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Apokalyptische Szenen in Griechenland: Die Feuerwalze hat Dörfer in Ödnis verwandelt und Dutzende Menschen das Leben gekostet.
Wachsender Protest und bald anstehende Wahlen zwingen die griechische Regierung nun zum Handeln.
Eine Anti-Terror-Einheit soll die Polizei bei der Ermittlung von Brandstiftern unterstützen.
Unabhängige Experten sind skeptisch, ob das zusätzliche Personal die wütend eingeforderten Ergebnisse liefert.
Die Ursachen für die Brände und besonders für die schnelle Ausbreitung der Feuer sind vielfältig: Kriminalität, Grundstücksspekulation, Fahrlässigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der Natur.
Die Staatsanwaltschaft hat sogar eine Untersuchung angeordnet, ob das vorsätzliche Entfachen eines Waldbrands als terroristischer Akt oder organisiertes Verbrechen eingestuft werden kann.
Die Bewohner der verbrannten griechischen Erde ...
... behaupten seit langem: "Diese Feuer werden bewusst verursacht, das geschieht die ganze Zeit", so die 45-jährige Adrianna Katsiki.
Inzwischen hat die Regierung Belohnungen bis zu einer Million Euro für Hinweise auf Brandstifter ausgesetzt.
Die Schäden dagegen gehen in den Milliardenbereich.
Die häufigsten Motive für Brandstiftung sind offenbar Bodenspekulation und Streit zwischen Nachbarn.
Die Erschließung von neuem Bauland durch Brandstiftung ist vor allem dort zu beobachten, wo die Immobilienpreise hoch sind - in Küstenregionen oder in der Umgebung von Athen.
Der Ruf nach einer europäischen Feuerwehr greift deshalb auch zu kurz. Der Fehler steckt im schattenwirtschaftlichen Bebauungssystem:
Wenn der Baumbestand nach einem Feuer entfernt ist, bebauen die Besitzer die Grundstücke, bestechen die Mitarbeiter der Forstbehörde oder des örtlichen Planungsamts, ...
... lassen den Schwarzbau notariell registrieren und müssen dann wenig Angst haben, dass ein illegal errichtetes Haus wieder abgerissen wird.
Die Vereinigung von Immobilienmaklern empfiehlt vor diesem Hintergrund die Einrichtung eines nationalen Waldregisters.
Wenn ein Stück Land als Waldgebiet ausgewiesen ist, nützt Spekulanten auch ein Feuer nichts.
Schließlich bleibt die Registrierungskategorie erhalten.
In Griechenland schreibt außerdem ein Gesetz vor, abgebrannte Waldflächen wieder aufzuforsten.
Die Ausführungsbestimmungen für das Gesetz scheinen die zuständigen Behörden in der Vergangenheit jedoch nicht so wichtig genommen zu haben.
Anders ist es kaum erklärbar, dass seit den 70er Jahren fast eine Million Hektar Wald abgebrannt ist und nicht einmal 15 Prozent dieser Fläche wiederaufgeforstet worden ist. Darunter leiden jetzt die Bewohner der Dörfer.
So fordert auch der griechische EU-Umweltkommissar, Stavros Dimas, es müsse nun zügig mit der Wiederaufforstung begonnen werden.
Im Kernland des Peloponnes fällt die Bodenspekulation als Motiv für Brandstiftung jedoch weg.
"Die betroffenen Gebiete sind keine vorrangigen Regionen für die Landentwicklung", sagt der Forstexperte Nikos Bokaris.
Die Bodenpreise sind nicht hoch, und sie fallen eher, wenn keine Bäume mehr auf den Grundstücken stehen.
Für die kommenden Generationen sind die verbrannten Wälder ein bedrückendes Erbe.
"Neben den ökologischen Konsequenzen haben die Feuer auch eine irreparable soziale ...
... und wirtschaftliche Katastrophe verursacht", sagt Bokaris.
Die Brandkatastrophe könnte jedoch außerdem der Beginn der nächsten Heimsuchung für die Bergregionen sein.
Die verbrannten Gebiete sind der Erosion durch Regen und Wind schutzlos ausgesetzt.
In der Folge werden örtlich gewaltige Überschwemmungen oder Erdrutsche erwartet.
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sagte in einem Interview: "Es könnte bei Regenfällen zu Überschwemmungen kommen, weil der verbrannte Boden so trocken ist, dass das Regenwasser nicht versickern kann."
Alle Seiten sollten auf diesen Fall vorbereitet sein, mahnte Dimas.
Trotzdem wollen die Überlebenden bleiben, auch wenn ihre Häuser zerstört sind.
"Ich werde drei Olivenhaine anlegen, ein paar Kaninchen holen und damit leben. Wir bleiben hier", sagt eine junge Frau aus dem Dorf Mákistos im Westen der Halbinsel Peloponnes.
Die Alteingesessenen werden vermutlich tatsächlich bleiben, ...
... aber EU-Kommissar Dimas ist nicht sicher, ob dieses Beispiel wirklich Schule macht:
"Vielen Bauern ist die Existenz unter den Füßen weggebrannt. Das führt zu Arbeitslosigkeit und zum Verlust fest gefügter sozialer Strukturen", so der Kommissar.
Die Behörden fürchten eine massive Landflucht von arbeitslosen Bauern und ehemaligen Dorfbewohnern, die nach den Bränden in die Stadt ziehen.
Landesweit sind etwa 110 Dörfer völlig zerstört, zusammen mit der Ernte, Olivenplantagen und dem Vieh.
Die Behörden befürchten, dass tausende Häuser ein Raub der Flammen geworden sind. Überall liegen Kadaver herum: Seuchen könnten ausbrechen, die Brunnen vergiftet werden.
Nach den Erlebnissen der vergangenen Tage vermuten die Menschen überall Brandstifter. Wen die Dorfbewohner nicht kennen, der gilt als möglicher Feuerleger.
Die Brände haben allein zwischen dem 24. und 26. August ein fast 200.000 Hektar großes Gebiet vernichtet, eine Fläche von der doppelten Größe Berlins.
Umweltverbände fordern, die EU müsse für alle Länder die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder vorschreiben, um ein natürliches Immunsystem in der Natur gegen Brände aufzubauen.
Touristenziele wie das antike Olympia haben trotz der schweren Schäden zum Teil wieder für Besucher geöffnet.
Die Anlage in Olympia wurde noch über Generatoren mit Strom versorgt.
Große Teile der Grün- und Waldanlage rund um das Museum und das Stadion sind schwer beschädigt. Die Zypressen und Pinien entlang des Alfeios-Flusses und rund um das Stadion sind größtenteils verbrannt.
Die wertvollen Ausstellungsstücke im Museum blieben dagegen unversehrt.
Hätte das Feuer auf den antiken Marmor übergegriffen, wäre er zu Kalk verbrannt.
Beschädigt wurde lediglich die Anhöhe über dem Heiligen Hain, die unter dem Namen "Hügel des Kronos" bekannt ist.
Dort findet jeweils einige Monate vor den Sommer- und Winterspielen das Zeremoniell zur Entfachung des Olympischen Feuers statt.
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