Untergangsstimmung im Land der aufgehenden Sonne: Japan rutscht immer tiefer in die Krise.Bild 1 von 52 Nach jahrelangem Aufschwung fällt die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt in die schwerste Rezession der Nachkriegszeit.Bild 2 von 52 Die Finanzkrise hat Nippon fest im Griff: Das Börsenjahr 2008 gilt als das schlechteste in der Geschichte ?Bild 3 von 52 ? und die Nachfrage nach Autos, Elektronik und Maschinen "Made in Japan" ist dramatisch zurückgegangen.Bild 4 von 52 Im Februar 2009 brachen die japanische Exporte im Vergleich zum Vormonat um fast 50 Prozent ein - so stark wie noch nie.Bild 5 von 52 Das hat spürbare Folgen: Die Industriekonzerne haben ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahr bereits um 20 Prozent gedrosselt ?Bild 6 von 52 ... und die Arbeitslosenquote ist mit 4,4 Prozent auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen.Bild 7 von 52 "2009 kündigt sich in düsteren Tönen an", meint Japans Regierungschef Taro Aso.Bild 8 von 52 Experten befürchten, dass die Wirtschaftsleistung dramatisch eingebrochen ist - gerechnet wird mit einem BIP-Rückgang von rund zehn Prozent.Bild 9 von 52 Das wäre der stärkste Einbruch seit der Ölkrise 1974.Bild 10 von 52 Die Rezession treibt so viele Firmen in die Pleite wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.Bild 11 von 52 Die Krise zieht sich dabei durch sämtliche Branchen:Bild 12 von 52 Japans sechs größten Bankengruppen haben in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres Verluste von zusammen rund 990 Mrd. Yen (8,6 Mrd. Euro) erwirtschaftet.Bild 13 von 52 Die Krise traf die meisten Institute indirekt, da sie vor allem unter den stark gefallenen Aktienkursen litten.Bild 14 von 52 Anders als westliche Geldhäuser halten sie große Anteile an den Firmen ihrer Geschäftskunden, um die guten Beziehungen zu unterstreichen.Bild 15 von 52 Hinzu kamen die gestiegenen Kosten durch die Abschreibung von Problemkrediten.Bild 16 von 52 Im weltweiten Vergleich stehen Japans Großbanken aber noch relativ gut da, trösten Experten.Bild 17 von 52 Anders dagegen die Autobauer: Der weltgrößte Autobauer Toyota erwartet einen Jahresverlust von 3,8 Mrd. Euro.Bild 18 von 52 Honda senkte ebenfalls die Gewinnprognose, rechnet aber immerhin noch mit schwarzen Zahlen.Bild 19 von 52 Voll erwischt wurde dagegen Nissan. Der japanische Renault-Partner erwartet erstmals seit neun Jahren rote Zahlen und baut weltweit 20.000 Stellen ab.Bild 20 von 52 Das ist das erste Minus, seit Carlos Ghosn 1999 das Ruder bei Nissan übernommen hat.Bild 21 von 52 "Bei jedem Planungsszenario wurden unsere schlimmsten Annahmen zur Weltwirtschaft bestätigt oder übertroffen", sagte Ghosn.Bild 22 von 52 Auch in der High-Tech-Branche ist Krisenstimmung angesagt:Bild 23 von 52 Von Tokyo Elektron, Hynix und Lenovo bis hin zu Sony, Toshiba und Hitachi häufen sich historisch rote Zahlen und gesenkte Prognosen.Bild 24 von 52 Im Kampf gegen die massive Absatzschwäche wollen Toshiba und NEC nun zusammenarbeiten. "Eine Verbindung von Verlierern", ätzen Analysten.Bild 25 von 52 Wie Nissan plant auch NEC den Abbau von 20.000 Stellen.Bild 26 von 52 Neben der steigenden Arbeitslosigkeit bereiten auch die Verbraucherpreise Kopfschmerzen.Bild 27 von 52 Stagnierende Preise lösen in Japan keine Shopping-Laune aus, sondern wecken vielmehr unliebsame Erinnerungen. (im Bild: Bank