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Für Ursula von der Leyen ist es so etwas wie die Krönung ihrer Arbeit.
Die CDU gab sich bei ihrem Parteitag in Hannover im Dezember 2007 im Rahmen des neuen Parteiprogramms auch neue Grundsätze zur Familienpolitik.
Sie tragen die Handschrift der quirligen Bundesministerin, die seit zwei Jahren Schritt für Schritt und gegen teilweise massiven Widerstand ihre Partei kontinuierlich in Richtung moderne Familienpolitik getrimmt hat.
"Sie ist der Pop-Star der CDU", freut sich CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla über die ?
? nach Kanzlerin Angela Merkel ?
? Umfrage-Vize-Königin der Partei.
"Die heilige Johanna der Kinderbetreuung - aber ohne Schwert", schimpfte einst SPD-Chef Kurt Beck ...
... über die "Produktpiraterie" der siebenfachen Mutter auf dem früher ureigensten SPD-Feld.
Die von der Leyen-Bilanz hat aber einen Schönheitsfehler: Im ursprünglichen Programm-Entwurf für den Parteitag stand das umstrittene Betreuungsgeld (SPD-Spott: "Herdprämie") nicht drin.
Erst nach Interventionen aus einigen CDU-Landesverbänden hat die Antragskommission dafür gesorgt, dass die zusätzliche Leistung für die Eltern, die ihre Kleinkinder nicht in die Kita schicken, sondern zu Hause betreuen wollen, jetzt in einem Sonderantrag ins Programm kommt.
Von der Leyen selbst hegt dabei immer noch erhebliche Vorbehalte gegen ein Betreuungsgeld. Ihr Argument: Gerade bildungsferne, gerade ärmere Familien bekommen mit dem Betreuungsgeld einen Anreiz, ihre Kinder nicht in die Kita zu schicken.
Doch um den Unionsfrieden nicht zu gefährden suchte sie kürzlich demonstrativ das Gespräch mit der neuen CSU-Spitze (im Bild: mit CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer). Man versicherte sich gegenseitiger Unterstützung.
Die braucht von der Leyen, weil sie sonst den für ihre weiteren Reform-Pläne benötigten Rückhalt unter den Amtsträgern der Union verlieren könnte.
Vor allem bei den "Traditionalisten" in der Unionsfraktion gab es in den vergangenen Monaten Grummeln. Einige Familienpolitiker fühlten sich bei von der Leyens frühem Vorstoß für einen massiven Ausbau der Krippenplätze überrumpelt.
Die Betonung der Rolle der berufstätigen Mütter sei einseitig. Auch habe es an Absprachen bei der Besetzung wichtiger Beratergremien gefehlt, sagen die Kritiker.
Bei der Diskussion über Testkäufe durch Jugendliche im Staatsauftrag mit dem Ziel, illegalen Vertrieb von Gewaltvideos und Alkohol aufzuspüren, ...
... wurde von der Leyen sogar von Merkel selbst zurückgepfiffen.
Manche sehen diese gelegentlichen Dissonanzen auch als Folge der fehlenden Verankerung der Ministerin in der Unionsfraktion.
Von der Leyen hat kein Abgeordnetenmandat und auch nicht die Absicht, 2009 für den Bundestag zu kandidieren.
Die mit einem Mandat verbundenen zusätzlichen Termin-Belastungen wolle sie ihrer Familie nicht zumuten, heißt es in ihrer Umgebung.
So wird die Medizinerin zwar CDU-Präsidiumsmitglied bleiben, aber weiterhin in der Union keine richtige Hausmacht haben.
Die politische Quereinsteigerin hat aber auch so schon in der eigenen Partei so viel bewegt, dass sie aus jeder künftigen Wahlkampfstrategie der CDU kaum wegzudenken ist.
"Für uns ist die Frau ein Glücksfall", sagt etwa Berlins Großstadt-Wahlkämpfer Friedbert Pflüger über seine Parteikollegin.
"Echte Wahlfreiheit" zwischen Beruf...
... und Familie, ...
... die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft, ...
... der beitragsfreie Kindergartenplatz, ...
... ein Familiensplitting - ...
... vor der "Ära von der Leyen" waren dies im konservativen Lager der Unionsparteien absolute Tabu-Themen. (Alle Fotos: AP, dpa)
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