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Eigentlich hatte er ja gar nicht mitfahren wollen nach Bremen, der gestürzte Torwart-Titan Oliver Kahn vom FC Bayern München.
Zu tief saß die Enttäuschung nach seiner Degradierung zur Nr. 2 bei der Fußball-WM im eigenen Land ...
... durch Bundestrainer Jürgen Klinsmann.
Dann hat ihn aber doch der Ehrgeiz gepackt und er selbst seine Sachen, und er ist mitgefahren nach Bremen.
Um allen zu zeigen, dass er immer noch der beste Keeper im Lande ist und die wahre Nr. 1, was ihm einige wohlgesinnte Besucher ...
... ... im Bremer Weserstadion gern bescheinigten - andere hingegen nicht.
So waren neben den obligatorischen Pfiffen für den Bayern-Keeper auch hämische "Ohne Olli fahren wir zur WM"-Gesänge zu hören.
Weil der Bayern-Keeper aber nicht nur seine Degradierung verkraften, sondern sich in den letzten Wochen auch mit diversen Verletzungen herumplagen musste, ...
... stand erst kurz vor Anpfiff des Duells Erster gegen Dritter, Titelanwärter gegen Champions-League-Aspirant, Süd gegen Nord ...
... fest: Kahn spielt.
Gegen die geballte Bremer Offensivkraft hatte Kahn seine Abwehr dann auch gut im Griff, ...
... sich selbst allerdings nicht immer so richtig ...
... und sein Mittelfeld auch nicht.
So kam es, dass ihm sein Mitspieler Bastian Schweinsteiger mit feiner Kopfballtechnik in der 33. Minute das erste Gegentor einschenkte.
Zuvor hatte Olli Kahn seine Bayern bravourös vor einem Rückstand bewahrt, als er gegen den freistehenden Nelson Valdez rettete.
Nach seiner Glanztat verwechselte er jedoch kurzzeitig die Sportart ...
... und riss den energisch nachsetzenden ...
... Werder-Stürmer ...
... regelwidrig ...
... aber gekonnt zu Boden.
Überflüssig zu erwähnen, dass sich der Olli hinterher noch ...
... bei Schiedsrichter ...
... Dr. Markus Merk ...
... über Valdez beschwerte.
Ansonsten ließ Kahn die guten alten Zeiten ...
... aber nicht so richtig aufleben gegen Werder Bremen und enttäuschte alle, die auf weitere Fehler, Ausraster oder Glanzparaden gehofft hatten.
Der einstige Titan spielte tadellos auf dem "schwierigen nassen Rasen", wie Premiere-Kommentator Marcel Reif mehrmals betonte, sogar ausdrücklich hervorhob. Eben so, wie er zuletzt oft nicht gespielt hatte.
Dass der Olli nach dem Spiel trotzdem nicht so richtig gute Laune hatte, ...
... lag an den drei Gegentoren, die er kassierte.
Denn nachdem ihn Kollege "Schweini" mit, es sei noch einmal betont, feiner Technik ausgetrickst hatte, ...
... legten die Bremer Daniel Jensen ...
... und Tim Borowski nach der Halbzeitpause ...
... noch zwei Tore nach.
Kahn sah zwar bei ...
... keinem Gegentor ...
... so richtig schlecht aus ..
... und drehte sich, nachdem Jensen den Ball an ihm vorbeigeschoben hatte, immerhin so schnell um, dass er das Spielgerät noch ins Tor trudeln sah.
Am Ende standen er und seine Kollegen dennoch mit leeren Händen da, und der selbst so deprimierte Kahn musste sogar noch seine Mitspieler aufbauen.
Dass die Bayern ohne Tor und Punkte nach Hause fuhren und nur die Bremer jubelten, lag nicht an Kahn. Es lag daran, dass ...
... Werder-Keeper Wiese, in letzter Zeit ebenfalls als zeitweiliger Fliegenfänger auffällig geworden, am Samstag noch ein bisschen besser spielte als Kahn.
Denn Kahn hielt alles, was zu halten war, ...
... Wiese hingegen sein Tor sauber und den Bremer Sieg fest.
So wird die Liga nach dem HSV-Sieg gegen Gladbach wieder etwas spannender. Die Torwart-Frage ist es ja ...
... inzwischen nicht mehr.
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