Schiedsrichter Bernd Heynemann zeigt im Oktober 1997 Markus Babbel vom FC Bayern München nach einem absichtlichen Handspiel die rote Karte.
(Foto: picture-alliance / dpa)
Donnerstag, 01. Juli 2010
Alles Pfeifen: Rote Karte für Blatter?
Moderatorin der Sendung: Leo Busch
Bei der WM jagt eine Fehlentscheidung die nächste. Den Engländern wird ein Tor gestohlen, die Argentinier bekommen eins geschenkt und Luis Fabianos Tor hat Hand und Fuß. Zeit, endlich den Videobeweis einzuführen? Die Fifa ziert sich. Für sie gehören die Pannen zum „menschlichen Antlitz“ des Fußballs.
Bernd Heynemann, früher FIFA-Schiedsrichter und CDU-Bundestagsabgeordneter, diskutiert mit Ihnen bei busch@n-tv - auch über den Chip im Ball und den Videobeweis.
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Angesichts etlicher krasser Fehlurteile in den vergangenen Jahren kann man eigentlich der Forderung nach Positionschip im Ball und ggfls. nachträglichem Videobeweis kaum rational entgegentreten. Ich halte es aber für einen Irrglauben, daß Fehlentscheidungen dieser Art etwas Neues sind. Sie wurden halt früher nicht gesehen, weil es bestenfalls 3 bis 4 Kameras am Spielfeldrand gab und keine digitale Bildverarbeitung die kurzfristige Analysen ermöglichte. Mir fällt aber noch ein anderes Argument für den Videobeweis ein: Solange die Schiris von der FIFA nahezu päpstliche Unfehlbarkeit verliehen bekommen, wird es auch immer wieder Bestechungsskandale um gekaufte Spiele geben. Die Betreiber der Wettbüro´s sollten sich also auch geschlossen für den Videobeweis stark machen. Und insbesondere abseits der Spielfeldes sollten der Macht der Schiris enge Grenzen gesetzt werden. So ein Blödsinn wie bei der letzten EM darf einfach nicht passieren. Ich bin kein großer Fan von Herrn Löw, aber da war ich voll auf seiner Seite. Wenn man sich nicht mal mehr frei bewegen und evtl. auch mal mit dem Kollegen von der gegnerischen Mannschaft unterhalten darf, dann wird nicht nur sportliche Kultur zerstört. Ein Schiedsrichter sollte Garant und Vorbild für FairPlay sein statt dieses ad absurdum zu führen !
Ich kann nicht verstehen, wie man sich gegen den Videobeweis aussprechen kann! Das Argument, jede Ungerechtigkeit würde sich schließlich irgendwann ausgleichen, ist reiner Zynismus! Auch der Vorwurf, dies wäre zu zeitintensiv, gilt nicht, denn durch den Videobeweis würden die Diskussionen mit den Schiedsrichtern wegfallen!
Die Schiedsrichter tragen Kopfhörer und sind während des Spiels über Funk mit ihren Kollegen an der Linie verbunden. Das ist auch Technik, die hilft. Gegen diese scheinen die Nostalgiker der Fifa keine Einwände zu haben. Komisch - oder Herr Heynemann?
Ich glaube, dass alle Schiedsrichter das Problem haben, nicht selber guten, hochklassigen Fußball gespielt zu haben. Es fehlt Ihnen an eigener Spiel-erfahrung und aus diesem Grund sind sie nicht in der Lage selbst klare Spielsituationen richtig zu beurteilen. Darüberhinaus hätte der Schiedsrichter immer noch die Möglichkeit seine Assistenten zu überstimmen.
Wenn der Videobeweis für Tore da ist, wird es kein halten mehr geben. Dann kommt das Abseits ins Gerede siehe Tor von Argentinien gegen Mexiko und danach gelbe-rote oder rote Karte per Videobeweis usw. usw. Ist der Fuß erst einmal in der Tür, geht Sie nie weider zu, aber dafür immer weiter auf! Der FUßball wird daran nicht zu Grunde gehen, aber an Dynamik und Emotionen verlieren. Nicht alles was technisch machbar ist, muss auch getan werden. Krasse Beispiele: die für jeden absolut unkalkulierbare Gentechnik oder gar Atomraketen wenn auch weit hergeholt
Hallo erstmal, es wird meiner Meinung nach auch endlich Zeit für den Videobeweis. Und zwar nicht nur auf internationaler Ebene. Dann hört vielleicht auch endlich einmal dieses Bayern-Glück auf...
