Bilderserie: Recht vor Rache: Gnade für RAF-Terroristen
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Die Rote Armee Fraktion - besser bekannt unter ihrem Kürzel RAF - hält 30 Jahre lang die Bundesrepublik in Atem. Am Anfang steht eine Kaufhausbrandstiftung in Frankfurt/Main 1968 und am Ende die "Selbstauflösung" 1998.Bild 1 von 50 34 Menschen werden von den RAF-Terroristen ermordet. Der Irrtum, durch Morde und Bombenanschläge die "potenziell revolutionären Teile des Volkes" zu einer "Revolution" zu mobilisieren, kostet auch über zwei Dutzend "bewaffnete Kämpfer" das Leben.Bild 2 von 50 Mit der Geiselnahme von Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer am 5. September 1977 in Köln beginnt eine Entwicklung, die als "Deutscher Herbst" in die Geschichte eingeht: Mehr als sechs Wochen lang hält die Terrorwelle der "Rote Armee Fraktion" an.Bild 3 von 50 Fast 30 Jahre danach sind die meisten der "Lebenslänglichen" aus den RAF-Reihen wieder in Freiheit. Nur noch Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt, Eva Haule und Birgit Hogefeld sind noch in Haft. Haule und Hogefeld wurden erst 1994 bzw. 1996 zu lebenslanger Haft verurteilt.Bild 4 von 50 Keiner aus den RAF-Reihen büßt für seine Taten länger als Klar (l) und Mohnhaupt.Bild 5 von 50 Bei Mohnhaupt entscheidet Oberlandesgericht Stuttgart, dass sie nach 24 Jahren Haft auf Bewährung freikommt. Bei Klar prüft Bundespräsident Horst Köhler eine Begnadigung. Mohnhaupt kommt am 27. März 2007 frei, als die auf 24 Jahre festgesetzte Mindestverbüßungsdauer abgelaufen ist.Bild 6 von 50 In der Begründung des OLG heißt es: "Der Senat hat entschieden, dass unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit die Aussetzung zur Bewährung verantwortet werden kann. "Es gebe keine Anhaltspunkte für eine "fortdauernde Gefährlichkeit der Verurteilten".Bild 7 von 50 Ihre auf fünf Mal lebenslang plus 15 Jahre lautende Haftstrafe verbüßt Mohnhaupt im bayerischen Aichach. Sie gehörte zwischen 1977 bis zu ihrer Festnahme im November 1982 zu den führenden Köpfen der RAF.Bild 8 von 50 Sie gilt als Rädelsführerin der Schleyer-Entführung, auch an der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback war sie beteiligt, und bei der missglückten Entführung von Jürgen Ponto soll sie mindestens fünf der tödlichen Schüsse auf den Dresdner-Bank-Chef abgefeuert haben.Bild 9 von 50 Auch in Haft gibt sich Mohnhaupt lange Zeit unbelehrbar. 1993, als eine Reihe von RAF-Häftlingen die Abkehr vom "bewaffneten Kampf" erklären, lehnt sie Zugeständnisse an den verhassten Staat kategorisch ab. Heute werden aus dem Vollzug keine Beanstandungen gemeldet: "Sie hat sich gut geführt", heißt es.Bild 10 von 50 Bei Christian Klar wäre der 3. Januar 2009 ein möglicher Entlassungstermin. Der 1982 festgenommene 54-Jährige, ein besonders gewalttätiger "Kämpfer" in den Reihen der Linksterroristen, war 1985 zu fünf mal lebenslanger Haft verurteilt worden.Bild 11 von 50 1997 entscheidet das Oberlandesgericht Stuttgart, dass die Mindestverbüßungsdauer für Klar 26 Jahre beträgt. Auch über ihn wird derzeit ein Gutachten erstellt; in der Haftanstalt im baden-württembergischen Bruchsal soll er sich ordentlich betragen haben.Bild 12 von 50 Sollte der Sachverständige grünes Licht geben, kann er von Juli an mit ersten Vollzugslockerungen rechnen - es sei denn, Köhler gibt vorher seinem Gnadengesuch statt.Bild 