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Bilderserie: Syrien: Schlüsselstaat in Nahost

 
Das Treffen war höchst umstritten: Als Außenminister Frank-Walter Steinmeier den syrischen Außenminister Walid al-Muallim empfing, führte dies prompt zu Kritik aus den USA und dem Libanon.

Das Treffen war höchst umstritten: Als Außenminister Frank-Walter Steinmeier den syrischen Außenminister Walid al-Muallim empfing, führte dies prompt zu Kritik aus den USA und dem Libanon.

Für die US-Regierung zählt Syrien zu den so genannten Schurkenstaaten, die den Terrorismus unterstützen.

US-Präsident George W. Bush wirft Syrien vor, die sunnitischen Aufständischen im Irak zu unterstützen.

Immer wieder soll Syrien Kämpfern die Einreise ?

? über seine 605 Kilometer lange Grenze zum Irak ermöglichen.

In Syrien ist die Mehrheit der Bevölkerung - wie im angrenzenden Teil des Iraks - sunnitischen Glaubens.

Die Macht liegt jedoch in der Hand der nur rund zwölf Prozent starken Bevölkerungsgruppe der Alawiten. Sie sind eine Religionsgemeinschaft am Rande des Islams.

Die Alawiten beherrschen seit Beginn der siebziger Jahre das Land und teilen seither die wichtigsten Posten unter sich auf.

Auch Präsident Baschar al Assad ist Alawit.

Das Militär spielt in Syrien die bestimmende Rolle. Es ist ebenfalls unter alawitischer Kontrolle.

Offiziell gilt die Trennung von Staat und Kirche dennoch als vollzogen.

Christen, Drusen und kleinere muslimische Gruppen können ihren Glauben frei ausüben.

Der junge Präsident gilt - zumindest im Vergleich zu seinem Vorgänger - als liberal.

Dieser, sein Vater Hafiz al Assad, regierte das Land von 1971 bis 2000.

Als er im Juni 2000 starb, übernahm sein Sohn die Regierungsgeschäfte.

Sein eigentlich als Nachfolger vorgesehener älterer Bruder Basil (hinten, 2. von links) war 1994 bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

In London hatte Baschar Medizin studiert und wollte ursprünglich Augenarzt werden.

Nach dem Tod Basils beorderte sein Vater ihn in die syrische Hauptstadt Damaskus zurück und bereitete ihn auf die "Thronfolge" vor.

Baschar al Assad bei der Vereidigung zum Präsidenten: Er war erst 34 Jahre alt als er an die Macht kam.

Da die Verfassung vorschrieb, dass das Mindestalter für den Präsidenten bei 40 Jahren liegt, wurde sie vom Parlament kurzerhand geändert.

Die herrschende Baath-Partei bildet wie einst für Saddam Hussein im Irak auch in Syrien die Grundlage der Macht.

Die in den 40er Jahren gegründete Bewegung verfolgte ursprünglich sozialistische und arabisch-nationalistische Ziele.

Heute dient die Baath-Partei jedoch vielmehr der Machtsicherung der al Assads und der politischen Elite Syriens.

Oppositionelle forderten die Baath-Partei im Frühjahr 2001 zur Aufgabe ihres Machtmonopols auf. Daraufhin kam es zu einer Verhaftungswelle, die das liberale Image Assads beschädigte.

Die radikalen Sunniten sind ein ständiger Unruheherd in Syrien.

Im Februar 2006 stürmten Demonstranten die Botschaften Dänemarks und Norwegens.

Die Proteste richteten sich gegen den Abdruck von Karikaturen des Propheten Mohammed in der dänischen Zeitung "Jyllands Posten".

Auch wirtschaftlich steht Assads Regime unter Druck. Syriens Wirtschaftswachstum liegt zwar offiziell bei 4,5 Prozent ?

? und der computerbegeisterte Präsident modernisiert das Land durch die Einführung des Internets, ?

? doch durch Korruption geht dem Staat nach eigenen Schätzungen bis zu einem Drittel der Staatseinnahmen verloren.

Die Vertreter der OPEC besichtigen Damaskus. Syriens Exporterlöse stammen zu 70 Prozent aus dem Erdölgeschäft.

Da die Vorkommen in absehbarer Zeit zu versiegen drohen, bemüht sich Assad, in Syrien eine Marktwirtschaft nach westlichem Vorbild aufzubauen.

Doch ausländische Geldgeber tun sich schwer, in ein Land zu investieren, ?

? das von einer Untersuchungskommission der Vereinten Nationen verdächtigt wird ?

? in das Attentat auf den ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri verstrickt zu sein.

Insgesamt starben bei dem Attentat in der libanesischen Hauptstadt Beirut am 14. Februar 2005 23 Menschen.

Hariri hatte sich zuvor wiederholt gegen die Besetzung des Libanons durch syrische Truppen ausgesprochen.

Die syrische Armee hielt große Teile des Libanons seit 1976 besetzt. Bis 1990 tobte im Libanon ein Bürgerkrieg.

Traditionell gilt der Libanon vielen Syrern als Teil des eigenen Landes. Beide waren einst französisches Mandatsgebiet. Libanon erklärte 1941 seine Unabhängigkeit. Die Syrische Arabische Republik wurde 1946 ausgerufen.

Aufgrund der massiven Proteste gegen die Ermordung Hariris und auf internationalen Druck hin zog Syrien seine Truppen aus dem Libanon ab.

Das Regime in Damaskus unterstützt aber - gemeinsam mit dem Iran - nach wie vor die radikal-islamische Hisbollah im Libanon. Diese hatte sich unter Führung ihres Chefs Hassan Nasrallah ?

? im Sommer 2006 eine mehrwöchige militärische Auseinandersetzung mit Israel geliefert.

Nach dem Ende der Kämpfe entsandten die Vereinten Nationen die UNIFIL-Truppe, die die Einhaltung des Waffenstillstands kontrollieren soll.

Die deutsche Marine hat seither den Auftrag, Waffenlieferungen an die Hisbollah vor der Küste des Libanon zu verhindern.

Israels Premierminister Ehud Olmert warnt immer wieder vor Syrien.

Syrien sei aktiv an Terrorakten gegen die legitime Regierung des Libanons beteiligt und unterstütze den Terror im Irak.

Israel hat schon lange ein sehr gespanntes Verhältnis zu seinem nordöstlichen Nachbarn. Beide Seiten beanspruchen die strategisch wichtigen Golan-Höhen für sich.

Israel und Syrien führten bereits mehrere Kriege gegeneinander - zuletzt 1973 den Jom-Kippur-Krieg.

Da niemals ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, herrscht noch immer lediglich Waffenstillstand, der von den Vereinten Nationen überwacht wird.

Seit über 40 Jahren befindet sich Syrien deshalb offiziell im Ausnahmezustand. Dieser erleichtert den Machterhalt der Baath-Partei erheblich.

Auch mit Syriens östlichem Nachbarn Irak gibt es Spannungen. Diese stammen noch aus den 1960er Jahren, als sich die jeweiligen Baath-Parteien überwarfen.

Beide Länder verstehen sich seit jeher als arabische Großmächte. Ende 2006 gab es jedoch eine erste Annäherung ?

? zwischen den beiden arabischen Staaten: Nach mehr als 20 Jahren eröffneten beide Staaten ?

? wieder eine Botschaft im jeweiligen Nachbarland.

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