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Bilderserie: Bilderserie: Franz Müntefering - Das Comeback

 
Franz Müntefering ist wieder da - mit Pauken und Trompeten.

Franz Müntefering ist wieder da - mit Pauken und Trompeten.

Neun Monate nach seinem Rückzug aus der Politik und fünf Wochen nach dem Tod seiner Frau Ankepetra redet der 68-jährige frühere Vizekanzler seiner Partei eindringlich ins Gewissen.

"Heißes Herz und klare Worte ist besser als Hose voll", gab er bei seinem umjubelten Wahlkampfauftritt in München den SPD-Anhängern mit auf den Weg.

Nun soll Müntefering erneut Chef der SPD werden.

Der von vielen SPD-Anhängern als Hoffnungsträger angesehene designierte Parteichef erfreut sich nach seinem Comeback auch in Umfragen steigender Beliebtheit.

62 Prozent der Befragten äußerten sich zufrieden mit dem ehemaligen Vizekanzler. Dies waren neun Prozentpunkte mehr als im November vergangenen Jahres.

Müntefering liegt in der Beliebtheitsskala damit fast gleichauf mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit deren Arbeit sich 63 Prozent zufrieden zeigten.

Am besten schnitt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 67 Prozent ab.

Nur gut jeder fünfte Befragte (21 Prozent) äußerte sich dagegen in der Umfrage zufrieden mit der Arbeit von (Ex-)SPD-Chef Kurt Beck.

Müntefering hatte sich vor rund neun Monaten von seinen Ämtern als Vizekanzler und Arbeitsminister zurückgezogen, um sich ganz um seine Frau zu kümmern.

Unterdessen starb Münteferings Frau Ankepetra an Krebs.

Der 68-Jährige gilt als einer der erfahrensten Politiker der SPD.

Seit 1967 ist er Mitglied, später wurde er Parteivorsitzender im mitgliederstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Im Bundestag saß er von 1975 bis 1992 und wieder seit 1998.

1998 organisierte "Münte" den Wahlkampf der SPD, der Rot-Grün an die Macht brachte.

Im Kabinett des damaligen SPD-Kanzlers Gerhard Schröder arbeitete er nach dem ersten Wahlsieg als Verkehrs- und Bauminister.

Er war ein wichtiger Verteidiger der bei der Parteilinken umstrittenen Reform-"Agenda 2010".

Von 1999 bis 2002 bemühte sich Müntefering als Generalsekretär aber auch um einen Ausgleich zwischen den Parteiflügeln.

Als er am 21. März 2004 Vorsitzender der SPD wurde, empfand er dies als "das schönste Amt neben dem Papst".

"Kanzler kann ich nicht", wehrte sich Müntefering in typischer Satzstellung gegen weitere Karrieresprünge. Seine bescheidene Art bringt ihm viele Sympathien.

"Ich hätte ihn gerne zum Freund", sagte Schröder einmal in einem Interview.

Als Parteichef war der Sauerländer ein Mann des Übergangs.

2005 hatte er dieses Amt aufgegeben, weil er seinen Personalvorschlag für den Posten des Generalsekretärs nicht durchsetzen konnte.

Er blieb jedoch bis zu seinem Rücktritt als Vizekanzler und Arbeitsminister ein Machtfaktor in seiner Partei ...

... und ein wichtiger Stabilitätsfaktor für Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

"Politik muss organisiert werden", lautet ein Lieblingssatz des Arbeitersohns und gelernten Industriekaufmanns.

"Ich kann nur kurze Sätze", hat Müntefering immer betont.

Mit seiner einfachen Sprache trifft er den Nerv der Menschen, die sich nach Überschaubarkeit sehnen.

Besonders am Herzen liegen ihm Botschaften von Disziplin und Geschlossenheit.

Und er ist Kult: mit seiner Frisur, als Schöpfer kurzer Sätze und mit dem Zigarillo im Mundwinkel.

Franz Müntefering ist wieder da - mit Pauken und Trompeten.

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