Georgien, Südossetien, Abchasien: Der Weg in den Krieg
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Über den Beginn eines Krieges gibt es immer mindestens zwei Versionen.Bild 1 von 37 Nach den Worten des georgischen Präsidenten Saakaschwili begann der Krieg um Südossetien so: Am 6. oder 7. August habe er "etwas Übles gerochen", sagte er der "Rhein-Zeitung".Bild 2 von 37 Er habe versucht, mit der russischen Seite zu reden, aber keine Antwort bekommen. Danach habe er sich an NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer (Bild) und an mehrere europäische Staatschefs gewandt.Bild 3 von 37 Als er plötzlich die Information erhalten habe, dass russische Schützenpanzer durch den Roki-Tunnel unterwegs seien, der Süd- und Nordossetien verbindet, habe er nur eine Möglichkeit gesehen, den Konvoi zu stoppen, nämlich durch Artilleriefeuer.Bild 4 von 37 Die russische Version ist einfacher: Sie reagierten auf den georgischen Beschuss. Rund 90 Prozent der Südosseten haben die russische Staatsbürgerschaft. "Wir werden den Tod unserer Landsleute nicht ungesühnt lassen", sagt Präsident Medwedew am 8. August.Bild 5 von 37 Der Konflikt zwischen Georgien und Russland hatte sich bereits seit Wochen zugespitzt. Dabei ging es nicht nur um Südossetien, sondern auch um Abchasien. Beide Gebiete gehören völkerrechtlich zu Georgien, streben aber Autonomie an. Russland unterstützt sie darin.Bild 6 von 37 Russland hat seit Anfang der neunziger Jahre Friedenstruppen in Südossetien und Abchasien (Bild). Beiden Friedensmissionen hat Georgien zugestimmt.Bild 7 von 37 In Südossetien hat auch Georgien - ein enger Verbündeter der USA mit starken NATO-Ambitionen - Friedenssoldaten. Faktisch ist Südossetien damit zwischen Georgien und Russland geteilt; strittig ist allerdings der Verlauf der Grenze.Bild 8 von 37 Ab 2004 kommt es in Südossetien vermehrt zu Spannungen. Ein Waffenstillstand wird ausgehandelt, der jedoch immer wieder gebrochen wird.Bild 9 von 37 Auch der Konflikt zwischen Abchasien und Georgien bricht immer wieder auf. Hier ist lediglich das kleine Kodori-Tal an der nordöstlichen Grenze zu Georgien georgisch kontrolliert.Bild 10 von 37 Anfang Mai 2008, als die Spannungen um den Status Abchasiens wieder einmal zunehmen, stockt Russland seine Truppen dort auf. Georgien protestiert.Bild 11 von 37 Mitte Juni nimmt Georgien vier russische Soldaten nahe der Grenze zu Abchasien kurzzeitig fest. Die Regierung in Tiflis wirft ihnen vor, unterlaubterweise Lenkraketen transportiert zu haben. Russland spricht von einer "Medien-Provokation der georgischen Seite".Bild 12 von 37 Georgien hofft auf die Hilfe des Westens. Es bleibe nicht mehr viel Zeit für "eine politische Maßnahme", mit der eine Annektierung Abchasiens und auch Südossetiens von Russland verhindert werden könne, sagt die georgische Außenministerin Tkeschelaschwili am 18. Juni in Brüssel.Bild 13 von 37 Bei einem Besuch in Deutschland wirft Saakaschwili Russland vor, in Abchasien nach Öl bohren zu wollen. Dies sei inakzeptabel.Bild 14 von 37 Am 29. und 30. Juni werden bei mehreren Bombenanschlägen in der abchasischen Hauptstadt Suchumi zwei Menschen verletzt. Abchasien macht Georgien für die Anschläge verantwortlich und schließt die Grenze zu Georgien.Bild 15 von 37 Am 4. Juli werden bei Gefechten in Südossetien zwei Menschen getötet. Georgisches Militär habe Südossetien beschossen, erklärt die Führung in Zchinwali und beschließt die Mobilmachung seiner Truppen. (Bild: südossetische Freischärler)Bild 16 von 37 Georgien erklärt, die eigenen Truppen seien zuerst beschossen worden. (Bild: georgische Soldaten)Bild 17 von 37 In Abchasien sterben am 7. Juli vier Menschen bei einem Anschlag. Der abchasische Präsident Bagapsch (Bild) macht erneut Georgien verantwortlich. "Wir können nicht tatenlos zusehen, dass Georgien uns praktisch den Terrorkrieg erklärt hat", sagt Bagapsch.Bild 18 von 37 Am 8. Juli schreiben russische Medien, Georgien und Südossetien bereiteten sich auf einen Militärkonflikt vor. Beide Seiten hätten begonnen, Kinder aus der Region in Sicherheit zu bringen. (Bild: georgischer Soldat)Bild 19 von 37 "Westliche Experten in Moskau gingen bislang davon aus, dass Russland angesichts der 2014 