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Der Weg zur Inauguration beginnt an einem mittlerweile legendären kalten Februartag des Jahres 2007 in Springfield, Illinois, ...
... als ein damals weitgehend unbekannter US-Senator seine Bewerbung um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen bekannt gibt.
Im engeren Sinne startet der Weg allerdings am 17. Januar in Philadelphia, der Wiege der USA.
"Historisch" dürfte das meistverwendete Wort der US-Medien gewesen sein, als sich Obama, begleitet von Familie, Freunden und verdienten Bürgern, am Samstag Washington nähert.
Die siebenstündige Zugfahrt von Philadelphia in die Hauptstadt der USA ist vollgestopft mit Symbolik. Nicht nur ist sie der Zugfahrt seines politischen Idols, des Bürgerkriegspräsidenten Abraham Lincoln (1809-1865) nachempfunden, ...
... die dieser 1861 zu seiner Vereidigung unternommen hatte.
Ihr Ausgangspunkt in Philadelphia beschwört die Ideale der amerikanischen Gründerväter und die mühsamen Anfänge der Nation nach Revolutionskrieg und Unabhängigkeit.
In Philadelphia wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet und elf Jahre später die amerikanische Verfassung beschlossen.
Die Fahrt rührt auch an das düsterste Kapitel der US-Geschichte, als der Zug Schauplätze des Widerstands gegen die Sklaverei passiert.
Immer wieder schlägt Obama in seinen Reden auf der Strecke die Brücke vom Gestern ins Heute. Eine "neue Unabhängigkeitserklärung" fordert er von seinen Landsleuten ein.
"Lasst uns sicherstellen, dass diese Wahl nicht das Ende des Wandels in Amerika bedeutet, sondern der Anfang ist."
Zehntausende Menschen jubeln Obama in klirrender Kälte entlang der 216 Kilometer langen Strecke zu.
Der künftige Vizepräsident Joe Biden und dessen Frau Jill steigen in ihrem Wohnort Wilmington (Bundesstaat Delaware) zu.
Samstag ist zudem der Geburtstag von Michelle Obama. Sie steht fast so sehr im Rampenlicht wie ihr Mann.
Am Sonntag feiern mehrere hunderttausend Menschen im Zentrum von Washington ein Fest der Vorfreude.
Zweieinhalb Stunden dauert das Spektakel "We Are One" am Lincoln Memorial.
"Der wahre Charakter unserer Nation zeigt sich nicht in einfachen Zeiten, sondern darin, dass wir das Richtige tun, wenn die Zeiten hart sind", ruft Obama.
"Im Laufe unserer Geschichte haben nur wenige Generationen solch große Herausforderungen annehmen müssen wie wir jetzt", sagt Obama. "Unsere Nation steht im Krieg. Unsere Wirtschaft ist in der Krise." (Im Bild: Auftritt von Bruce Springsteen)
Er gebe nicht vor, dass es einfach sein werde, diese Herausforderungen zu meistern. "Es wird länger als einen Monat oder ein Jahr dauern, es werden bestimmt viele Jahre sein." (Im Bild: Auftritt von U 2)
Damit das Warten nicht so lange dauert, treten Pop-Größen wie Bruce Springsteen, Sheryl Crow und Steve Wonder, U2, Beyoncé, Jon Bon Jovi und Shakira auf.
Eine Umfrage der "New York Times" zeigt, dass Obama von einer beispiellosen Welle der Sympathie und des Vertrauens getragen wird. Demnach äußern sich 79 Prozent "optimistisch für die vier Jahre, die mit Barack Obama als Präsident bevorstehen" - ...
... ein Wert, der von keinem seiner vier Vorgänger beim Amtsantritt erreicht wurde. Die Präsidentschaft von George W. Bush wird von nur 22 Prozent insgesamt positiv beurteilt.
Montag ist ein nationaler Feiertag, der traditionelle Martin-Luther-King-Day zu Ehren des ermordeten Bürgerrechtlers. Obama will, dass dieser Tag wieder so begangen wird, wie er einst gedacht war: Mit dem Dienst der Bürger an der Gemeinschaft.
Auch der künftige Präsident selbst und seine Familie betätigen sich an diesem Tag aktiv sozial:
Sie besuchten karitative Einrichtungen - und Obama zeigte sein Können im Umgang mit der Farbrolle.
Am Dienstag steht dann die eigentliche Vereidigung auf dem Programm. Nach seinem Amtseid um 18 Uhr plant Obama eine rund 15-minütige Antrittsrede. Zwei bis drei Millionen Menschen werden in Washington erwartet - so viele wie noch nie.
Um 20 Uhr MEZ beginnt dann die große Parade vom Kapitol zum Weißen Haus. Danach heißt es für die Obamas: Umkleiden - für die abendliche Serie von Bällen. (Fotos: AP)
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