| SA | 9° / 23° |
| SO | 11° / 23° |
Nach mehr als einem Jahrzehnt auf der Flucht ist der bosnische Serbenführer Radovan Karadzic in Belgrad verhaftet worden.
Noch vor einer Woche sagte der serbische Minister Rasim Ljajic: "Keine einzige amtliche Stelle in Serbien weiß, wo Karadzic und Mladic sind."
Der ehemalige Präsident der Serbischen Republik wurde vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag vor allem wegen des Massakers in Srebrenica gesucht, bei dem 1995 etwa 8000 Muslime ermordet wurden.
In Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, feierten dann auch Hunderte von Menschen mit Hupkonzerten die Neuigkeit.
"Das ist wenigstens eine Genugtuung für die Familien der Opfer", begrüßte der muslimische Vertreter im bosnischen Staatspräsidium, Haris Silajdzic, die Verhaftung.
"Dies ist ein großer Tag für Bosnien und eine großer Tag für die Gerechtigkeit", erklärte das kroatische Präsidiumsmitglied Zeljko Komsic.
Im Zentrum Belgrads verstärkte die Polizei ihre Streifen und stellte zusätzliche Kräfte für die Bewachung der Botschaften in der Hauptstadt und dem Sondergericht, in dem Karadzic in Untersuchungshaft sitzen soll.
Serbische Nationalisten und Anhänger Karadzics protestierten dort in der Nacht gegen die Verhaftung.
Karadzic hat noch immer viele Anhänger in Serbien.
Sie kritisieren die Verhaftung als Dienst an die EU. Der Generalsekretär der Radikalen sagte: "Damit verschwinden die Menschen, die ein Symbol des Patriotismus sind."
Ljiljana Zelen-Karadzic, die Ehefrau des gesuchten Serbenführers, war schockiert. Sie habe es zuerst nicht geglaubt, als sie von der Festnahme gehört habe.
Vor Jahren hatte Ljiljana Zelen-Karadzic ihren Mann aufgefordert, sich zu stellen und der Familie die häufigen Hausdurchsuchungen zu ersparen.
EU-Chefdiplomat Javier Solana begrüßte die Nachricht. "Die neue Regierung in Belgrad steht für ein neues Serbien."
Die US-Regierung gratulierte Serbien ebenfalls zur Verhaftung. Sie sei "eine wichtige Demonstration der Entschlossenheit der serbischen Regierung, ihrem Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal nachzukommen." (Alle Bilder AP / reuters)
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.
Entdecken Sie bei Experteer.de tausende Jobs von Headhuntern und knüpfen Sie Kontakte zu den besten Personalberatungen Deutschlands.