Barack Obama hat die Welt der US-Demokraten auf den Kopf gestellt.Bild 1 von 75 Nicht seine Gegenkandidatin Hillary Clinton zieht in den Kampf ums Weiße Haus, sondern der mitreißende Senator aus Illinois.Bild 2 von 75 Er hat nicht nur die Anhänger der Demokraten politisch verzaubert. Er sei mutig, voller Urteilskraft und politischer Intelligenz, schwärmen die Kommentatoren.Bild 3 von 75 Er habe die Fähigkeit, die Menschen zu inspirieren.Bild 4 von 75 Zu Zehntausenden kommen die Menschen in Hallen und Stadien zusammen, um seine Botschaft zu hören: "Yes, We Can."Bild 5 von 75 Zudem ist Obama ein sehr eindrucksvoller Mann. Sein Biograf Christoph von Marschall bei n-tv.de: "Er sieht gut aus, hochgewachsen, schlank, sportlich, er hat ein anziehendes Lächeln, er kann gut Kontakt zu Menschen aufbauen, er ist ein guter Redner. ...Bild 6 von 75 ... Viele haben regelrecht einen Glanz in den Augen, wenn sie ihn erlebt haben, es hat fast etwas Religiöses."Bild 7 von 75 Immer wieder wird er mit dem von 1961 bis 1963 amtierenden Präsidenten John F. Kennedy verglichen, als der "schwarze Kennedy" oder "JFK in Schwarz" wurde er zu Beginn seiner Kandidatur bezeichnet, ....Bild 8 von 75 ... doch selbst dieser Ritterschlag ist inzwischen nicht mehr genug. Er vereine "Jacks vorausweisende ironische Coolness" mit "Bobbys ernstem, inspirierenden Eifer", schrieb der "New Yorker".Bild 9 von 75 Der inzwischen schwer erkrankte Ted Kennedy, der einzige Überlebende der Kennedy-Brüder, sagte Obama seine Unterstützung zu.Bild 10 von 75 Er sehe in Obama einen "Hoffnungsträger und Visionär", genau das, was das Land brauche. Obama mache die Hoffnung für alle lebendig, "die noch an den amerikanischen Traum glauben".Bild 11 von 75 JFKs Tochter Caroline verglich Obama mit ihrem Vater und nannte ihn "den Präsidenten, den wir brauchen".Bild 12 von 75 Auch Ted Kennedys Sohn, der Kongressabgeordnete Patrick Kennedy und die Kennedy-Nichte Maria Shriver unterstützen Obama.Bild 13 von 75 Shriver nannte ihn einen "Träumer und Führer". Die Superlative reichen Obamas Anhängern kaum aus, um auszudrücken, was sie in ihm sehen und von ihm erhoffen.Bild 14 von 75 Aus dem "frischen Gesicht", dem "schimmernden Stern am demokratischen Himmel" ist ein "politischer Rockstar" geworden, der den Amerikanern den Glauben an sich selbst zurückgeben soll ...Bild 15 von 75 ... und selbst im fernen Berlin die Massen begeistert.Bild 16 von 75 Die Lebensgeschichte des Barack Obama liest sich in der Tat wie der wahr gewordene amerikanische Traum.Bild 17 von 75 1961 kommt Obama in Honolulu zur Welt, seine Eltern hatten sich am East-West-Center der Universität Hawaii kennengelernt, ...Bild 18 von 75 ... wo sowohl sein aus Kenia stammender Vater als auch seine amerikanische Mutter studieren.Bild 19 von 75 Obama ist stolz auf seine afrikanischen Wurzeln. Das Bild zeigt ihn mit seiner Großmutter Sarah Hussein Obama im kenianischen Nyongoma Kogelo. Er besucht sie, so oft er kann.Bild 20 von 75 Afrika liegt Obama am Herzen. Hier bei einem Treffen mit dem früheren anglikanischen Erzbischof Desmond Tutu im südafrikanischen Kapstadt.Bild 21 von 75 Wie Bill Clinton setzt sich Obama für die Bekämpfung der Immunschwäche-Krankheit Aids ein. Öffentlicher HIV-Test mit Gattin Michelle in Kenia, wo Aids immer noch ein Stigma ist.Bild 22 von 75 Die Ehe der Eltern hält nicht lange.Bild 23 von 75 Der Vater verlässt die Familie. Sie sehen sich nur noch einmal wieder, als Obama zehn Jahre alt ist. Obama senior stirbt 1982 bei einem Autounfall in Kenia.Bild 24 von 75 Nach der Scheidung 1963 geht die Mutter mit Barack nach Jakarta. Sie hatte inzwischen einen Indonesier geheiratet.Bild 25 von 75 Vier Jahre lang geht Obama hier zur Schule - unter anderem auf eine