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Perfekte Bühne, prominente Gäste, aufgeheizte Fans - doch die große Show blieb aus.
Im bislang größten Kampf seiner Karriere galt für Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko "Safety First".
Klitschko besiegte Konkurrenz-Champion Sultan Ibragimow im New Yorker Madison Square Garden über zwölf langweilige Runden eindeutig nach Punkten ...
... und holte sich nach der IBF- nun auch die WBO-Krone aller Klassen.
Dabei musste sich der zwei Meter große Modellathlet aus der Ukraine von den 14. 011 Zuschauern, unter ihnen Hollywood-Prominenz wie Bruce Willis (mit seiner Freundin, dem Model Emma Hemings), wiederholt Pfiffe und Buhrufe gefallen lassen.
"Natürlich habe ich das registriert. Aber ich darf nicht auf die Zuschauer achten, sondern muss das umsetzen, was mein Trainer sagt.
Ich bin hergekommen, um den Kampf überzeugend zu gewinnen. Der Kampf ist vorbei, und wir haben einen Sieger", sagte Klitschko nach seinem 50. Sieg im 53. Kampf lapidar.
Der Erfolg war verdient, was sich in den Wertungen der Punktrichter Don Ackermann (119:110), Chuck Giampa (117:111) und Steve Weisfeld (118:110) widerspiegelte.
Klitschko bot Rechtsausleger Ibragimow keine Blöße, kontrollierte in den ersten drei Runden nur mit seiner linken Führungshand den Kampf und patschte damit den rechten Jab seines Gegners regelrecht runter.
Die Schlaghand kam nicht einmal. Das verwöhnte Publikum wurde unruhig, Pfiffe und Buhrufe folgten.
Als dann endlich in der zweiten Kampfhälfte die Siegesgewissheit stieg, ließ Klitschko seine rechten Haken wiederholt fliegen ...
... und brachte Ibragimow prompt in der achten Runde in Schwierigkeiten. Die bis dahin gequälten Fans jubelten frenetisch.
Auch Trainer-Star Emanuel Steward hatte von Klitschko offenbar mehr erwartet. "Es war nicht ganz befriedigend. Ich hätte gerne einen K.o. gesehen. Er hat getan, was er tun musste".
Allerdings entpuppte sich Sultan Ibragimow als alles andere als ein würdiger Champion.
Der 32-Jährige brachte nicht mehr als ein paar unbeholfene, überfallartige Angriffe zustande und riss sich selbst und Klitschko bei einer solchen Aktion in Runde zehn zu Boden.
"Ich habe mich nicht mehr so stark gefühlt wie vor dem Kampf. Er war schneller als auf den Videos, die ich gesehen habe. Er war stärker", sagte der in der Kaukasus-Republik Dagestan aufgewachsene Ibragimow.
Ob Wladimir Klitschko als Weltmeister zweier großer Verbände - er hält auch den Gürtel der unbedeutenden IBO - das darbende Schwergewicht wiederbelebt, bezweifeln die Experten noch.
"Ich war nicht begeistert. Er hätte auf Knockout gehen sollen. Sein Stil könnte Einfluss auf seine Popularität haben. Noch passt er nicht in meine Fußstapfen. Hoffentlich machte er bald seinen nächsten Kampf, damit man diesen vergessen kann", so Ex-Weltmeister Lennox Lewis.
Für Klitschko war der Kampf eine Dreiviertelstunde nach Mitternacht dann auch gegessen. "Die Entscheidung über die nächsten Kämpfe werde ich in den nächsten Wochen treffen. Ich habe bis jetzt nur ans Sportliche gedacht, jetzt kommt das Geschäftliche. ...
... Das macht auch Spaß". Der Mehrfach-Weltmeister besitzt mit seinem Bruder Witali (r) die Agentur K2 und vermarktet sich selbst.
Weitere Konkurrenz-Weltmeister sind der für die Universum Box Promotion kämpfende Ruslan Tschagajew (Usbekistan/WBA) ...
und Oleg Maskajew (Russland/WBA). Der boxt am 8. März gegen Samuel Peter. Der Sieger soll dann gegen Ex-Weltmeister Witali Klitschko antreten. (Alle Bilder: dpa, AP)
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