Glauben Sie nicht, dass Sie das Thema Fußball überbewerten? Bzw. glauben Sie, dass Ihre busch@n-tv Zuschauer mit einer Tröte vor dem Fernseher sitzen und zum dritten mal Fußball hören wollen? Es wurde ein neuer Bundespräsident gewählt. Die Koalition nicht-regiert unser Land. Bitte kommen Sie zum seriösen Talk zurück und überlassen Sie den Ball und seine Randerscheinungen den Sportredaktionen.
Ich verstehe nicht, wie sich die Fifa auf der einen Seite sich so stur gegen den Videobeweis wehren kann, aber auf der anderen Seite genau diesen praktiziert. Ich erinnere mich an die WM 2006 in Deutschland, als Thorsten Frings wegen einer Handgreiflichkeit im Viertelfinale gegen Argentinien für das Halbfinale gesperrt wurde. Die Aktion wurde von keinem Schiedsrichter gesehen, die Sperre aufgrund des Videobeweises ausgesprochen. Ebenso ist in sämtlichen Topligen ist der Videobeweis schon an der Tagesordnung. Leider nur für grobe Unsportlichkeiten. Die Fifa widerspricht sich mit dem Thema selbst und ist nicht konsequent. Wäre sie es, dann wären nachträgliche Sperren ebenso wenig möglich wie Ungerechtigkeiten bei Wembley-artigen Toren. Lieber Herr Blatter, ganz oder gar nicht. Und da Sie den Videobeweis zur Hälfte schon praktizieren empfehle ich Ihnen GANZ.
Der Videobeweis muss kommen: Beim 100m Lauf stellt man ja auch keine Schiedsrichter hin und sagt, der XY war der erste, sondern da wird elektronisch gemessen....oder nehmen Sie Kanuten, überall hilft die Technik den Sieger zu ermitteln, weil der Mensch dazu nicht in der Lage ist. Und beim Fußball geht es nicht um ein falschen Einwurf, da geht es darum, ob eine Mannschaft unverdienterweise ein Tor zugerechnet bekommt und damit das Spiel gewinnt oder nicht! Das ist schlichtweg ungerecht und unfair gegenüber allen Spielern! Denn auch die Mannschaft die davon profitiert, wird sich über solch einen Sieg mit Sicherheit NICHT gerade freuen können!
Was soll eigentlich die Verweigerung gegen einfache Massnahmen! Nehmt das Eishockey als Masstab! Da gibt es merhere Schiedsrichter und eine Torkamera! Und da wird nicht pltzlich darpüber geredet, noch merh technische Beweise zusätzlich zu installieren. Im Übrigen: Frau Busch, Sie sind grossartig! Danke für Ihren eherlichen Journalismus! Patrik
Der Chip im Ball wäre künftig hilfreich, da es hier - technisch einwandfreie Funktion vorausgesetzt - ein eindeutiges drin oder nicht drin gibt. Was den Videobeweis während des Spieles angeht sehe ich diesen eher kritisch. Es gibt eine Fülle von Spielsituationen, die auch durch ein Video nicht eindeutig kurzfristig geklärt werden können, ohne den Spielfluss zu hemmen. Fouls weit ab vom Ballgeschehen, die zu einem Feldverweis führen, können vom 4. Mann via Headset an den Schiedsrichter gemeldet werden.
Hallo, mal ehrlich, was würde gegen den Videobeweis sprechen ? Der zeitliche Aufwand bzw. die Spielverzögerung ? Gucken wir uns doch mal an, wie lange die Diskussionen auf dem Spielfeld nach Fehlentscheidungen dauern. Dann kann man doch nur zum dem Schluss kommen, dass ein Videobeweis weniger zeitauwändig wäre, oder ? Und gerechter wäre er allemal. MfG Jörg Fahrenholz Großefehn
Oje, oje, oje ... Wenns sooooo schwierig ist der Technik wie beim Tennis vertrauen zu schenken ... Und wenn die Schiedsrichter offensichtlich dem gesteigerten Spieltempo nicht mehr nachkommen können ... Einfach jeweils zwei Zusatz-Torschiedsrichter etablieren. Diese stehen jeweils neben den Toren ... Geld sollte doch genügend vorhanden sein?! Und zwei Notsitze für die Anreise dieser Zusatz-Torschiedsrichter doch auch.
