Im August hatte die Seuche im Township Chitungwiza ihren Anfang genommen. Mittlerweile sind mehr als 16.000 Menschen in Simbabwe an Cholera erkrankt, mehr als 770 sind gestorben.Bild 1 von 26 Bedrohlich ist die Seuche vor allem auch deshalb, weil der öffentliche Dienst in Simbabwe bereits vor ihrem Ausbruch zusammengebrochen ist.Bild 2 von 26 Das betrifft auch die Müllabfuhr und die Wasserversorgung. In Chitungwiza stapeln sich die Müllberge, brackiges Abwasser fließt die Straße hinab.Bild 3 von 26 "Es herrscht völliges Chaos, drei Krankenhäuser in Harare sind wegen Personalmangels geschlossen", sagte eine UN-Sprecherin.Bild 4 von 26 Laut WHO entfällt etwa die Hälfte der offiziell registrierten Cholerafälle auf Budiriro, einen dicht bevölkerten Vorort der Hauptstadt Harare, rund 30 Kilometer westlich von Chitungwiza.Bild 5 von 26 In Budiriro gibt es eine der wenigen Kliniken, die noch einigermaßen funktionieren.Bild 6 von 26 Nach Angaben des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) ist mittlerweile keine Region mehr von Cholera verschont. Es sei die schlimmste Cholera-Epidemie in der Geschichte Simbabwes.Bild 7 von 26 Die Regierung erweist sich zum wiederholten Mal als ebenso skrupellos wie unfähig. Informationsministers Sikhanyiso Ndlovu hatte noch am 9. Dezember behauptet, die Lage sei "unter Kontrolle".Bild 8 von 26 "Der Westen will nur die durch das Desaster verursachte Chance für eine militärische Intervention nutzen, nachdem er das Land zuvor mit Sanktionen stranguliert und ausgelaugt und mit Cholera und Milzbrand verseucht hat", sagte Ndlovu.Bild 9 von 26 Simbabwe benötige auch keine Hilfe aus dem Ausland.Bild 10 von 26 Simbabwes Präsident Robert Mugabe behauptet zwei Tage später sogar, es gebe in seinem Land "keine Cholera mehr".Bild 11 von 26 In der Vorwoche hatte die Regierung wegen der Epidemie den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten.Bild 12 von 26 Da viele Menschen aus Simbabwe auf der Suche nach Hilfe über die Grenzen fliehen, bedroht die Cholera nun auch die afrikanischen Nachbarn Simbabwes, die dem Treiben von Mugabe bislang tatenlos zusehen.Bild 13 von 26 Südafrika erklärte die nahe der Grenze gelegene Vhembe-Region zum Notstandsgebiet. Dort seien 664 Menschen mit Cholera infiziert, acht Menschen seien bisher daran gestorben, sagt die Regionalregierung der Limpopo-Provinz.Bild 14 von 26 Besonders schwer betroffen ist die Grenzstadt Musina, in die sich viele erkrankte Simbabwer geflüchtet haben.Bild 15 von 26 Dennoch lehnt die Afrikanische Union (AU) einen Konfrontationskurs gegen Mugabe weiter ab. Weder der Einsatz von Friedenstruppen noch eine gewaltsame Entmachtung Mugabes kämen infrage, sagte ein Sprecher der AU am 9. Dezember.Bild 16 von 26 Dagegen forderte der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, notfalls auch gewaltsam gegen den 83-jährigen Mugabe vorzugehen.Bild 17 von 26 "Wir müssen alles daran setzen, gerade in Simbabwe, ein Leben ohne den Terror von Präsident Mugabe zu ermöglichen", sagte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.Bild 18 von 26 Die Cholera-Epidemie ist nur das jüngste Drama in einer Serie von Plagen, von denen Simbabwe gequält wird. Auf rund 16 Prozent wird die Zahl der HIV-Infizierten geschätzt. Viele Kinder sind Waisen und müssen sich um ihre noch kleineren Geschwister kümmern.Bild 19 von 26 Von der im September angekündigten Koalitionsregierung ist keine Rede mehr, Mugabes Kontrahent Morgan Tsvangirai hat sich mit der Führung seiner Partei MDC ins Ausland abgesetzt.Bild 20 von 26 Nach Jahren von Inflation, Hunger, Krankheiten und Terror ist die Cholera auch ein Grund zur Hoffnung. Denn angesichts des immer rasanteren Zusammenbruchs des Staates drohen Mugabe die Stützen in seinem Sicherheitsapparat wegzubrechen.Bild 21 von 26 Anfang Dezember zogen mehr als 170 Soldaten plündernd durch die Straßen, bis sie von schwer bewaffneten Bereitschaftspolizisten vertrieben wurden.Bild 22 von 26 Mugabe ordnete offenbar eine harte Bestrafung der Soldaten an. In Medienberichten ist davon die Rede, dass 10 bis 20 der Soldaten bereits erschossen wurden.Bild 23 von 26 Die Plünderungen sind nur der Anfang, glaubt der simbabwische Politikprofessor John Makumbe. "Hätten diese Soldaten Waffen gehabt, hätte sie nichts mehr aufhalten können: Sie hätten auch andere Soldaten und Polizisten angegriffen", ...Bild 24 von 26 ... sagte er der südafrikanischen Zeitung "City Press". Makumbe ist sich sicher: "Für Mugabe hat das Finale begonnen ... Ein hungriger Soldat ist ein wütender Soldat."Bild 25 von 26 Immerhin hat die Stadtverwaltung den bedrängten Simbabwern finanzielle Erleichterung verschaffen: Särge und Beerdigungen sind nun kostenlos. (Fotos: AP, rts, dpa)Bild 26 von 26