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Bilderserie: Poltern gehört zum Geschäft: Best of Schell

 
Die Pfeife in der Hand symbolisiert eigentlich Gemütlichkeit. Aber nicht bei Manfred Schell. Er will eher Dampf ablassen.

Die Pfeife in der Hand symbolisiert eigentlich Gemütlichkeit. Aber nicht bei Manfred Schell. Er will eher Dampf ablassen.

Wo viel Rauch ist, ist bekanntlich auch Feuer. Und so sind auch Schells verbale Attacken: feurig.

Das lockere Mundwerk ist zugleich die schärfste und die schwächste Waffe des alten Haudegens, der 50 Jahre Bahn auf dem Buckel hat. Er will provozieren und wird dabei cholerisch und verliert die Kontrolle.

Keine gute Voraussetzung für konstruktive Verhandlungen. Das muss ihm jemand gesagt haben. Denn er versucht sich zu bremsen - mit mäßigem Erfolg allerdings. Sich zurückzunehmen will gelernt sein.

Kommunikationsexperten verweisen auf die Atmung und die Tatsache, dass Schell seine Statements oft abbricht. Seinen Blick hält er im Gespräch mit seinem Gegenüber oft gesenkt. Falsche Bescheidenheit? Oder will er einfach nur die Hörner zeigen?

Mit seiner deftigen Wortwahl macht er sich auch in den eigenen Reihen nicht unbedingt Freunde. Aber dafür sorgt er für Stimmung. Keiner der Kontrahenten im Bahn-Streit ist so gut zu zitieren wie er.

Viele meinen, dass er einen großen Abgang sucht und deshalb besonders auf stur schaltet. Man könnte aber auch meinen, er demontiert sich selbst - unabsichtlich, ohne es zu merken.

Es dränge sich der Eindruck auf, Herr Schell wolle sich ein Denkmal setzen, heißt es beim Fahrgastverband Pro Bahn. Vielleicht fehlt ihm einfach das soziale Korrektiv?

Richtig ist, dass es für den 64-jährigen Schell der letzte große Kampf ist, bevor er im Mai 2008 als Vorsitzender der GDL abtritt. Da kann man zugegebenermaßen schon mal ein Brikett drauflegen.

Vielleicht ist es aber auch sein Kontrahent Hartmut Mehdorn, der Schell zum Durchhalten provoziert? Den kann er nämlich nicht riechen. Möglicherweise wittert er einfach zu viel von seiner eigenen Duftnote?

Mehdorn bevorzugt ebenfalls das deftigere Auftreten, ist dabei aus Sicht der Kommunikationsexperten Schell einen Tick überlegen. Vielleicht, weil er sich nicht auf das Niveau herablässt?

Schell nannte Mehdorn schon mal "Rumpelstilzchen". Im Volksmund eine Bezeichnung für kleine Menschen, die durch ihre aufbrausende und vorlaute Weise auffallen. Guck mal, wer das spricht!

Sachlichkeit und Stilsicherheit ist was anderes: Das Angebot der Bahn bezeichnet Schell als "Volksverblödung", die Verhandlungsführung als "Kasperltheater" ...

"Psychoterror" nennt er die Abmahnungen und Kündigungen gegen Lokführer wegen gefährlicher Eingriffe in den Eisenbahnverkehr ...

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale ist für ihn gar eine "Außerirdische", die die Eisenbahner-Familie zerstört habe. Ist das die Retourkutsche? Sie hat es wissen wollen ...

"Sie leiden da ein bisschen unter Verfolgungswahn," provozierte Suckale in der n-tv-Sendung "Das Duell". War das der Auslöser für seine Kur? Dickhäuter sind bekanntlich sehr dünnhäutig.

Was ihn nicht davon abhält weitere Wortsalven abzufeuern: Schell wirft der Bahn vor, sie wolle die GDL "eliminieren".

Mehdorns Angebot bezeichnet er als "Diktat". Das meiste lässt die Bahn geschickterweise von sich abtropfen. Kraftvolle Wortsalven sind am Ende auch nur leere Worthülsen.

Nur die "Außerirdische" wird eines Kommentares für würdig befunden. Die Bahn lässt sich hinreißen bei der Wortentgleisung von "neuerlichen Pöbeleien" Schells zu sprechen, die nur noch peinlich seien.

Die Pöbelein gehen trotzdem weiter, auch wenn diese Woche nicht gestreikt wird. Kommunikative Streiktaktik der besonderen Art halt.

Ob sie was bringt? Die Experten hegen ihre Zweifel. Mit einer Einigung in absehbarer Zukunft rechnen sie nicht.

Die Gewerkschaft habe zu viel mit sich zu tun. Deshalb werde sie auch schwächeln. Am Ende werde es dann zu einem Kompromiss kommen. Die Gefahr besteht, dass es etwas viel Rauch um wenig gab.

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