Gut finde ich, dass es die Engländer mit der Torlinie, immerhin schon seit 44 Jahren, nicht so genau nehmen und sich auch dieses Mal gar nicht aufregten. Schlecht finde ich, dass es den Chip im Ball nicht gibt. Gleichzeitig finde ich dies aber auch wiederum gut, da es nicht soviel Geschnatter geben würde, wäre die Linie immer dort, wo sie vermeintlich sein müßte. Gut wäre es allerdings, wäre die Schweiz neutral und Blatter weg, da wohl nur er die besten Schiris der Welt bei diesem Turnier gesehen haben will. Das muß schon Altersdemenz sein oder hat er doch einen Bong geraucht, bevor er diese Aussagen tätigte?
Irgentwelche Visuellen Beweise haben nichts mit dem Fußball zu tun, der Chip im Ball wäre eine gute Variante, wer einen Videobeweis haben will, soll zum Eishockey gehen
Dem US Amerikanischem Team wurden in den beiden ersten spielen dieser WM jeweil 1 offensichtlich gülltiges Tor nicht gegeben, wodurch sie im dritten Spiel um den Einzug in die nächste Runde bangen mussten, wenn es soweit kommt das Fehlentsheidungen der Schiedsrichter darüber entscheiden ob einTeam weiterkommt oder nicht, macht es das Spiel kaputt und man verliert die freude am Spiel. Eine Torkamera und Videobeweiss werden, gerade nach dieser WM, zumindest für solche Turniere zwingend notwendig sein. Es ist traurig anzushauen wie Fehlentscheidungen eine WM entscheiden.
Warum wurde bei der WM In südafrika Kein schiedsrichter hinter dem tor gesellt wie es zur zeit bei der eurolig und champinglig gemacht wurde. Dann hätte mann kein ärger mit Fehlentscheidungen. schultz
Durch zu viel Technik geht die Leidenschaft des Spiels verloren. Wir sollten nicht vergessen was den Fussball ausmacht. Auch durch Technik werden neue Probleme und Lücken aufgehen. Man sollte sich genau überlegen ob das wirklich förderlich ist für diesen Sport.
Videobeweise sind in allen grossen Sportarten schon seit zig Jahren bestandteil des Spiels. Diese Videobeweiseanalyse würde nicht läger als eine Einwechslung eines Spielers dauern
Meiner Meinung nach geht es doch nicht darum, was ein Hr. Blatter, Zwanziger oder andere diverse Schiedsrichter wollen. Es geht darum, das Spiele nicht zwangsläufig durch Fehlentscheidungen maßgebend beeinträchigt oder auch entschieden werden. Der Videobeweis sollte nur bei spielentscheidenden Szenen genutzt werden. Ein Tor sollte auf evtl. Abseitspositionen überprüft werden oder wenn der Schiedsrichter eine rote oder gelb-rote Karte geben möchte, dann sollte die Situation noch einmal eindeutig am Bildschirm überprüft werden, bevor ein Spiel so dermaßen beeinflusst wird, das kostet kaum Zeit und hilft Fehlentscheidungen zu vermeiden. Es ist schon klar, dass die FIFA diese Fehler nicht zugeben will. Es geht aber eindeutig darum, dass derjenige ein Spiel gewinnt, der mit einwandfreien Mitteln das Spiel zu seinen Gunsten entscheiden kann und nicht derjenige, der aufgrund einer Fehlentscheidung, die man leicht hätte verhindern können, einen Sieg einfährt. Da würde auch kein Schiedsrichter seine Autorität verlieren, wenn einer nicht Spurt, dann soll er eine gelbe Karte bekommen, so verschafft man sich schon Respekt. Es geht lediglich nur darum Fehlentscheidungen zu vermeiden und das sollte aus Liebe zum Spiel schnell umgesetzt werden. Die Zuschauer und Fans würden es der FIFA danken!
Das wäre Wunderbar, das wünsche ich mir schon seit der letzten WM!!! Die Art und Weise wie Italien Weltmeister geworden ist war einfach unhaltbar, es kann nicht sein dass eine Manschaft sich durch die gesamte WM mogelt.
Bitte keine Technik Fussball ist einer der letzten Sportarten die ohne Technik klar kommt und das macht ihn so interessant und diskutabel. Wie wäre es denn wenn man nicht über den Schiedsrichter meckern kann.
