in 4,7 Sekunden. Auf der Nordschleife waren Zeiten um die 8,15 Minuten jederzeit möglich. Bis Juli 2003 wurden 5703 Exemplare des Z8 gebaut.Bild 52 von 66 Der Volks-Roadster blieb aber der Z4. Er war eines der ersten Werke des damals neuen BMW-Chefdesigners Chris Bangle. Gebaut wurde der Z4 in Spartanburg in den USA.Bild 53 von 66 In den ersten zwei Jahren verkaufte sich der Z4 blendend, aber dann brach der Absatz ein.Bild 54 von 66 Zwar war das Auto mit einem Startpreis von unter 30.000 Euro sehr billig. Aber dafür war der Z4 nicht so wertig gebaut wie seine Vorgänger.Bild 55 von 66 2006 gab es daher eine umfangreiche Modellpflege, um das Fahrzeug aufzuwerten.Bild 56 von 66 Optisch wurde vor allem an der Frontschürze und den Stoßfängern gearbeitet.Bild 57 von 66 Im Innern gab es für die Bayern weitaus mehr zu tun. Neben einer massiven Erweiterung der Ausstattungsoptionen wurden auch einige technische Helferlein eingebaut.Bild 58 von 66 Im Innenraum gab es ab 2006 mehr Chrom. Die wichtigsten Neuerungen gab es aber im Bereich der Motoren und des Fahrwerks.Bild 59 von 66 Die Basis bildete weiter der Zwei-Liter-Motor mit 150 PS. Dann folgte aber ein neuer 1,5-Liter-Motor mit eine Leistungspalette von wahlweise 177 bis zu 265 PS.Bild 60 von 66 Als Spitzenmodell gab es den Z4 M mit dem Motor aus dem M3. 343 PS leistete das Aggregat und machte den Z4 mit seinen knapp 1420 Kilogramm zu einer Rakete.Bild 61 von 66 In fünf Sekunden erreichte die 100 km/h, und bei 250 km/h wurde das Auto elektronisch abgeriegelt. Wem das nicht reichte, der konnte die Sperre rausnehmen lassen, was 275 km/h ermöglichte.Bild 62 von 66 Im August 2008 wurde die Produktion des Z4 dann erst mal eingestellt.Bild 63 von 66 Ein vollständig überarbeiteter Z4 kam im Frühjahr 2009 auf den Markt. Mit drei Motoren und viel Technik soll er die Erfolgsgeschichte der BMW Roadster fortschreiben.Bild 64 von 66 | Foto: Markus MechnichEine M-Version ist dabei vorerst ebenso nicht geplant wie ein Coupé, das es beim Vorgängermodell auch noch gab.Bild 65 von 66 | Foto: Markus MechnichDie Generationen wechseln, doch die Faszination bleibt. Freude an der Offenheit vor blau-weißem Hintergrund.Bild 66 von 66