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Bilderserie: Genfer Automesse - Vom Auto- zum "Umweltsalon"

 
Autofans aufgepasst: Der Genfer Autosalon öffnet wieder seine Pforten.

Autofans aufgepasst: Der Genfer Autosalon öffnet wieder seine Pforten.

Vom 08.03.- bis zum 18.03.2007 können in Genf die Neuheiten der Auto Hersteller und das -

sagen wir mal - Rahmenprogramm bewundert werden.

Selbst Superstar Shakira kam schon am Pressetag vorbei, um den Autos ein Liedchen zu trällern.

Doch in diesem Jahr soll es nicht nur um flotte Flitzer oder schöne Models gehen,

oder zumindest nicht nur.

Nein, im Vordergrund steht diesmal?..

Trommelwirbel?..

Der Umweltschutz, jawohl!

Kurz nach der Bekanntgabe der EU-Pläne zur Senkung des Ausstoßes von Kohlendioxid

haben die Autobauer erstmals eine große Bühne um zu zeigen,

dass sie nicht die Umwelt-Schmutzfinken sind, als die sie in den letzten Tagen dargestellt wurden.

Diesmal wird es in Genf ein richtiger Umweltsalon, sind sich Experten sicher.

"Es gibt niemanden in dieser Schlüsselindustrie, der dem Klimaschutz nicht die gebührende Aufmerksamkeit widmet", versichert Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie.

Die Autobauer in Europa stehen unter Druck, weil die EU-Kommission sie zur drastischen Senkung des Kohlendioxidausstoßes von Neuwagen zwingen will.

Ihren selbst gesteckten Zielen zum Klimaschutz hinkt die Branche aber weit hinterher.

Für Zündstoff hatte Bundespräsident Horst Köhler gesorgt, der der deutschen Automobilindustrie vorwarf, sie habe bei der Entwicklung umweltfreundlicher Autos kein Ruhmesblatt beschrieben.

Branchenexperten haben daraufhin die wahren Schuldigen ausgemacht. Es sind die Autokäufer.

Warum sind aber auch diese sportlichen Geländewagen so beliebt.

Die Autobauer selbst geloben jedoch Besserung und wollen die Automesse nicht nur wie sonst auch als Kontaktbörse nutzen,

sondern diesmal auch bei Allianzen und Kooperationen in Sachen Umweltschutz Nägel mit Köpfen machen.

"Als Europas Nummer eins fühlen wir uns verpflichtet, auch bei umweltbewussten Automobilen die Nummer 1 zu sein", meint etwa der neue VW-Chef Martin Winterkorn.

Ob er schon neue Ideen ins Ohr von DaimlerChryslerChef-Dieter Zetsche flüstert?

Bei der Entwicklung neuer Antriebe gibt es bereits verschiedene Kooperationen. So baut BMW etwa kleine Benzinmotoren mit Peugeot zusammen und arbeitet bei der Entwicklung eines Hybridantriebs Hand in Hand mit GM und DaimlerChrysler.

Dieser Trend wird sich verschärfen, sind sich Experten sicher. Motorentechnik werde etwa auch wegen der neuen Abgasvorschriften immer teuerer. Da kommen enorme Kosten auf die Hersteller zu.

Als Umweltengel der Branche gilt derzeit Toyota. Auch in Genf glänzt der japanische Autobauer mit sparsamen Benzin- und Elektromotoren und einer Studie mit Namen Hybrid X.

Mit dem Prius hatte Toyota in den USA einen Überraschungs-Verkaufs-Hit gelandet.

Flugs sprang der US-Autoriese Ford mit seinem "Focus-Bioethanol" und dem Motto "Go green" auf den Umweltzug auf.

Hierzulande ist man da eher skeptisch. Toyota stelle sich zu Unrecht als besonders umweltfreundlich dar, heißt es etwa in Wolfsburg.

Der neue VW-Polo stoße mit seiner "Blue Motion"-Technik mit 102 Gramm pro Kilometer zwei Gramm weniger aus als der Prius und sei zudem noch 9.000 Euro billiger.

Auch für DaimlerChrysler ist der Hybrid kein "Allheilmittel". DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche wird nicht müde darauf hinzuweisen,

dass es mindestens ebenso wichtig sei, die Stickstoff-Emissionen der Diesel-Motoren auf das Niveau von Benzin-Motoren zu senken.

Besonders stolz ist man bei DaimlerChrysler auf das sonstige Sorgenkind Smart. "Wir haben das Fahrzeug mit dem niedrigsten CO2-Ausstoß - 88 Gramm - im Programm, den Smart Diesel", stellt Konzernchef Zetsche fest.

Bei Porsche will man sich dagegen von der Klimaschutz-Debatte nicht beirren lassen, der Sportwagenhersteller sträubt sich gegen die Entwicklung eines klimaschonenden Diesel-Motors.

"Porsche steht für Otto-Motoren", meint Konzernchef Wendelin Wiedeking.

Aber uneinsichtig ist man bei Porsche nicht, der Autobauer arbeitet an der Verbrauchssenkung seiner Benzin-Motoren und will bis Ende des Jahrzehnts einen Hybrid-Motor anbieten.

Wer etwas für den Klimaschutz tun möchte, dem empfahl Wiedeking unlängst, den Wagen einfach gelegentlich stehen zu lassen - er würde das auch tun.

Die Forderung eines autofreien Sonntags findet der Porsche-Chef allerdings übertrieben. "Warum muss es denn schon wieder dieser typische deutsche Dirigismus sein?"

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