Immer dieses Anzweifeln der Autorität von Schiedsrichtern wenn man den Fernsehbeweis hätte. American Football läuft wunderbar mit dem Fernsehbeweis, der Schiedsrichter erklärt dem Publikum sogar seine Entscheidung. Gegen die Fehler die gerade gemacht wurden hilft auch kein 5,6,7 Schiri. Und die Autorität der Schiris im Tennis hat auch nicht gelitten. Es ist halt das verbohrte Traditionsdenken der Fifa/Uefa
Da sollten doch nur Wettbewerbe der Profimannschaften ggf. per stereoskopischer Standkameras aufgezeichnet werden! Der Chip-im-Ball bedarf auf JEDEM Platz, auf dem eine Profimannschaft spielt, der technischen Voraussetzungen kann sich keiner leisten. Dann sollten nur grobe Fehlentscheidungen anschließend ggf. korrigiert werden! Die Freiheit der Schiedsrichter sollte gewahrt bleiben!
Ist Fussball wirklich so oberflächlich und benötigt ungerechte entscheidungen nur damit es spannend bleibt? Es geht in jeder anderer Sportart, wieso aber nicht beim Fussball? Wenn Fussball nur durch Fehler definiert wird wobei es hier ja auch noch um ein Millionengeschäft geht, dann stimmt eher was mit dem Sport per se nicht als dass man der Technik die Schuld gibt dass Fussball auf einmal nicht mehr interressant ist. Im endeffekt soll das doch derjenige entscheiden um dem es schlussendlich geht: Testet es; ich wüsste nicht dass es wirklich einen Test desbezüglich gegeben hat. Ich persönlich denke dass damit der Fussball eher aufgewertet wird, es gibt weniger Frust und vor allem es geht wieder um das, worum es gehen soll: nicht um Fehlentscheidunen, sondern um den Sport selbst.
Da sollten doch nur Wettbewerbe der Profimannschaften ggf. per stereoskopischer Standkameras aufgezeichnet werden! Der Chip-im-Ball bedarf auf JEDEM Platz, auf dem eine Profimannschaft spielt, der technischen Voraussetzungen kann sich keiner leisten. Dann sollten nur grobe Fehlentscheidungen anschließend ggf. korrigiert werden! Die Freiheit der Schiedsrichter sollte gewahrt bleiben!
Hallo, ich bin seit 20 Jahren Handballschiedsrichter unter anderem in der Landes und Verbandsliga. Dort muss ich 4mal mehr und vor allem Schneller zu entscheiden. Wir sind zwar zu zweit aber doch entstehen auch hierbei mal Fehlentscheidungen. Diese sind ägerlich aber nicht gänzlich zu vermeiden. Wichtig ist, wie Herr Heyneman bereits erklärte die Summe zu minimieren. Daher kann ich ich diese Diskussion nicht verstehen. Wir alle sind Menschen mit emotionen und Fehlern. Gerade das macht den Sport interessant.
Es geht doch hier nicht um irgendeine Summierung von Fehlern, sondern lediglich um Gerechtigkeit. Zudem ist es bei dem heutigen Stand der Technik ohne Probleme möglich in kürzester Zeit Fehlentscheidungen zu korrigieren. Auch psychologisch betrachtet ist es für Spieler und Schiedsrichter eher entlastend, da sie nicht um Spiele betrogen werden können. Außerdem sind diejenigen, die den Sport finanzieren und lieben, nämlich die Fans und Zuschauer, mehrheitlich für den Videobeweis. Man sträubt sich doch nur davor auch hier Verbesserungen zuzulassen und damit einzugestehen, dass man nicht auf der Höhe der Zeit ist. Leider geht es sowieso fast nur noch um Profit und kaum noch um den Sport selbst. Noch etwas! Ich habe in vielen Spielszenen bei Wiederholungen deutlich erkennen können, ob ein Foul absichtlich passierte oder nicht. Der Schutz der Spieler vor absichtlichen Fouls würden dadurch auch gestärkt. zum Thema Manipulation der Videos - in so kurzer Zeit ist eine Videomanipulation derzeit nicht möglich! Also keine Gefahr und kein Argument. Zum Thema HD - weil man sich für die interlaced Auflösung statt der Progressiv scan Variante entschieden hat, ist es viel schwerer kleine und schnelle Objekte in Slowmotion genau zu erkennen. Der Fussball ist für diese Übertragungsform zu schnell. Schönen Abend noch.