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Der Erfolgsdruck ist enorm - und ein Scheitern wollen die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen auf alle Fälle vermeiden.
Auf dem Weltfinanzgipfel in London planen die G20 einen weiteren großen Schritt für die Reform der globalen Finanzarchitektur.
Eine solche Krise des globalen Finanzgebäudes darf sich nicht wiederholen, lautet das Ziel, dem sich auch der neue US-Präsident Barack Obama auf seiner ersten Europa-Reise verschrieben hat.
Die Teilnehmer wissen: Ein Erfolg ist der Gipfel erst dann, wenn sich in Zukunft alle an die neuen Regeln wirklich halten.
Alle Finanzmärkte, Finanzprodukte und Marktteilnehmer sollen künftig kontrolliert werden, darunter auch die Rating-Agenturen, die die Gefahren von Finanzprodukten eigentlich beurteilen sollen.
Auch soll ein härterer Kurs gegenüber Hedge-Fonds und Steueroasen eingeschlagen werden.
Die Unterhändler streiten noch auf dem Gipfel darüber, ob künftig schwarze Listen von Ländern veröffentlicht werden sollen, die im Kampf gegen Steuerhinterziehung nicht mitziehen.
London wird - das machen die Teilnehmer schon im Vorfeld deutlich - also nur ein Zwischenschritt, nicht der Endpunkt der schönen neuen Finanzwelt sein.
"Wir sprechen über eine neue globale Architektur der Finanzmärkte, und wir werden nicht in der Lage sein, dies in London zu beenden", so Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Neue Konjunkturprogramme, die der britische Premierminister und Gastgeber Gordon Brown vor Augen gehabt haben mag und wie sie die Japaner insbesondere von Deutschland fordern, werden jedenfalls vom Gipfel nicht verlangt werden.
Manche Länder wie Italien wären dazu wegen ihrer Staatsverschuldung auch gar nicht mehr in der Lage.
Zudem ist den Kontinental-Europäern eine Politik suspekt, die den künftigen Generationen unübersehbare Schuldenberge überlässt und die zudem den Keim künftiger Krisen in sich tragen könnte.
Auch Obama ließ angesichts dieser Widerstände signalisieren, dass er keine solchen Forderungen erheben werde.
Dennoch werden Deutschland und die anderen großen Industrienationen nach London noch einmal in die Tasche greifen.
Die Mittel für den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank und Entwicklungsbanken dürften kräftig aufgestockt werden.
Das ist dann doch eine Reverenz an die Briten.
Allein die Erhöhung der Gelder für den IWF könnte Deutschland rund 20 Milliarden Euro kosten.
Über die konkreten Beiträge wird noch gefeilscht.
Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, rief die Teilnehmer des Weltfinanzgipfels dazu auf, die Finanzmärkte von der Last der faulen Kredite zu befreien.
Die USA stellten Konjunkturhilfen in den Mittelpunkt und die Europäer beharrten auf einer Neuregulierung der Märkte, sagte Strauss-Kahn der "Financial Times".
"Sie machen sich noch nicht schnell genug daran, das Finanzsystem aufzuräumen", so der IWF-Chef.
Auch Entwicklungshilfeorganisationen fordern eine strenge Regulierung der Weltmärkte.
Das, was im Vorfeld angekündigt worden sei, müsse nun tatsächlich beschlossen werden, sagt Kurt Bangert, Armutsexperte der Kinderhilfsorganisation World Vision, gegenüber n-tv.de.
Er wünsche sich, dass endlich eine Diskussion über eine Welteinheitswährung in Gang komme, ebenso wie über eine Weltzentralbank.
"Es sollte hier keine Tabus mehr geben", so Bangert.
Das Welternährungsprogramm WFP bedauert, dass in London die Ärmsten der Armen nicht berücksichtigt werden.
"Die Finanzkrise könnte die nächste Welternährungskrise auslösen, doch die weltweit Hungernden stehen nicht mal auf der Agenda in London", kritisierte der Leiter des Berliner WFP-Büros, Ralf Südhoff, gegenüber n-tv.de.
Die britische Entwicklungshilfeorganisation Oxfam warnt ebenfalls davor, die Entwicklungsländer zu vergessen.
"Wenigstens ein Teil der enormen Gelder für die unterschiedlichen Konjunkturprogramme sollte ihnen zugute kommen."
"Wenn man sieht, wie viel Geld für Banken gefunden wurde, so erscheint es unbegreiflich, wenn die G-20-Chefs erlauben, dass die Wirtschaftskrise das Leben der Armen zerstört."
Heftige Kritik an der Politik der G20 äußert sich auch auf den Straßen Londons.
Vor dem Gipfel rüstete sich die britische Hauptstadt für eine der größten Sicherheitsoperationen überhaupt.
Geschäfte im Bankenviertel und symbolträchtige Orte wurden aus Angst vor Unruhen verbarrikadiert.
Umgerechnet rund 7,8 Millionen Euro kostet der Einsatz der 5000 Sicherheitskräfte.
Doch auch massive Polizeipräsenz kann Ausschreitungen gewalttätiger Demonstranten nicht verhindern.
Mit lauten Sprechchören wie "Stürmt die Bank!" oder "Schande über Euch" ziehen tausende Demonstranten durch das Londoner Bankenviertel.
Mit Gewalt versuchen einige, die Bank of England zu stürmen.
Später attackieren zum Teil vermummte Protestierende die Polizei mit Stangen.
Dutzende Demonstranten werden festgenommen, mehrere Menschen verletzt.
Ein Demonstrant stirbt am Mittwoch aus noch ungeklärter Ursache.
Immerhin ein konkretes Ergebnis hat der Gipfel schon am ersten Tag.
So schafft US-Präsident Obama einen Neuanfang der amerikanisch-russischen Beziehungen.
Mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew vereinbart er, die atomare Abrüstung wiederzubeleben. (Alle Fotos: dpa, AP)
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