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Liebe Leserinnen und Leser, Sie müssen jetzt sehr stark sein: "Franzi denkt ans Auswandern". So jedenfalls steht es auf der Titelseite der "Bild am Sonntag".
In dem wirklich lesenswerten Interview sagt die 27-Jährige: "Noch wohne ich in Deutschland. Und ich werde mir das auch noch ein paar Jahre angucken. Aber wenn sich nichts ändert, könnte ich mir vorstellen, irgendwann ins Ausland zu gehen."
Um Himmels Willen, was ist passiert? Wird die Ex-Schwimmerin von penetranten Fans belagert? Geht ihr das Wetter auf die Nerven?
Will keiner ihre Stiefel kaufen? Oder sind es die hohen Steuern?
Nein. "Mein Steuersatz stört mich nicht sehr", sagt Almsick. "Ich finde etwas anderes viel schlimmer."
Nämlich?
"Ich bin jung, ich habe Geld, ich bin die Zukunft - aber das macht hier in Deutschland keinen Spaß."
Häh?
"Bei den vielen bürokratischen Hürden habe ich keine Lust, mein Geld irgendwo zu investieren. Hier wird sogar jahrelang darüber diskutiert, ob man das Rauchen am Steuer verbieten sollte. Dabei haben wir doch ganz andere Probleme."
Allerdings, die haben wir. Aber hat Almsick die auch? Muss sie nach einer Bank suchen, die ihr einen Kredit gewährt, ohne den aus ihrer Geschäftsidee nichts wird?
Scheitert ihr Business-Plan am deutschen Steuer-Dickicht? Muss sie fürchten, von säumigen Schuldnern in die Insolvenz getrieben zu werden?
Sitzt Franzi stundenlang in den Fluren von irgendwelchen Behörden rum, um Unterlagen für ihr junges, aufstrebendes Unternehmen zu sammeln und einzureichen?
So ähnlich: "Ich gründe eine Firma und muss warten, bis ich registriert bin. Ruf' ich jemanden an, häng' ich ewig in der Warteschleife." Jaja, dieses nervenzerfetzende Warten am Telefon?
"Menschen, die mich nicht kennen, denken oft von mir, ich sei eine total eingebildete, blöde und arrogante Kuh", sagt Franzi in dem Interview. Und weiter: "Wenn die Leute erst mit mir gesprochen haben, ?
? sagen sie, dass ich gar nicht arrogant bin." Und nicht eingebildet, und blöd schon mal sowieso nicht.
Die Franzi sucht übrigens gerade "den richtigen Job". "Im Moment probiere ich viel aus - Design für Bademoden und Schuhe, Moderation fürs Fernsehen." Auf die Frage, ob sie glaube, noch einmal so ein Glücksgefühl zu erleben wie als Schwimmerin, sagt sie: ?
"Vielleicht als Mutter. Alle Mütter erzählen doch immer von diesem Glücksgefühl. Und ich hoffe, dass es auch bei mir so ist."
Vorerst wird aus diesem Glücksgefühl jedoch nichts. Im Augenblick seien Kinder für sie undenkbar, sagt Almsick. "Ich bin froh, wenn ich die nächste Woche geplant kriege."
Viel Erfolg also beim Planen der nächsten Woche, verehrte Frau van Almsick.
Und übrigens: Die "Debatte" um Rauchen am Steuer war ein kurzer Aufreger im vorgezogenen Sommerloch 2005. Schön, dass sich jemand noch daran erinnert. Vier Jahre zuvor hatte es eine ebenso erbitterte Debatte gegeben. Ebenfalls im Sommer. Und ebenfalls ohne irgendwelche Folgen.
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