Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 11° / 23°
Alter BS-Ordner (neue Heimat suchen)

Bilderserie: Joseph Biden - schlagfertiger Politikveteran und Obamas Vize

 
Die Nachricht des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama kam in der Früh per SMS:

Die Nachricht des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama kam in der Früh per SMS:

"Freunde, ich habe wichtige Nachrichten, die ich offiziell machen möchte ...

... Ich habe Joe Biden zu meinem running mate bestimmt."

Die Wahl Bidens bedeutet für Obama eine wichtige strategische Entscheidung zu Beginn der Endphase des US-Wahlkampfs.

Immerhin geben bei Umfragen ein Drittel der US-Bürger an, dass die Vize-Kanidaten ihre Stimme beeinflussen.

Obamas Entscheidung, nach dessen Angaben "die wichtigste Entscheidung vor dem Einzug ins Weiße Haus" zeigt:

Der junge Demokrat setzt auf Erfahrung und das politische Establishment.

Auf Verlässlichkeit, Stabilität und Vertrauen.

Der 65-jährige Jurist Biden gehört zu den profiliertesten Außenpolitikern der USA, ...

... er sitzt dem mächtigen Außenausschuss im Senat vor und trifft regelmäßig mit international erfahrenen politischen Schwergewichten zusammen..

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Haben doch die Republikaner immer wieder Obamas außenpolitische Unerfahrenheit angeprangert.

Bidens zweite Stärke ist seine verbale Schlagfertigkeit.

Er gilt als humorvoll ...

... und versteht sich meisterlich auf den Gebrauch von Worten als Waffe.

Dies musste auch Obama bereits feststellen:

So sagte Biden im Vorwahlkampf der Demokraten, in dem er sich erfolglos um die Spitzenkandidatur bewarb, über Obama:

"Wir haben den ersten Mainstream-Afroamerikaner, der redegewandt, gescheit, sauber und gutaussehend ist."

Obama verzieh ihm prompt ....

... und dürfte im Wahlkampf noch von Bidens verbaler Schärfe profitieren.

Und noch etwas spricht für Biden: Anders als Obama haftet ihm der Stallgeruch der Arbeiterklasse an.

Er kommt aus einfachen Verhältnissen und wuchs in einer katholischen Arbeiterfamilie in Pennsylvania auf.

Seine Jugend war geprägt von ständiger Finanznot der Eltern. (Im Bild rechts seine Mutter)

Dem Arbeiterjungen, der mit viel Disziplin sein Stotter-Leiden überwand, gelang der große Aufstieg.

Mit nur 29 Jahren wurde Biden 1972 in den Senat gewählt.

Wenig später folgte die Tragödie:

Seine Frau (Bildmitte) und seine einjährige Tochter starben bei einem Autounfall, die zwei Söhne wurden schwer verletzt.

Biden erwog daraufhin, seinen Sitz im Senat aufzugeben.

Führende Demokraten überzeugten ihn jedoch, zu bleiben.

Den Amtseid legte Biden an den Krankenbetten seiner Kinder ab.

Ihnen zuliebe blieb er auch in Wilmington wohnen und pendelte jeden Morgen zwei Stunden mit dem Zug in die Hauptstadt.

15 Jahre später heiratete Biden erneut.

Ein weiterer Schicksalsschlag ereilte Biden vor einigen Jahren, als ihn eine Gehirnblutung an den Rand des Todes brachte.

Mit dieser Lebensgeschichte ist ihm im amerikanischen Wahlkampf wohlwollende Aufmerksamkeit gewiss.

Verschwimmen doch hier die Grenzen zwischen Privatleben und Politik; ein erfolgreiches Familienleben ist ein schlagendes Argument im Wahlkampf.

Als Außenpolitiker verschaffte sich Biden überparteilich Respekt.

Erst kürzlich konnte er im Kaukasus-Konflikt damit punkten, dass er auf Einladung von Präsident Michail Saakaschwili im Krisenland Georgien war.

Bei weiter reichenden Ambitionen machte er aber keine gute Figur.

Als er sich schon 1988 um die Spitzenkandidatur der Demokraten bewarb, kupferte er in einer Rede einige Passagen wortgleich von einem britischen Politiker ab.

Als Plagiator enttarnt, musste Biden aufgeben.

Er räumte ein, übers Ziel hinausgeschossen zu sein und erklärte:

"In meinem Eifer, unsere Ideale neu zu entfachen, habe ich einige Fehler gemacht."

Der Spott darüber hängt ihm bis heute nach.

In diesem Jahr gab er im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur auf, ...

... nachdem er in der Vorwahl von Iowa im Ein-Prozent-Bereich gelandet war.

Anfang des Jahres bestritt er noch, dass der junge Obama in der Lage sein könnte, Präsident zu werden.

Und er sagte, wie nun die Republikaner gerne betonen: "John McCain ist ein persönlicher Freund, ...

.... und es wäre mit eine Ehre, mit ihm oder gegen ihn anzutreten."

"Running mate" des Republikaners zu werden, schloss er damals nicht aus.

Nun hat er sich entschieden.

Und der US-Sender Fox prognostizierte bereits für den Fall eines demokratischen Wahlsiegs:

"Das würde der unterhaltsamste Vizepräsident der Geschichte werden!" (Alle Fotos: AP / Reuters)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.