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Bilderserie: Wenn die Polizei beim Postmann klingelt

 
Das Bild trügt, denn über der Post hat sich der Himmel verdunkelt.

Das Bild trügt, denn über der Post hat sich der Himmel verdunkelt.

Klaus Zumwinkel, der als Postchef nach außen hin stets bescheiden auftrat, ist nun verantwortlich für "einen erheblichen moralischen Schaden" (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück)

und hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel schwer enttäuscht.

"Ich glaube, es geht mir wie vielen Menschen in Deutschland: Das habe ich mir nicht vorstellen können", sagte Merkel über den Postchef.

Doch was ist geschehen? Der einst hochgeschätzte "erste Postbote" des Landes soll mit Geldanlagen in liechtensteinischen Stiftungen...

Gelder in einer Höhe von rund einer Million Euro hinterzogen haben. Aber der Reihe nach.

Am Donnerstagmorgen bezieht um 05.00 Uhr ein Kamerateam des ZDF Stellung vor dem Anwesen Zumwinkels im Kölner Stadtteil Marienburg.

Der Sender hat von der bevorstehenden Razzia vorab erfahren.

Um ca. 07.00 Uhr klingeln Vertreter von der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft an der Tür Zumwinkels.

Parallel dazu startet eine Durchsuchung der Büroräume in der Bonner Konzernzentrale.

Um 09.35 Uhr bestätigt die Post ein Ermittlungsverfahren gegen den Postchef.

Die Staatsanwaltschaft Bochum räumt Durchsuchungen in Bonn und Köln "wegen eines Steuerstrafverfahrens" ein, nennt aber zunächst keinen Namen.

Gut fünf Stunden nach Beginn der Durchsuchung seiner Privatvilla ...

... wird Zumwinkel von der Polizei zu Hause abgeholt,

eskortiert von der Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen, die seit zehn Jahren deutschen Steuersündern auf der Spur ist.

Die 53-Jährige und ihr Team gelten als "scharfe Hunde vom Revier" ("Die Zeit"), einen Promibonus haben Steuersünder bei ihr nicht zu erwarten.

Um 12.15 Uhr besteigt Zumwinkel ein Polizeiauto, das dann eskortiert von einem Polizeimotorrad davonfährt.

Ziel der Reise ist die Staatsanwaltschaft Bochum.

Weder die Steuerfahnder, noch Zumwinkels Anwalt oder die Polizei wollen kommentieren, ob es sich dabei um eine vorläufige Festnahme handelt oder ?

? ob Zumwinkel möglicherweise zu einer Vernehmung gebracht wird.

Der Polizeiwagen war zuvor rückwärts auf die Einfahrt des Anwesens gefahren und hatte dann direkt vor der Haustür geparkt.

Somit muss Zumwinkel nur wenige Treppenstufen hinabsteigen, bevor er in das Fahrzeug steigt. Kurz nach Zumwinkel verlässt auch dessen Anwalt das Haus.

Wenige Minuten später tragen Ermittler Kisten mit sichergestellten Unterlagen aus der Villa,

die sie anschließend in die Kofferräume ihrer Autos verstauen.

Am Nachmittag teilt die Staatsanwaltschaft mit, dass sie gegen Zumwinkel und mehrere Verdächtige wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Geldanlagen in Liechtenstein ermittelt.

Nachdem er der Staatsanwaltschaft eine "Sicherheitsleistung" in beträchtlicher Höhe angeboten hat, darf Zumwinkel,

der sich selbst als "redlichen Kaufmann" sieht, wieder nach Hause.

Bei der Post versucht man derweil die Wogen zu glätten: Um 16:25 Uhr werden Berichte über einen Rücktritt Zumwinkels dementiert,

eine Stunde später betont man, dass Zumwinkel ungeachtet der Vorwürfe sein Amt ausübe und "voll handlungsfähig" sei.

Das sehen nicht alle so: Am Freitagmorgen fordert der SPD-Vorsitzende Kurt Beck Zumwinkel zum Rücktritt auf.

Nur eine halbe Stunde später bietet Klaus Zumwinkel dem Bundesfinanzministerium seinen Rücktritt an. Die Bundesregierung nimmt den Rücktritt an.

Und nun? In den nächsten Tagen wird Zumwinkel laut der Post noch im Amt bleiben, denn noch muss der Aufsichtsrat über das Rücktrittsangebot befinden.

Als Zumwinkels Nachfolger wird der 46-jährige Logistikvorstand Frank Appel gehandelt.

Appel gehört seit einigen Jahren dem Post-Vorstand an und galt bereits als potenzieller Nachfolger von Zumwinkel.

Mit dem Fall Klaus Zumwinkel ist die Arbeit der Steuerfahnder jedoch noch nicht getan.

Nach Informationen der Bundesregierung sollen "tausende Verdächtige" in Steueraffären verwickelt sein.

Die Rede ist von bis zu vier Milliarden Euro, die an dem Fiskus vorbeigeschleust wurden.

Wer unrechtgemäß bei den Liechtensteiner Banken geklingelt hat, dem rät das Finanzministerium zur Selbstanzeige. Das sei die Voraussetzung für Straffreiheit.

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