Bilderserie
Montag, 30. April 2007

Bilderserie: Tony Blair geht

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Sie nannten ihn "Superman der Politik".

Sie nannten ihn "Superman der Politik".

Sie nannten ihn "Superman der Politik".

"The Sun", eine der einflussreichsten Tageszeitungen Großbritanniens, unterstützte ihn.

Alles an Tony Blair strahlte Siegesgewissheit aus.

Er setzte die Runderneuerung seiner in langen Jahren der Opposition verkarsteten Linkspartei durch.

Als "New Labour" führte er sie in die Mitte ...

... und am 1. Mai 1997 mit einem triumphalen Wahlsieg zurück an die Macht.

Tony Blair beendete die 18-jährige Regierungszeit der Konservativen Partei und löste John Major in seiner Funktion als Premier ab.

Mit 43 Jahren wurde Blair jüngster britischer Premierminister seit 1812.

"Tony könnte trockenen Fußes über die Themse schreiten", sagten Bewunderer.

Ein Jahrzehnt und zwei weitere Wahlsiege später (2001 ...

... und 2005), ...

... kann Großbritannien kaum den Tag erwarten, an dem der einst so ...

... erfolgreiche Premier ...

... die politische Bühne verlässt.

Begonnen hat das Finale der Ära Blair im März 2003 mit der Invasion im Irak.

"Die Bindung an Amerika ...

... in Sachen Irak ...

... hat das Prestige Großbritanniens ...

... und das Ansehen der Blair-Regierung ...

... sehr schwer angeschlagen", urteilte der konservative "Daily Telegraph" in seltener Übereinstimmung mit dem linksliberalen "Guardian".

Nie ist Blair den Ruf losgeworden, ein "Schoßhund von Bush" zu sein.

Tausende Soldaten in den Irak zu schicken, ...

... von denen bislang mehr als 140 in Särgen nach Hause kamen, ...

... sei "ein schrecklicher Fehler" gewesen, ...

... der für Labour noch Jahre nachwirken werde, hieß es einer Bilanz der Londoner "Denkfabrik" Chatham House zur Außenpolitik Blairs.

Ungeachtet aller militärischen, politischen und finanziellen Opfer Großbritanniens habe der Premier sich als "unfähig erwiesen, ...

... die Bush-Regierung in irgendeiner nennenswerten Art zu beeinflussen".

Mit 53 Jahren wirke Blair heute "stärker verschlissen als alle anderen westlichen Premiers, ...

... mit Ausnahme von George W. Bush", fand das US-Magazin "Newsweek".

Das blutige Chaos im Irak und fast nichts anderes sei es, woran sich künftige Generationen im Rückblick auf Blairs Regierungszeit ebenso wie auf jene von Bush erinnern würden.

Daran konnten auch die PR-Experten, die so genannten "Spin Doctors", nichts ändern, die zu einem Markenzeichen der Blair-Ära wurden.

Mit Gespür für die Stimmung der Massen ...

... und populären Formulierungsideen - wie die "der Prinzessin des Volkes" ...

... in Blairs Rede kurz nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana im Sommer 1997 - ...

... halfen sie, die Begeisterung für den ...

... "politischen Wunderknaben" ...

... zu mehren.

Das ständige Polieren am Image trug seiner Regierung jedoch auch den Ruf ein, mehr Fassade als Substanz zu bieten.

Ganz gerecht ist das nicht. Blairs Amtszeit ist die längste aller regierenden Premierminister der Labour-Partei.

Er führte seine Partei als einziger zum Sieg in drei aufeinanderfolgenden Wahlen.

Im Laufe der Jahre wandelte sich Blair von einem Opportunisten, der seine Politik Stimmungen anpasste, ...

... zu einem "Überzeugungstäter".

Immer stärker werde er "von dem Wunsch getrieben, das moralisch Richtige zu tun", sagte der Autor Philip Stephens, der 2004 eine Blair-Biografie schrieb.

"Richtig" war für Blair der Militäreinsatz gegen das Blutvergießen in Sierra Leone ...

... und gegen die Verbrechen des Milosevic-Regimes im Kosovo. Blair forderte ein klares Handeln der Nato. Er überzeugte US-Präsident Clinton davon, notfalls auch Bodentruppen im Kosovo einzusetzen.

Von Beginn an unterstützte Blair die Pläne von US-Präsident Bush zu einem Angriff auf den Irak unter Diktator Saddam Hussein.

Sowohl international als auch in seinem eigenen Land hagelte es Proteste.

Blair rechtfertigte den Irak-Krieg mit der Behauptung, Irak besitze Massenvernichtungswaffen.

Als sich deren Existenz nicht bestätigte, geriet er innenpolitisch unter Druck.

Blair wird vorgeworfen, die vorliegenden Indizien einer irakischen Bedrohung massiv übertrieben zu haben.

Nach dem Tod des Waffenexperten und Regierungsberaters David Kelly am 17. Juli 2003 wurden die Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen und von der Opposition immer lauter.

Zu Blairs Bilanz gehört aber auch eine blühende Wirtschaft.

Das Gesundheitswesen steht ordentlicher da als einst.

Milliarden flossen für bessere Schulen und die Bekämpfung der Kriminalität.

Sein größter Verdienst ist wohl, dass mit dem so genannten Karfreitagabkommen der Bürgerkrieg in Nordirland überwunden wurde.

Blair war der erste britische Premierminister überhaupt, der vor dem irischen Parlament eine Rede hielt.

Dennoch überwiegt am Ende der Blair-Dekade der Überdruss.

Er sei heute so unpopulär wie die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher in den letzten Wochen ihrer Amtszeit, meinen seine Kritiker.

Unter der Androhung einer Palastrevolte, die Blairs Konkurrent, Schatzkanzler Gordon Brown, in Szene setzte, ...

... hatte der "Mann mit dem Bambi-Blick" (wie ihn der "Independent" einmal nannte) ...

... am 7. September 2006 angekündigt, seine Ämter innerhalb von zwölf Monaten niederzulegen.

"Wenn ich gehe", sagte er Journalisten, "dann werden auch die atmosphärischen Störungen und die Unbeliebtheit verschwinden, die einem Premierminister nach zehn Jahren nun einmal anhaften." Das ist das traurige Finale einer Ära.

Am 27. Juni tritt Tony Blair nun von seinem Amt als Premierminister zurück.

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