Schwache US-Daten helfenEuro zieht an

Der Euro stemmt sich mit Erfolg gegen den Kursrutsch unter 1,22 Dollar und macht im späten Handel Boden gut. Händler verweisen auf enttäuschend ausgefallene Einzelhandelsdaten aus den USA, die sich belastend auf den Dollar auswirken.
Der Kurs des Euro hat sich
am Montag im Nachmittagshandel nach schwachen US-Einzelhandelsumsätzen etwas von
seinen zwischenzeitlichen Verlusten erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung
schwingt sich bis auf 1,2275 Dollar empor. Im Mittagshandel war der Euro noch
zeitweise bis auf 1,2176 Dollar gesunken. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs
auf 1,2177 (Freitag: 1,2185) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8212
(0,8207) Euro.
"Die eher enttäuschend
ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätze haben den Dollar im Nachmittagshandel etwas
belastet", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. Im Monatsvergleich
waren die Umsätze im Einzelhandel um 0,5 Prozent gesunken. Volkswirte hatten hingegen
einen Anstieg um 0,2 Prozent prognostiziert. Enttäuschende Daten würden die Wahrscheinlichkeit
erhöhen, dass die US-Notenbank weitere Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur ergreife,
sagte Rieke. Dies belaste tendenziell den US-Dollar. Insgesamt sei beim Eurokurs
aber keine klare Richtung erkennbar gewesen.
So war der Euro im Vormittagshandel
noch unter Druck geraten. Das Bundesverfassungsgericht will sich für die Prüfung
der Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm ESM Zeit lassen und seine Entscheidung
erst am 12. September verkünden. Die Kursverluste seien angesichts der rechtlichen
Lage in Deutschland verständlich, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer
Landesbank. "Derartige Steilvorlagen werden von den Finanzplätzen London und
New York gerne angenommen." In diesem Umfeld komme es nicht einmal zu nennenswerten
technischen Erholungen. Die Reformanstrengungen und -erfolge der Krisenländer der
Eurozone werden laut Hellmeyer von den Märkten nicht gewürdigt.
Zu anderen wichtigen Währungen
hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78440 (0,78750) britische Pfund,
96,25 (96,60) japanische Yen und 1,2010 (1,2009) Schweizer Franken festgelegt.