in dem Schwarzmeerkurort Sotschi (Bild) geplanten Olympischen Spiele kein Interesse an einem Krieg in der Region habe", schreibt die Deutsche Presse-Agentur.Bild 20 von 37 Am 10. Juli teilt ein russischer Militärsprecher mit, russische Einheiten trainierten im Nordkaukasus, im Ernstfall die Bevölkerung in Abchasien und Georgien zu schützen.Bild 21 von 37 Am selben Tag dringen russische Kampfflugzeuge in den georgischen Luftraum ein (Bild vom 8. August). Das russische Außenministerium erklärt, man habe einen Angriff der georgischen Armee auf die abtrünnige Provinz Südossetien befürchtet.Bild 22 von 37 Am 15. Juli beginnen rund 1000 US-Soldaten ein Manöver in Georgien. Die Übung "Immediate Response 2008" sei seit Monaten geplant gewesen, sagen US-Vertreter. Ein Zusammenhang mit den jüngsten russisch-georgischen Spannungen bestehe nicht.Bild 23 von 37 Am 17. Juli reist Bundesaußenminister Steinmeier nach Georgien. Er ruft Abchasien und Georgien zum Dialog auf. Saakaschwili sagt, Steinmeiers Besuch zeige, "dass die Unterstützung Georgiens durch den Westen deutlich zunimmt".Bild 24 von 37 Steinmeier besucht auch Abchasien. Die dortige Führung weist seinen Drei-Stufen-Plan brüsk zurück. Erst später erklärt Abchasien sich zu Gesprächen bereit, besteht allerdings auf einem "eigenen Zeitplan".Bild 25 von 37 Am 1. August erklärt die südossetische Regierung, georgische Soldaten hätten drei südossetische Milizionäre und drei Zivilisten getötet und den Süden Zchinwalis angegriffen. Georgien erklärt, man habe das Feuer nur erwidert.Bild 26 von 37 Am 3. August warnt das russische Außenministerium, die "Bedrohung militärischer Aktionen in großem Ausmaß zwischen Georgien und Südossetien wird immer realer". Georgien habe am Vortag und in der Nacht Militärmanöver nahe Zchinwali abgehalten.Bild 27 von 37 Hunderte Südosseten fliehen nach Russland. Zudem bringen die südossetischen Behörden nach eigenen Angaben 2000 Kinder nach Russland. Die georgische Regierung bezeichnet diese Berichte als Propaganda.Bild 28 von 37 Am 5. August vereinbaren Vertreter Georgiens und Südossetiens einer georgischen Regierungssprecherin zufolge erstmals seit Monaten direkte Gespräche. Das Treffen soll am 7. August in Zchinwali stattfinden.Bild 29 von 37 Am 6. August erklärt Russland, georgische Militärflugzeuge seien in der Nacht über Südossetien geflogen. Dies stelle eine grobe Verletzung bestehender Vereinbarungen dar. Georgien erklärt, dies sei "eine weitere Lüge von vielen".Bild 30 von 37 Südossetien wirft Georgien den Dauerbeschuss seiner Siedlungen vor, Georgien seinerseits erklärt, Südossetien habe auf georgische Dörfer geschossen (Das Bild zeigt angebliche Folgen südossetischen Feuers). Südossetien erklärt, es werde keine Gespräche mit Georgien geben.Bild 31 von 37 Am 7. August werden erneut schwere Feuergefechte aus Südossetien gemeldet. Zwei georgische Soldaten werden getötet. Südossetien zufolge gibt es Aktivitäten georgischer Truppen an seiner Grenze. (Bild: Südossetiens Präsident Kokojty)Bild 32 von 37 Saakaschwili befiehlt seinen Truppen den Waffenstillstand. Es falle ihm schwer, aber er habe entsprechende Order erlassen, sagt der georgische Präsident in einer Fernsehansprache. "Keiner sollte uns als Aggressor hinstellen", sagt er.Bild 33 von 37 Der Chef der russischen Friedenstruppen bestätigt die Feuerpause. Kurz danach bestreitet der Chef des georgischen Sicherheitsrates, Lomaia, dass es einen Waffenstillstand gibt. Man habe "leider gar keinen Kontakt mit den Abtrünnigen", sagt Lomaia.Bild 34 von 37 Wenige Stunden später kommt es erneut zu heftigen Gefechten. Die Separatisten (Bild) hätten in der Nacht zum 8. August die Bombardierung georgischer Dörfer fortgesetzt, sagt ein ranghoher georgischer Offizier laut Interfax.Bild 35 von 37 Daher sehe sich Georgien gezwungen, die "verfassungsrechtliche Ordnung wiederherzustellen". In derselben Nacht startet Georgien eine Offensive gegen Südossetien.Bild 36 von 37 Georgische Truppen hätten Zchinwali umstellt, sagt der georgische Minister für Wiedereingliederung, Jakobaschwili. Der Konflikt hat die Ausmaße eines Krieges angenommen. (Alle Bilder: AP, rts, dpa)Bild 37 von 37
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