Sie ist die letzte große Chansonnette Frankreichs, poetisch und dabei resolut, elegant und verspielt.Bild 1 von 23 Melancholie in ihren dunklen Augen, das blasse Gesicht wirkungsvoll umrahmt von schwarzer Haarpracht, in enge Hosen und einen schwarzen Pullover gezwängt ...Bild 2 von 23 ... so saß Juliette Gréco einst, 20 Jahre jung, auf einem zufälligen Foto vor der Kirche Saint-Germain-des-Prés.Bild 3 von 23 Dieser Schnappschuss sollte die Sängerin nach dem Krieg zur Symbolfigur der jungen Rebellen im befreiten Paris machen.Bild 4 von 23 Dann wurde sie als "Grande Dame de la Chanson" zu einem Markenzeichen.Bild 5 von 23 Die "Schwarze Muse" der Intellektuellen vom linken Seine-Ufer feiert am 7. Februar 2007 ihren 80. Geburtstag. Auf ihrem jüngsten Album "Le Temps d'une chanson" lässt sie sich erstmals von einem Jazz-Orchester begleiten.Bild 6 von 23 Sie gibt Konzerte und pestet gegen die Rechtsextremen von Jean-Marie Le Pen - energisch wie eh und je. "Ich bin nur ein kleines Sandkorn", sagte sie einmal, "und zum Chanson bin ich ganz zufällig gekommen - so wie ein Vogel sich auf einen Ast setzt".Bild 7 von 23 Die Turbulenzen kurz nach dem Weltkrieg haben so manche Weichen gestellt.Bild 8 von 23 "Wie ist es nun, Gréco, singen Sie jetzt?", fragte Jean-Paul Sartre die Südfranzösin aus Montpellier, die sich zu seinem Existenzialistenkreis gesellt hatte.Bild 9 von 23 Auch Albert Camus und Francois Mauriac schrieben dann Lieder für sie. Und die Gréco trat so aus den verräucherten Kellern der Existenzialisten in das richtige Rampenlicht.Bild 10 von 23 Schon bald gingen ihre Titel wie "Si tu t'imagines", "L' Eternel féminin" und "Déshabillez-moi" um die ganze Welt.Bild 11 von 23 Die zierliche Diva des Chansons und lebende Legende in Schwarz, die jedes Lied mit der ihr eigenen Gestik des Körpers und vor allem ihrer Hände betonte, hatte ein wechselhaftes Schicksal zu bewältigen.Bild 12 von 23 Ihr Hang zur Schwermut muss aus ihrer schwierigen Kindheit stammen, die sie in ihrer Autobiografie "Jujube" (1983, Ich bin wie ich bin) uneitel und ganz offen beschrieben hat.Bild 13 von 23 Ihren Vater, einen korsischen Polizeikommissar, hat sie kaum gekannt.Bild 14 von 23 Die Mutter, die im Widerstand aktiv war und von der Gestapo deportiert wurde, "liebte mich nicht", wie sie schrieb.Bild 15 von 23 Als sie in den fünfziger Jahren zunächst weniger gefragt war, spielte Juliette Gréco in einigen Filmen mit - bis zum ersten von mehreren Comebacks 1957.Bild 16 von 23 Zwei Jahre später gastierte sie als erste französische Sängerin im Nachkriegsdeutschland. Dem Auf und Ab ihrer Laufbahn entspricht ihr stürmisches Privatleben.Bild 17 von 23 Sie war zunächst mit dem Schauspieler Philippe Lemaire (im Bild mit der gemeinsamen Tochter Laurence Marie) verheiratet, dann von 1966 bis 1977 mit Michel Piccoli.Bild 18 von 23 Zu den frühen Liebschaften gehörte der legendäre schwarze Jazz-Trompeter Miles Davis: "Man kann sagen, dass das Liebe auf den ersten Blick war". Obwohl Miles kein Wort Französisch sprach, und sie kein Englisch, "haben wir uns extrem gut verstanden."Bild 19 von 23 In den 90er Jahren wurde ihre triumphale Rückkehr vor allem von dem Pianisten Gérard Jouannest stark gefördert - mit ihrem langjährigen musikalischen Begleiter hat sie 1988 auch das Band der Ehe geknüpft.Bild 20 von 23 Das Saint-Germain-des-Prés der Gréco und der Existenzialisten ist lange Vergangenheit. Die Sängerin lebt auf einem Bauernhof unweit von Paris.Bild 21 von 23 Ein Herzanfall auf der Bühne zeigte ihr im Mai 2001 die Grenzen ihrer Energie. Ihre Lieder (etwa 50 Platten hat sie eingespielt) begeistern und faszinieren aber immer noch, auch in Deutschland.Bild 22 von 23 Vor allem dank der einzigartigen Interpretation der französischen "Lady in Black". Bon anniversaire, Madame Greco!Bild 23 von 23