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Bilderserie: Eskalation in Nahost

 
Israelische Kampfflugzeuge haben am Freitag zum dritten Mal innerhalb von 24 Stunden den internationalen Flughafen von Beirut bombardiert.

Israelische Kampfflugzeuge haben am Freitag zum dritten Mal innerhalb von 24 Stunden den internationalen Flughafen von Beirut bombardiert.

Auch in Wohnvierteln Beiruts schlugen Geschosse ein.

Die israelische Luftwaffe bombardierte das Hauptquartier der radikal-islamischen Hisbollah im Süden der libanesischen Hauptstadt.

Ein Bombenkrater inmitten der Stadt. Nach libanesischen Krankenhausangaben wurden bei dem Luftangriff auf die Schiiten-Vororte von Beirut mindestens 52 Menschen verletzt.

Die israelische Armee hat es insbesondere auf die Infrastruktur abgesehen.

Zahlreiche Brücken im Libanon wurden zerstört.

Auch ein Elektrizitätswerk nahe Beirut soll in der Nacht getroffen worden sein.

Mehrere Angriffe gab es zudem auf die wichtige Verkehrsroute zwischen Beirut und der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Die Al-Damour-Brücke ist inzwischen unpassierbar.

Israelische Kampfflugzeuge griffen nach Angaben der libanesischen Polizei auch den Stützpunkt einer radikalen Palästinensergruppe im Osten des Libanons an.

Das Lager der Volksfront für die Befreiung Palästinas-Generalkommando (PFLP-GC) ist nur zwei Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt.

Die Gruppe wird von Damaskus aus unterstützt.

Die Straße nach Damaskus sei ins Visier genommen worden, um zu verhindern, dass die beiden vor zwei Tagen von der Hisbollah verschleppten israelischen Soldaten außer Landes gebracht würden, erklärte das israelische Militär.

Israel betrachtet die Entführung als kriegerischen Akt und reagiert mit der Offensive im Libanon.

Immer wieder wurde in den vergangenen Stunden der Flughafen von Beirut unter Beschuss genommen.

Am Donnerstagabend hatte die israelische Luftwaffe bereits mehrere Treibstofftanks in Brand geschossen.

Davor waren die Rollbahnen durch Raketeneinschläge beschädigt worden.

Der Flughafen war bereits nach dem ersten Angriff am Donnerstagmorgen geschlossen worden.

Ob das massive Bombardement eine angemessene Reaktion auf die Entführung der beiden Soldaten darstellt, ist international umstritten. Nach der EU und den UN riefen auch die USA Israel zur Zurückhaltung auf.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert ordnete allerdings eine Intensivierung der Angriffe auf den Libanon an. Nur diese Sprache würde die von Syrien und dem Iran unterstützte Hisbollah verstehen, so Olmert.

Aber durch die Raketen werden nicht nur Brücken und Rollbahnen beschädigt.

Überall im Südlibanon schlugen Geschosse in Häuser und Wohngebiete ein.

Fieberhaft wird unter den Trümmern nach Verschütteten gesucht.

Und es gibt Verletzte ...

... und Tote. Über 50 sollen es auf libanesicher Seite schon sein.

Auch Israel beklagt zahlreiche Opfer.

Denn die Hisbollah beantwortete den israelische Angriff mit einem heftigen Beschuss Nordisraels. Etwa 80 Raketen wurden auf israelische Orte abgefeuert.

Reste einer Katjuscha-Rakete in Nordisrael.

Im nordisraelischen Nahariya wurde ein Wohnhaus voll getroffen.

Mehrere Zivilisten und Militärangehörige wurden teils schwer verletzt.

Am Donnerstagabend schlugen zwei Katjuscha-Raketen in der drittgrößten israelischen Stadt Haifa ein.

Israel bezeichnete den Angriff auf Haifa als "schwere Eskalation". Die Hisbollah bestritt inzwischen, diese Raketen abgefeuert zu haben.

Die Menschen in Nordisrael sind entsetzt. Auch wenn die Entführung der beiden israelischen Soldaten nur "das Fass zum Überlaufen" brachte:

Dass man sich mit einem Mal in den Luftschutzbunkern wiederfindet, erschreckt die Bewohner der Orte im Norden Israels.

Im Südlibanon suchen die Menschen nicht die Bunker auf: Sie fliehen.

Tausende haben sich in den vergangenen Stunden auf den Weg Richtung Syrien gemacht.

Die Kommentatoren der europäischen Presse sind sich einig. Sie sehen die Gefahr eines Krieges in Nahost. Die Verantwortung für die Eskalation wird bei der radikal-islamischen Hisbollah sowie Syrien und dem Iran gesehen - aber auch bei Israel.

Der "Corriere della Sera" (Mailand) befürchtet: "Der im Nahen Osten ausgebrochene Krieg könnte sich als sehr viel ernster und von längerer Dauer erweisen, und er könnte auch Syrien und den Iran direkt hineinziehen."

"Le Monde" (Paris) schreibt: "Freuen über diese Eskalation können sich Hamas und Hisbollah, aber auch Teheran und Damaskus, ihre treuen Unterstützer."

Die "Washington Post" sieht es ähnlich: "Bei aller Diplomatie darf die falsche Verlockung der 'Ausgewogenheit' nicht die Tatsache verschleiern, dass die Hisbollah und ihre Unterstützer die Kämpfe angezettelt haben und für die Folgen verantwortlich gemacht werden müssen."

"Dagens Nyheter" (Stockholm) meint dagegen: "Als libanesische Hisbollah-Guerillas zwei israelische Soldaten gefangen nahmen, war das eine Untat. Aber Israels Einmarsch im Libanon war auf der anderen Seite eine wesentlich ernstere Maßnahme. Israel ist ganz einfach zu weit gegangen."

"Israel muss sich beschränken auf sehr gezielte Aktionen, die die Täter treffen und die Zivilbevölkerung unversehrt lassen. Sonst spielt es den Terroristen in die Hände", kommentiert "Trouw" (Amsterdam).

Abschließend die ernüchternde Analyse des "Tages-Anzeiger" (Zürich): "Auf der internationalen Bühne ist kein Akteur auszumachen, der den politischen Willen und die Macht hätte, eine gerechte und umfassende Lösung durchzusetzen. So bleibt das Feld den Falken überlassen."

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