islamische Schule, was im Wahlkampf in den USA für Aufregung sorgte.Bild 26 von 75 Ab 1971 lebt Obama wieder auf Hawaii, ...Bild 27 von 75 ... wo er bei den Eltern seiner Mutter aufwächst.Bild 28 von 75 Nach dem High-School-Abschluss 1979, ...Bild 29 von 75 ... den er mit Auszeichnung ablegte, ...Bild 30 von 75 ... studiert Obama Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen. 1983 macht er seinen Abschluss.Bild 31 von 75 Zunächst geht er den Weg eines aufstrebenden Karrieremachers und arbeitet für ein Wirtschaftsberatungsunternehmen, ...Bild 32 von 75 ... dann aber wechselt er zu einer gemeinnützigen Organisation in Chicago, die Einwohnern armer Viertel hilft.Bild 33 von 75 Doch es zieht ihn zurück an die Uni.Bild 34 von 75 1988 studiert er wieder, diesmal Jura an der Elite-Uni Harvard.Bild 35 von 75 1990 wird er als erster Afroamerikaner zum Präsidenten der renommierten Fachzeitschrift "Harvard Law Review" gewählt - ein perfektes Sprungbrett für eine Karriere als Anwalt. Doch Obama geht einen anderen Weg.Bild 36 von 75 Er schreibt sein erstes Buch (das zunächst mäßig erfolgreich ist) und kehrt 1992 nach Chicago zurück, wo er bis heute lebt. Ab 1993 arbeitet er in einer auf Bürgerrechte spezialisierten Anwaltskanzlei.Bild 37 von 75 Außerdem lehrt er bis zu seiner Wahl in den US-Senat 2004 Verfassungsrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der University of Chicago.Bild 38 von 75 Anfang der 90er Jahre beginnt auch seine politische Aktivität; er organisiert eine politische Kampagne, um afroamerikanische Wähler zu registrieren und zu mobilisieren.Bild 39 von 75 1996 wird er selbst in den Senat des Staates Illinois gewählt.Bild 40 von 75 Im Jahr 2000 unternimmt er einen Versuch, ins US-Repräsentantenhaus gewählt zu werden, scheitert jedoch - rückblickend ein Glück, ...Bild 41 von 75 ... denn 2004 kann er so in Illinois für den US-Senat kandidieren.Bild 42 von 75 All diese Schritte mögen nur politisch Eingeweihten aufgefallen sein, doch im Juli 2004 tritt Obama erstmals ins nationale Rampenlicht. Er steht gerade im Wahlkampf um den Senatorenposten ...Bild 43 von 75 ... und hält als vielversprechendes Talent auf dem Kongress der Demokraten vor der Präsidentschaftswahl die Grundsatzrede. Er erinnert daran, wie seine eigene Familie dem amerikanischen Traum gefolgt ist und er kritisiert den Krieg im Irak.Bild 44 von 75 Mit seinem Aufruf, "Hoffnung zu wagen", reißt er das Parteivolk mit. Bereits jetzt ist sein Slogan die Einheit: "Es gibt kein liberales Amerika und kein konservatives Amerika. Es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika."Bild 45 von 75 Den Sprung aus dem Senat in Springfield - der Hauptstadt von Illinois - in den Senat in Washington gelingt ihm mit 70 Prozent der Stimmen. Er ist der einzige Afroamerikaner in der kleineren Kongresskammer und erst der fünfte schwarze US-Senator in der Geschichte der USA.Bild 46 von 75 Bereits in den Jahren 2005 und 2006 initiiert Senator Obama zahlreiche Entwürfe und Beschlüsse.Bild 47 von 75 In seinem ersten eigenen Gesetzentwurf geht es um mehr Geld für einkommensschwache Collegestudenten - das Gesetz kommt nicht zu Stande. Zudem legt er einen Plan für einen phasenweisen Abzug aus dem Irak vor.Bild 48 von 75 Am 10. Februar 2007 verkündet er am selben Ort, an dem Abraham Lincoln seine berühmte "House Divided"-Rede gegen die Sklaverei gehalten hatte ("A house divided against itself cannot stand"), in Springfield, seine Präsidentschaftskandidatur.Bild 49 von 75 Einen solchen Schritt hatte der Professor für Rechtswissenschaft lange mit Verweis auf seine begrenzte politische Erfahrung ausgeschlossen.Bild 50 von 75 Der zweifache Vater fürchtete auch eine zu große Belastung für seine Familie.Bild 51 