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Der Favorit der Begegnung war eindeutig gesetzt.
Das machten auch die Fans vor dem Anpfiff deutlich.
Sowohl was Masse ?
? als auch Kreativität der Verkleidung betraf.
Schließlich hatte ihre Elf auch eine beeindruckende Vorrunde hingelegt.
Und dabei Vizeweltmeister Frankreich ?
? und Weltmeister Italien weggeputzt.
Vor den Augen des Kronprinzenpaares Willem-Alexander und Maxima ?
... beendete dann ausgerechnet ein Niederländer die Festspiele der "Oranjes". Doch der Reihe nach.
Die Niederländer traten mit jenen elf glorreichen Spielern an, die bei den Vorrundenspielen auf dem Platz gestanden hatten.
Bondscoach Marco van Basten vertraute auch auf Khalid Boulahrouz:
Der Abwehrspieler und seine Frau hatten am vergangenen Donnerstag ihr erstes gemeinsames Kind verloren. Es war in einem Krankenhaus in Lausanne am Tag zuvor als Frühgeburt auf die Welt gekommen.
Als Zeichen des Mitgefühls lief die "Elftal" mit einem Trauerflor auf - ?
? die niederländischen Anhänger feierten Boulahrouz mit Sprechchören.
Boulahrouz selbst wirkte in seinen Aktionen zunächst jedoch etwas unglücklich.
Doch auch seine Nebenleute in der Defensive wirkten zu Beginn etwas indisponiert.
Bereits nach sechs Minuten prüfte Jurij Schirkow den niederländischen Torhüter Edwin van der Sar, ?
?keine zwei Minuten später kam Roman Pawljutschenko nach einer Flanke von Igor Semschow völlig frei zum Kopfball - zielte allerdings knapp über die Latte.
Neben Boulahrouz stand auch Giovanni van Bronckhorst auf der rechten Abwehrseite zunächst nicht sicher.
Nigel de Jong vom Hamburger SV versuchte sich unterdessen an der Bewachung von Andrej Arschawin, was ihm bis zur 31. Minute auch gut gelang:
Dann musste van der Sar nach einem Konter gegen den Angreifer von UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg retten, ?
? bei einem 35-Meter-Schuss von Denis Kolodin (32.) bekam der Torwart-Routinier gerade noch die Fäuste nach oben.
Van der Sar bestritt in Basel sein 16. EM-Endrundenspiel und zog damit mit EURO-Rekordmann Lilian Thuram aus Frankreich gleich.
Die Niederländer hatten erkennbar Mühe, wie etwa gegen Italien oder Frankreich ihr schnelles Kombinationsspiel aufzuziehen.
Ein abgeblockter Schuss von Wesley Sneijder (19.) war bis zur 37. Minute noch die beste Chance der Niederländer:
Dann prüfte Ruud van Nistelroy den russischen Torhüter Igor Akinfejew.
Auch in der 44. Minute war der Schlussmann bei einem Schuss von Rafael van der Vaart auf dem Posten und klärte per Faustabwehr.
Nach der Halbzeit wurde auch dem letzten der 38.374 Zuschauer langsam klar: Die Russen sind heute die besseren Niederländer.
Roman Pawljutschenkow zeigte in der 56. Minute mit seinem 1:0, wieso.
Die Russen wirkten selbstbewusster, kombinationssicherer und zielstrebiger als die Oranjes.
Auch nach dem Führungstreffer der Russen hatten die Niederländer kaum Chancen auf den Ausgleich. Die beste besaß Robin van Persie nach einer Ecke des schwachen Rafael van der Vaart:
Sein Kopfball flog aber in der 65. Minute neben das Tor.
Die niederländischen Fans ahnten schon das Schlimmste ...
... als Ruud van Nistelrooy in der 86. Minute doch noch der 1:1 Ausgleich gelang.
Die Holländer retteten sich in die Verlängerung.
Schöner wurde das Spiel dabei nicht. Beide Teams kämpften hart, ...
... aber die Russen waren einfach stärker.
Erst erzielte Dimitrij Torbinski in der 112. Minute das 2:1, ...
... dann gab Andrej Arschawin in der 116. der Niederlande mit dem 3:1 endgültig den Rest.
Die Oranjes waren am Boden zerstört, ...
... die Russen seit 20 Jahren erstmals wieder im Halbfinale eines großen Turniers.
Zu verdanken hatten sie es also ausgerechnet einem Niederländer.
Ach ja: Unser Bundes-Jogi war auch dabei und konnte sehen, ...
... wie die Russen ihr Weiterkommen feierten.
Russlands Nationalelf darf sich auf Italien oder Spanien freuen.
Den Fans wird es erstmal egal sein.
Hauptsache, der russische Fußball zeigt sich wieder wie heute von seiner schönsten Seite. (Alle Fotos dpa/ap).
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