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Die Angst wächst.
Weltweit breitet sich die Schweinegrippe immer weiter aus.
Von Mexiko ...
... über die USA, ...
... Asien ...
... bis nach Europa.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist alarmiert.
Das Risiko einer Pandemie, einer sich über Ländergrenzen hinweg ausbreitenden Infektionskrankheit, sei bedeutend gewachsen, so die WHO.
Man habe daher die Alarmstufe für das Virus auf Anraten eines Expertenkomitees erhöht, so der stellvertretende WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda.
"In einem Zeitalter, in der die Menschen mit Flugzeugen so schnell die ganze Welt bereisen, gibt es keine Region, in die sich das Virus nicht ausbreiten könnte", warnt er.
Auch das Internationale Rote Kreuz ist in Alarmbereitschaft.
Die Situation sei besorgniserregend, heißt es dort.
Besonders schlimm trifft die Krankheit Mexiko, ...
... das Ursprungsland der Grippe.
Hier sind mittlerweile mehr als 40 Menschen an Grippe gestorben.
Bei einigen Opfern weisen die Behörden den gefährlichen Erreger A/H1N1 nach, ...
... der aus Schweine-, Vogel- und Menschenviren besteht.
Die mexikanische Regierung ordnet die Schließung aller Schulen und Universitäten bis zum 6. Mai an.
Parks sind geschlossen, ...
... die Straßen wie leergefegt ...
... und auch viele Gottesdienste fallen aus.
Das Gesundheitsministerium rät, öffentliche Ansammlungen zu vermeiden, sich nicht mehr die Hände zu schütteln und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben.
Der Erreger greift indes auch auf andere Ländern über.
In den USA sind fast 900 Menschen an Schweinegrippe erkrankt, ...
... fünf sterben.
US-Präsident Barack Obama nennt den Ausbruch "beunruhigend". Er ruft zur Ruhe auf.
Auch in Kanada werden Schweinegrippe-Fälle nachgewiesen, ...
... ebenso wie in Europa, Neuseeland und Israel. In Israel bevorzugt man allerdings den Namen Mexiko-Grippe, was nach Ansicht der Internationalen Tiergesundheitsorganisation auch korrekter ist.
Auch in Deutschland sind inzwischen mehrere Verdachtsfälle bestätigt.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt bemühte sich bislang keine Panik zu schüren.
"Wir sind gut vorbereitet. ...
... Bund und Länder, Ärzte, Krankenhäuser und Rettungsdienste wissen genau, was sie im Ernstfall zu tun haben. ...
... Es gibt einen ausgearbeiteten Pandemieplan, der auch funktioniert, wie die Abstimmung der letzten Tage zeigt."
Eine weltweite Ausbreitung der in Mexiko aufgetretenen Schweinegrippe schließt auch sie nicht aus.
"Dieses Risiko kann heute niemand genau kalkulieren. ...
... Es kann eine weltweite Grippewelle geben. ...
... Ich mache mir Sorgen, hoffe aber, dass meine Sorgen grundlos bleiben."
Das Auswärtige Amt warnt indes: "Reisenden in sowie Rückkehrern aus Mexiko werden besondere Vorsorgemaßnahmen empfohlen", heißt es auf seiner Internet-Seite.
Zugleich wird allen Mexiko-Reisenden empfohlen, die Berichterstattung über die Schweinegrippe genau zu verfolgen.
Eine formelle Reisewarnung vor Aufenthalten in Mexiko gibt es aber weiterhin nicht.
Die Vereinten Nationen fordern die Weltgemeinschaft zur Solidarität im Kampf gegen die Schweinegrippe auf.
Mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise könnten arme Staaten nicht auch noch die Lasten einer etwaigen Pandemie tragen, mahnt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York.
"Der Ausbruch der Schweinegrippe zeigt erneut, dass in unserer vernetzten Welt kein Land allein mit einer Bedrohung diesen Ausmaßes zurechtkommen kann", betont er.
Entwicklungsländer seien zuletzt auch von der Lebensmittel- und Energiekrise sowie vom Klimawandel stark belastet worden.
"Nun müssen wir sicherstellen, dass sie nicht auch noch auf unverhältnismäßig harte Weise von einer solchen Gesundheitskrise getroffen werden."
Weltbank und andere UN-Hilfsprogramme hätten bereits mit der Vorbereitung von Sonderprogrammen im Kampf gegen die hoch ansteckende Krankheit begonnen.
Angst vor einer globalen Ausbreitung der Schweingrippe belastet auch die Börsen ...
... und löst neue Sorgen um die ohnehin schwer angeschlagene Weltwirtschaft aus.
Der Ausbruch der Schweinegrippe, die bislang im übrigen nicht bei Schweinen nachgewiesen wurde, "hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können", urteilen Analysten.
Besonders trifft es Fluggesellschaften und Tourismuskonzerne.
Die Nervosität ist groß. "Wir wissen noch nicht, wie schlimm es wirklich ist", so ein Anleger.
Einzig manche Pharmakonzerne dürften sich freuen.
Die US-Gesundheitsbehörde CDC stuft die Medikamente Tamiflu vom schweizerischen Pharmaunternehmen Roche und Relenza vom britischen Konzern GlaxoSmithKline etwa als wirksame Stoffe gegen den Schweingrippenerreger H1N1 ein.
Roche prüft bereits eine Ausweitung der Tamiflu-Produktion.
Allerdings ist unklar, ob das Unternehmen die erwartet hohe Nachfrage erfüllen kann.
Der schweizerische Pharmakonzern Novartis sieht ebenfalls gute Chancen, einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe zu entwickeln.
"Unsere Forscher sind sehr zuversichtlich, es ist alles nur eine Frage der Zeit", sagt ein Sprecher.
Der Konzern geht dabei von drei bis sechs Monaten aus, um einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln.
Dass bereits vorhandene Grippeimpfungen einen wirksamen Schutz bieten, zweifeln Forscher an.
Wir erleben zurzeit die Entstehung einer neuen Variante des Grippevirus, die beim Menschen bisher unbekannt ist", sagt der weltweit bekannte niederländische Virologe Albert Osterhaus der "tageszeitung".
"Weil dieses Virus so anders ist, gibt es in der Bevölkerung auch noch keine Immunität gegen das mexikanische Virus." (Alle Fotos: dpa, AP, Reuters)
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