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Lebensgefährliches Volksfest: Pamplona feiert es wieder und wieder

 
Die Stiere sind los.

Die Stiere sind los.

Pamplona in Nordspanien feiert sein alljährliches Volksfest. Mit einem Raketenschuss vom Rathausbalkon wird am 7. Juli die tägliche Stierhatz eröffnet, die bis zum 14. Juli dauert.

Für viele endete der Lauf schmerzlich.

Einer der Stiere blieb stehen, drehte sich um, ...

... und ging auf die Läufer und Zuschauer los.

Fast 80 Menschen wurden verletzt.

Unter ihnen auch ein Deutscher.

Der 26-Jährige erlitt bei einem Sturz eine Gehirnerschütterung.

Allein sieben Teilnehmer wurden von den bis zu 600 kg schweren Bullen auf die Hörner genommen und mussten in Krankenhäusern notoperiert werden.

Von Glück reden kann da, wer nur durch die Luft gewirbelt wurde.

Traditionsgemäß jagen bei der Stierhatz sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen...

...junge Draufgänger durch die Altstadt von Pamplona.

Ein "großer Spaß" zu Ehren des Heiligen San Fermín.

Im Volksmund wird das seit dem 16. Jahrhundert gefeierte Volksfest "Sanfermines" genannt.

Die tägliche Hatz ("encierro") führt über eine Strecke von 825 m zur Stierkampfarena.

Rette sich,...

... wer kann.

Besser, man ist fit, ...

... hat noch nicht zu viel getrunken ...

... und die Schuhe gut geschnürt.

Dann rennt es sich auch besser.

Zum Outfit der jungen Männer, der so genannten "mozos", gehören weiße Hosen und Hemden sowie rote Halstücher und Schärpen.

Als "Waffe" gegen den Ansturm der durchschnittlich 600 kg schweren Tiere dürfen die Möchtegern-Toreros nichts weiter als eine zusammengerollte Zeitung mit sich tragen.

Das große Volksvergnügen kann für Einzelne sehr schmerzhaft und sogar tödlich enden.

Dieses Jahr wurden schon am zweiten Tag der Stierhatz zwei Läufer auf die Hörner genommen und schwer verwundet.

Quetschungen, Prellungen, Schrammen und Knochenbrüche - rund 180 Teilnehmer wurden in diesem Jahr bisher verletzt.

Für viele Teilnehmer endete das Spektakel im Krankenhaus, manche Männer mussten notoperiert werden.

Die Bilanz des Sommers 2005 belief sich auf rund 500 Verletzte. 2006 wurden schon am ersten Tag des Festes 40 Männer verletzt. Oft sind unerfahrene Urlauber die Opfer.

Während die echten "mozos" sich monatelang auf die Hatz vorbereiten, riskieren viele Ausländer auf der Suche nach dem ultimativen Adrenalinkick jedes Jahr leichtsinnig Kopf und Kragen.

Nicht selten gehen sie nach einer durchzechten Nacht auf die Strecke, versuchen, die Stiere zu reiten oder zu packen.

Damit bringen sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr: Die Tiere bleiben stehen, wenden und gehen gezielt auf einzelne Läufer los.

Seit 1924 sind bei den traditionellen Stiertreiben ("encierros") 14 Läufer ums Leben gekommen, zuletzt 2003 ein 62-jähriger Spanier. Im Jahr 2006 erlitt ein 31-Jähriger aus den USA eine Querschnittslähmung.

Die meisten Verletzungen gehen indes nicht auf die Stiere zurück, sondern auf Stürze von Teilnehmern.

Denn oftmals ist der Andrang auf der Strecke so groß, dass die Läufer sich gegenseitig behindern und auf dem holprigen Kopfsteinpflaster stolpern.

Zu den "204 Stunden Fiesta nonstop" kommen jedes Jahr Besucher aus aller Welt.

Auch Ex-Basketball-Star Rodman war 2004 dabei.

Berühmt wurde das Treiben durch Hemingways Roman "Fiesta".

Als der Schriftsteller die Stierhatz in den 1920er Jahren erstmals miterlebte, verirrten sich kaum mehr als eine Hand voll Fremde dorthin.

Zu den diesjährigen Stierrennen werden mehr als eine Million Besucher in der 250.000-Einwohner-Stadt erwartet.

Abgesperrte Seitenstraßen verhindern, dass die Tiere auf der Strecke zur Arena ausreißen und die Zuschauer gefährden.

Für die "mozos" können schmale Öffnungen in der Absperrung die Rettung bedeuten.

Die Stiere rennen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h durch die Altstadt Pamplonas.

Eine Hatz dauert meist keine vier Minuten.

Abends werden sie in einem Stierkampf noch einmal vorgeführt und in der Regel getötet.

Begnadigt werden nur besonders mutige Tiere oder potentielle Zuchtbullen.

Wo Stiere aufgespießt werden, bleiben Proteste von Tierschützern meist nicht aus.

In Pamplona äußert sich der Unmut über die traditionsreiche Tierquälerei gerne nackt.

Aber nicht alle Frauen unter den Demonstranten verfolgen die Agenda der Stierkampf-Gegner. Mit dem Slogan "Kühe wollen rennen" fordern einige Spanierinnen inzwischen ihre eigene Fiesta in Pamplona.

Denn Frauen dürfen im 21. Jahrhundert zwar an der alten Tradition teilnehmen, die Mehrheit der "Toreros für einen Tag" sind jedoch noch immer Männer.

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