von 75 Doch nun steht der Senator aus Illinois für den ersehnten Wechsel in der Politik und für ein neues Amerika, dass die Agonie und Ablehnung der Bush-Jahre hinter sich lässt.Bild 52 von 75 Politisch wird Obama zur Mitte der Demokraten gezählt.Bild 53 von 75 Allerdings übte er im Gegensatz zu Hillary Clinton schärfere Kritik am Irakkrieg der Bush-Administration.Bild 54 von 75 US-Medien beschreiben Obama als "liberal mit Brückenschlag zu den moderaten Konservativen". Er wägt politische Stellungnahmen sorgfältig ab.Bild 55 von 75 Doch Obama hat auch Defizite, und er kennt sie. International ist er (noch) ein unbeschriebenes Blatt. Dieser Kritik trat er mit einer siebentägigen Tour durch acht Staaten entgegen.Bild 56 von 75 Als ein weiteres Handicap gilt seine Hautfarbe. Noch nie in der Geschichte der USA hat ein Afroamerikaner den Sprung ins Weiße Haus geschafft. Obama will nicht auf seine Hautfarbe reduziert werden - was wiederum bei vielen schwarzen Wählern lange auf Skepsis stieß.Bild 57 von 75 Die Finanzen waren nur am Anfang ein Problem. Doch das Handicap wurde zum Vorteil: Anders als Hillary Clinton verließ sich Obama fast ausschließlich auf Kleinspender. Er brach einen Spendenrekord nach dem anderen, während Clinton am Ende pleite war.Bild 58 von 75 Hollywoods Reiche und Wichtige lieben Obama, zu seinen Unterstützern zählen George Clooney, Cindy Crawford, Robert de Niro, Sydney Poitier, Stevie Wonder ...Bild 59 von 75 ... und nicht zuletzt Oprah Winfrey.Bild 60 von 75 Der Musiker will.i.am hat aus der Rede, die Obama nach seiner Niederlage bei der Vorwahl in New Hampshire hielt, ein Video gemacht, das inzwischen zu einer Art Hymne der Obama-Anhänger geworden ist.Bild 61 von 75 Auch seine Familie gilt inzwischen als wahlkampftauglich, Oma Obama liefert von Kenia aus charmante Beiträge über ihren Enkel; eine Schule ist dort nach ihm benannt.Bild 62 von 75 Seine Frau Michelle, einst während eines Praktikums seine Vorgesetzte, ...Bild 63 von 75 ... schafft den Spagat zwischen einer modernen berufstätigen klugen Frau ...Bild 64 von 75 ... und der Frau an seiner Seite und Mutter seiner Kinder.Bild 65 von 75 Die Töchter Malia und Sasha treten gelegentlich mit im Wahlkampf auf, ihre Zukunft und damit die Aussichten für eine ganze Generation sind auch immer wieder Thema in Obamas Reden.Bild 66 von 75 Bei aller Obama-Euphorie tun die Demokraten gut daran, ihre Siegesgewissheit zu zügeln. John McCain hatte einen schwachen Start, erweist sich inzwischen aber als gefährlicher Gegner.Bild 67 von 75 Unmittelbar vor dem Nominierungsparteitag der Demokraten holte McCain in den Umfragen auf.Bild 68 von 75 McCains Strategen versuchen, Obamas Stärken in Schwächen umzudeuten: McCain porträtiert Obama als Leichtgewicht mit Starallüren und macht sich lustig über dessen Rhetoriktalent und die Begeisterung der Obama-Fans.Bild 69 von 75 Kann Obama die Wahl gewinnen? Wenn er seinen Vertrauensvorsprung in der Wirtschaftspolitik beibehält und Zweifel an seiner Eignung in der Außen- und Sicherheitspolitik ausräumt, stehen seine Chancen gut.Bild 70 von 75 Schlechte Chancen hat Obama, wenn das von McCain gezeichnete Obama-Bild eines abgehobenen Politik-Neulings weiter beim Wähler verfängt ...Bild 71 von 75 ... und internationale Krisen wie jene im Kaukasus dafür sorgen, dass sich die Wähler bei vertrauten Politikveteranen vom Schlage McCains besser aufgehoben fühlen.Bild 72 von 75 Auch muss Obama weiter daran arbeiten, Clinton-Anhänger auf seine Seite zu ziehen.Bild 73 von 75 "Ich bin zum Symbol für die Möglichkeit geworden, dass Amerika zu seinen besten Traditionen zurückfindet", sagt Obama selbstbewusst.Bild 74 von 75 Am 4. November fällt die Entscheidung. (Text: Solveig Bach)Bild 75 von 75