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Bilderserie: 100 Tage in Amt: Nicolas Sarkozy

 
Kaum war er im Amt, hagelte es Spitznamen.

Kaum war er im Amt, hagelte es Spitznamen.

"Super- Sarko", "Omnipräsident", "Hyperpräsident" - und Karikaturisten verpassten ihm kleine Teufelshörner.

Nicolas Sarkozy hatte zwar einen "Bruch" angekündigt, aber der Tatendrang des im Mai vereidigten französischen Präsidenten überraschte dann doch viele Franzosen.

Am 24. August ist er genau 100 Tage im Amt.

In dieser Zeit ist deutlich geworden, dass Sarkozy vor allem eins im Auge hatte: schnelle, medienwirksame Ergebnisse.

Die Rechnung ging zumindest in der Heimat auf. Die Mehrheit der Franzosen ist begeistert.

Auf internationaler Ebene allerdings weicht die Erleichterung über den Neuanfang nach dem Ende des verkrusteten Regimes von Jacques Chirac allmählich der Skepsis angesichts der französischen Alleingänge.

Eines der ersten Projekte des neuen Präsidenten war die Demontage der Opposition.

Immer mehr prominente Linke wurden "fahnenflüchtig" und ließen sich in Sarkozys Regierung einspannen, allen voran Bernard Kouchner, der Außenminister und damit zum neuen Feindbild seiner ehemaligen sozialistischen Genossen wurde.

Ex-Finanzminister Dominique Strauss-Kahn wurde als Kandidat für den Internationalen Währungsfonds weggelobt.

Sarkozy holte außerdem mehr Frauen als je zuvor ins Kabinett, unter ihnen eine junge Schwarze.

Außerdem machte er die Tochter einer algerischen Einwandererfamilie zur Justizministerin.

Auf europäischer Ebene glückte Sarkozy mit der Einigung auf den vereinfachten EU-Vertrag ein guter Start.

Frankreich galt nach dem Nein bei der Volksabstimmung über den ursprünglichen Vertrag wieder als ernstzunehmender Partner.

Den Anspruch auf eine neue Führungsrolle untermauerte Sarkozy am französischen Nationalfeiertag, zu dem er Abordnungen sämtlicher Armeen Europas auf den Champs-Élysées mitmarschieren ließ.

Ähnlich wie bei der Präsentation seiner Regierungsmannschaft ergab dies ein ungewohnt buntes Bild mit hoher Symbolkraft.

Den Kredit, den Sarkozy sich bei seinen europäischen Partnern erworben hatte, setzte er jedoch bald wieder aufs Spiel, als er seine Frau Cécilia nach Libyen schickte.

Kurz vor der bevorstehenden Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern, die unter Folter gestanden hatten, libysche Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben, mischte sich Cécilia ohne weitere Absprachen in die Verhandlungen ein.

Sarkozy bat seine am Airbus interessierten reichen Freunde am Golf um finanzielle Unterstützung, ...

... und die Krankenschwestern verließen Libyen in Begleitung von Cécilia in der Präsidentenmaschine.

Ein gelungener PR-Coup, meinten französische Medien.

Die europäischen Partner waren weniger begeistert.

Vor allem als Sarkozy sich anschließend selbst nach Tripolis begab und ausgerechnet dem libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi, ...

... der bis vor kurzem noch als Unterstützer terroristischer Bewegungen galt, die Lieferung eines Atomkraftwerks versprach.

Selbst seinen Urlaub nutzte Sarkozy, um seine Politik der medienwirksamen Gesten weiterzuverfolgen.

Kaum einer glaubte an einen Zufall, als bekannt wurde, dass Sarkozys Urlaubsort gerade mal 80 Kilometer von der Familienresidenz seines amerikanischen Amtskollegen George W. Bush entfernt liegt.

Trotz aller Bemühungen, den Termin bei Bush mit Hot-Dog-Picknick und Bootsfahrt als ein informelles Urlauber-Treffen darzustellen, war beiden Seiten klar, ...

... dass Sarkozy ein neues Kapitel der französisch-amerikanischen Beziehungen aufschlagen wollte.

Kaum war er zurück, bahnte sich innenpolitischer Ärger an.

Ein entlassener Sexualstraftäter wird beschuldigt, rückfällig geworden zu sein und einen Fünfjährigen missbraucht zu haben.

Bei seiner Festnahme wurde eine angebrochene Packung des Potenzmittels Viagra bei ihm gefunden.

Sarkozy verkündete geplante schärfere Maßnahmen gegen Sexualstraftäter persönlich vor der Presse und sprach sich dabei auch für die "chemische Kastration" aus.

Manche Kommentatoren in Frankreich fragen sich, ob Sarkozy dieses Tempo weiter durchhalten kann.

Immerhin hält er sich mit regelmäßigem Dauerlauf fit und ist dafür bekannt, dass er keinen Alkohol trinkt.

Auf welcher Seite die Franzosen auch stehen - viele von ihnen sind jedenfalls erleichtert, dass endlich wieder ein frischer Wind durch den Élysée-Palast fegt. (Alle Bilder AP)

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