of Japan-Gouverneur Fukui)Bild 28 von 52 Denn Japan ist in Sachen Deflation ein gebranntes Kind, die Abwärtsspirale bei den Preisen hat die Wirtschaft bereits über Jahre gelähmt. Wir erinnern uns:Bild 29 von 52 In den 80er Jahren galt Japan dank seiner Dynamik und Innovationsfähigkeit als "Motor" der Weltkonjunktur.Bild 30 von 52 Technische Innovationen, vor allem in der Hightech- und Elektroindustrie, machten Japan zu einer der führenden Wirtschaftsmächte.Bild 31 von 52 Seit Mitte der 80er Jahre floss jede Menge spekulatives Kapital nach Japan und führte nach und nach zur Entstehung der "Bubble"-Economy.Bild 32 von 52 Die Börse stieg, die Immobilienpreise auch, und um weitere Spekulationsgewinne einzufahren, wurden die Immobilien beliehen.Bild 33 von 52 Eine Rechnung, die zunächst dank des steigenden Yens aufging. Japanische Unternehmen hatten eine gut gefüllte Kriegskasse und kauften vor allem in den USA kräftig ein.Bild 34 von 52 Das schürte die Angst vor der neuen Vormacht des Industrielandes. Romane wie "Nippon Connection" von Michael Crichton wurden zum Bestseller und sorgten für zusätzliche Aufregung.Bild 35 von 52 Doch die Geschichte ging anders aus: Denn wie wir nicht erst seit 2008 wissen, platzen Blasen irgendwann.Bild 36 von 52 Anfang der 90er Jahre fielen die Immobilienpreise um drei Viertel, die Aktienmärkte stürzten ab und die faulen Kredite drohten die Banken zu ersticken.Bild 37 von 52 Japan fiel in eine jahrelange Deflationsspirale, dem die Zentralbank auch durch eine jahrelange Nullzinspolitik nichts entgegenzusetzen hatte.Bild 38 von 52 Die Asienkrise 1997/1998 brachte weitere Rückschläge und den Niedergang einiger großer Banken und Versicherer.Bild 39 von 52 Die 90er Jahre gelten seither in Sachen Wirtschaft in Japan als das "verlorene Jahrzehnt".Bild 40 von 52 Im neuen Jahrtausend ist es Japans Banken schließlich gelungen, eine Vielzahl der faulen Kredite abzuschreiben ...Bild 41 von 52 ... und die japanischen Konzerne eroberten sich auf dem Weltmarkt verlorenes Terrain wieder zurück.Bild 42 von 52 Der Boom in China tat sein Übriges.Bild 43 von 52 Ein Problem konnte Japan allerdings noch nicht lösen: Die Sparwut seiner Bürger.Bild 44 von 52 Insbesondere ältere Japaner sind berüchtigt für ihre hohen Sparquoten. Das wirkt sich auch auf den Binnenkonsum aus.Bild 45 von 52 Um das enorme Kapital zu bergen, das unter Kopfkissen und auf Bankkonten schlummert, müssten nach Ansicht von Ökonomen enorme Strukturreformen her.Bild 46 von 52 Das wurde jedoch in den letzten Jahren verpasst und ist in der jetzigen Lage kaum nachzuholen. Das Rentensystem ist überlastet ?Bild 47 von 52 ... und die Möglichkeiten des Staates sind gering - die Staatsverschuldung beläuft sich bereits auf 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.Bild 48 von 52 Dennoch wird Japan auch weiterhin seiner Rolle als stabilisierender Anker in Asien gerecht werden müssen.Bild 49 von 52 Beim Weltwirtschaftsforum in Davos stellte Japan benachbarten Ländern Finanzhilfen in Milliardenhöhe in Aussicht.Bild 50 von 52 1,5 Billionen Yen sollen insgesamt zur Verfügung gestellt werden, um der Krise die Stirn zu bieten und die Konjunktur anzukurbeln.Bild 51 von 52 Denn noch hat Japan die historische Gewissheit, dass auch nach düsteren Zeiten die Sonne in Nippon wieder aufgeht. (Text: Samira Lazarovic, alle Bilder: Reuters, dpa)Bild 52 von 52