Die Stierhatz ist unantastbar: Mozos im "heiligen Rausch"
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Juli 2009: Ein Toter, 446 Verletzte, davon acht Schwerverletzte.Bild 1 von 30 | Foto: APAngesichts dieser blutigen Bilanz hat die Stierhatz im nordspanischen Pamplona erstmals seit Jahren eine hörbare Debatte über das lebensgefährliche Spektakel ausgelöst.Bild 2 von 30 | Foto: REUTERSIm Mittelpunkt steht dabei aber nicht etwa die Forderung, Spaniens international bekanntestes Volksfest oder gar die landesweit beliebte Tradition des Stiertreibens abzuschaffen, so wie es Tierschützer seit langer Zeit verlangen.Bild 3 von 30 | Foto: REUTERSVielmehr geht es - vorerst - um die Sicherheit, denn im Laufe der Jahre ist das jetzt zu Ende gegangene San Fermín-Festival zu einer Massenveranstaltung und damit immer gefährlicher geworden.Bild 4 von 30 | Foto: REUTERSVor allem der Tod des 27-jährigen Spaniers Daniel Jimeno, der von einem 515 Kilogramm schweren Bullen am Hals aufgespießt wurde, hat viele Menschen zum Nachdenken gebracht.Bild 5 von 30 | Foto: REUTERS"Ein solches Unglück müsste die Behörden dazu bringen, die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern", forderte die Zeitung "El Mundo".Bild 6 von 30 | Foto: dpaDazu gebe es derzeit keinen Anlass, konterte Pamplonas zuständige Stadträtin Ana Elizalde.Bild 7 von 30 | Foto: AP"Wenn wilde Kampfstiere durch die Straßen rennen, ist das Risiko ohnehin nicht ganz auszuschließen."Bild 8 von 30 | Foto: REUTERSEs kann höchstens verringert werden", pflichtete ihr Sicherheitschef Patxi Fernández bei.Bild 9 von 30 | Foto: REUTERSAuch die Regierung in Madrid sieht keinen Handlungsbedarf.Bild 10 von 30 | Foto: REUTERSDie Stadt Pamplona als Veranstalter verweist darauf, dass in den vergangenen Jahren bereits viel für die Sicherheit getan worden sei.Bild 11 von 30 | Foto: dpaWährend des Festes zu Ehren des Schutzpatrons San Fermín sind in der 185.000 Einwohner zählenden Stadt inzwischen etwa 3000 Polizisten und 350 Sanitäter und Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz.Bild 12 von 30 | Foto: REUTERSDie hölzernen Absperrungen entlang der Strecke wurden verstärkt, …Bild 13 von 30 | Foto: dpa… das glitschige Kopfsteinpflaster in den Gassen der Altstadt wird jeden Morgen mit einem Antirutschmittel besprüht, um Stürze zu vermeiden.Bild 14 von 30 | Foto: REUTERSDas nützt nach Ansicht der Kritiker aber wenig, wenn trotz aller Kontrollen verkaterte Touristen auf die Strecke gelangen oder der Andrang in den engen Gassen so groß ist, ...Bild 15 von 30 | Foto: REUTERS... dass die Teilnehmer übereinander stolpern.Bild 16 von 30 | Foto: REUTERSAuch gebe es keine geeigneten Fluchtwege.Bild 17 von 30 | Foto: APFür die Traditionalisten sind solche Vorwürfe ein Affront.Bild 18 von 30 | Foto: REUTERS"Die Stierhatz ist ein heiliger Rausch, sie bedeutet Ekstase und Glücksgefühl und darf nicht angetastet werden", meint der Schriftsteller Fernando Sánchez Dragó.Bild 19 von 30 | Foto: REUTERSUnd die Zeitung "Diario de Navarra" schrieb: "Ein Fest ohne Zwischenfälle wäre nur möglich, wenn die Hatz abgeschafft würde und die Stiere in ihrem Gehege blieben."Bild 20 von 30 | Foto: APDabei wäre es auch den Profi-Läufern in Pamplona, den echten "Mozos", am liebsten, wenn die unerfahrenen Möchtegern-Toreros verbannt würden.Bild 21 von 30 | Foto: APSie gefährden aus Sicht der "Mozos" mit ihrem Leichtsinn nicht nur sich, sondern auch alle anderen.Bild 22 von 30 | Foto: APDennoch: "Das Risiko ist ein Teil der Fiesta, und diese Tradition müssen wir mit aller Kraft bewahren", sagen einheimische Läufer wie Jokin Zuasti.Bild 23 von 30 | Foto: AP"Daniel hat die Hatz mit seinem Tod nur noch größer gemacht", ergänzte ein anderer Profi voller Respekt vor dem getöteten Kameraden.Bild 24 von 30 | Foto: APGrößere Einschränkungen wird es aber kaum geben, schließlich beschert die Touristenflut der Stadt während des neuntägigen Festes reichlich Einnahmen.Bild 25 von 30 | Foto: REUTERSAllein dieses Jahr sind es geschätzte 74 Millionen Euro.Bild 26 von 30 | Foto: REUTERS"Machen wir uns doch nichts vor, es geht vor allem ums Geld", meinte die Schriftstellerin Lucía Etxebarría.Bild 27 von 30 | Foto: APDer wahre Schuldige, schrieb ihr Kollege Eduardo Mendicutti, sei ohnehin Ernest Hemingway.Bild 28 von 30 | Foto: REUTERSHätte der US-Autor die Hatz mit seinem Roman "Fiesta" (1926) nicht weltberühmt gemacht, ...Bild 29 von 30 | Foto: picture-alliance / dpa... "dann wäre sie heutzutage so harmlos wie der Christopher Street Day".Bild 30 von 30 | Foto: REUTERS
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