13 von 50 Klar gilt als der Mann im "Windschatten" von Mohnhaupt. Zahlreiche Morde gehen auf sein Konto (Foto: Einfahrt zu Pontos Villa). Wie er nach all den Jahren im Gefängnis denkt, davon konnte sich die Öffentlichkeit bei zwei Interviews ein Bild machen.Bild 14 von 50 Er wolle den "Aufbruch", den auch die RAF dargestellt habe, weitertragen. "Ich fühle mich verantwortlich, da nichts zuzuschütten oder zu denunzieren", sagt er 2001 (Foto: die Ermordeten Ponto und Buback).Bild 15 von 50 Schon Jahre zuvor hatte er deutlich gemacht, dass die RAF für ihn Geschichte ist: An eine Wiederbelebung des bewaffneten Kampfes denke er nicht.Bild 16 von 50 Angefangen hatte alles mit Thorwald Proll, Horst Söhnlein, Andreas Baader und Gudrun Ensslin (v.l.). Am 2. April 1968 legen sie in zwei Frankfurter Kaufhäusern Feuer - aus Protest gegen den Kapitalismus, die Konsumgesellschaft und den Vietnamkrieg. Noch entsteht nur Sachschaden, verletzt wird niemand.Bild 17 von 50 Doch mit der Brandstiftung ist der erste Schritt gemacht vom anarchistischen Politprotest der Studentenbewegung (Foto: in Berlin-Schöneberg) zum politisch motivierten Einsatz von Gewalt. Weil Baader mit der Tat prahlt, kann die Polizei die Brandstifter bereits am nächsten Tag verhaften.Bild 18 von 50 Am 31. Oktober 1968 werden die Angeklagten zu je drei Jahren Haft verurteilt, im Juni 1969 jedoch bis zur Entscheidung über ihren Revisionsantrag aus der Haft entlassen. Als der Bundesgerichtshof fünf Monate später die Revision verwirft, setzen sich Baader und Ensslin ins Ausland ab.Bild 19 von 50 Später kehren sie zurück und schlüpfen als "Hans" und "Grete" bei der Journalistin Ulrike Meinhof (l) in Berlin unter.Bild 20 von 50 Beim Versuch, Waffen zu beschaffen, wird Andreas Baader von einem Spitzel des Verfassungsschutzes am 3. April 1970 in eine als Verkehrskontrolle getarnte Falle der Polizei gelockt. Seine von Gudrun Ensslin initiierte und von Ulrike Meinhof vorbereitete Befreiung am 14. Mai 1970 gilt als Geburtsstunde der RAF.Bild 21 von 50 Die RAF-Aktivisten fliehen nach Jordanien und werden von der palästinensischen Fatah im Guerilla-Kampf ausgebildet. Mindestens 30 Menschen allein in der Bundesrepublik fallen zwischen 1971 und 1993 der RAF-Gewalt zum Opfer (Foto: Ausstellung "Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF" 2005 in Berlin).Bild 22 von 50 Die spektakulärsten Fälle sind die Morde am Berliner Kammergerichtspräsidenten Günter von Drenkmann 1974, ...Bild 23 von 50 ... an Generalbundesanwalt Siegfried Buback, ...Bild 24 von 50 ... Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto ...Bild 25 von 50 ... und Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer 1977.Bild 26 von 50 Das RAF-Kommando Holger Meins überfällt im April 1975 die deutsche Botschaft in Stockholm und erschießt zwei Diplomaten (Foto: Militärattache Andreas von Mirbach).Bild 27 von 50 Mit der Aktion sollen 26 Gesinnungsgenossen freigepresst werden. Der RAF-Aktivist Holger Meins stirbt 1974 an den Folgen eines kollektiven Hungerstreiks der inhaftierten RAF-Mitglieder.Bild 28 von 50 Schleyer wird am 5. September 1977 gekidnappt. Einen Tag nach der Entführung fordert die RAF die Freilassung inhaftierter Terroristen in ein Land ihrer Wahl. Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) lehnt ab (Foto: Regierungssprecher Klaus Bölling).Bild 29 von 50 Am 13. Oktober 1977 kapern vier palästinensische Terroristen (Foto: die 21-jährige Palästinenserin Nadia Schehadeh Duaibis) ...Bild 30 von 50 ... die Lufthansa Maschine "Landshut", die auf dem Flug von Mallorca nach Deutschland ist.Bild 31 von 50 Sie entführen die Maschine mit 91 Menschen an Bord nach Somalia ...Bild 32 von 50 ... und fordern die Freilassung der RAF-Inhaftierten sowie 15 Millionen US-Dollar (Foto: Pilot Jürgen Schumann wird von einem Entführer mit einer Pistole bedroht und später erschossen).Bild 33 von 50 Im Falle einer Verweigerung drohen sie mit der Ermordung Schleyers und aller Flugzeuginsassen. Letzteres kann ein Bundesgrenzschutz-Kommando (GSG 9) verhindern (Foto), das am 18. Oktober die Geiseln in Mogadischu befreit.Bild 34 von 50 Die Geiseln kehren nach Hause zurück.Bild 35 von 50 Wenige Stunden später werden im Gefängnis Stuttgart-Stammheim die Leichen der drei RAF-Anführer Andreas Baader (Foto: seine Zelle), Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe gefunden. Sie hatten Selbstmord begangen. Meinhof hatte sich bereits 1975 umgebracht. Am 19. Oktober 1977 wird Schleyer im Kofferraum eines Autos ermordet aufgefunden.Bild 36 von 50 Ohne Baader, Ensslin und Meinhof scheint auch die RAF tot. Aber die zweite Generation ist längst nachgerückt, an deren Spitze Brigitte Mohnhaupt (Foto) steht. Die "Generalbevollmächtigte" Baaders wird erst nach fünf Jahren aufwändiger Fahndung 1982 gefasst.Bild 37 von 50 Etliche Terroristen tauchen Anfang der achtziger Jahre in der DDR unter. Nach der Wende werden im Juni 1990 insgesamt zehn RAF-Aussteiger enttarnt (Foto: Susanne Albrecht, rechts).Bild 38 von 50 ... und in Berlin, Magdeburg, Senftenberg, Frankfurt (Oder), Schwedt und Neubrandenburg verhaftet (Foto: Inge Viet).Bild 39 von 50 Fünf ehemalige Stasi-Offiziere werden wegen des Verdachts einer RAF-Unterstützung verhaftet.Bild 40 von 50 1984 nehmen Baader-Meinhofs Enkel den "bewaffneten Kampf" auf. Die "dritte Generation" ermordet zehn Menschen: 1989 wird der Deutsche-Bank-Sprecher Alfred Herrhausen ...Bild 41 von 50 ... mit seinem Wagen in die Luft gesprengt, ...Bild 42 von 50 ... 1991 erschießen die Terroristen in Düsseldorf Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder.Bild 43 von 50 1993 gerät die RWF noch einmal in die Schlagzeilen, als auf dem Bahnhof von Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern (Foto: RAF-Symphatisanten demonstrieren am 11. Juli 1993 gegen den Tod von Wolfgang Grams) ...Bild 44 von 50 ... die Terroristen Wolfgang Grams ...Bild 45 von 50 ... und Birgit Hogefeld gestellt werden.Bild 46 von 50 Der Einsatz ist ein Fiasko (Foto: Spurensuche in Bad Kleinen). Etliche Fahndungspannen kommen ans Licht. Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) muss seinen Hut nehmen; Generalbundesanwalt Alexander von Stahl wird entlassen.Bild 47 von 50 Grams (Foto) und der GSG 9-Kommissar Michal Newrzella kommen ums Leben.Bild 48 von 50 Auch die RAF ist am Ende und erklärt im März 1998 ihre Auflösung: "Vor 28 Jahren am, 14. Mai 1970 entstand aus einer Befreiungsaktion die RAF. Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte."Bild 49 von 50 Doch die Täter dieser "dritten Generation" sind immer noch weitgehend unbekannt. Nur zwei werden verurteilt. Das vorerst letzte Strafverfahren endet am 28. September 2004. (Fotos: dpa, AP)Bild 50 von 50
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