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Mittwoch, 09. März 2011

Wer hat noch nicht, wer will nochmal?: Dax-Riesen im Aufholfieber

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(Stand: 10. März 2011) (Foto: REUTERS)

(Stand: 10. März 2011)

Die deutsche Wirtschaft ist 2010 so stark gewachsen wie zuletzt nach der Wiedervereinigung. Um 3,6 Prozent stieg der Wert von Waren und Dienstleistungen im Jahresvergleich.

Vor allem in der Industrie wurde kräftig angepackt und daran gearbeitet, den Wachstumseinbruch des Vorjahres so schnell wie möglich hinter sich zu lassen.

Auch bei den großen börsennotierten Konzernen lässt die Erholung die Schornsteine teils kräftig qualmen. Das verrät der Blick in die Unternehmensbücher der Dax-Konzerne, die Stück für Stück veröffentlicht werden.

Der Luxusauto-Boom hat dem Münchner Autobauer BMW nach der Wirtschaftskrise wieder einen Rekordgewinn in die Kasse gespült. Der Überschuss stieg von 210 Mio. auf 3,2 Mrd. Euro und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet.

An dem Aufschwung sollen auch die Aktionäre teilhaben, denen BMW für 2010 eine Dividende von 1,30 Euro je Stamm- und 1,32 Euro je Vorzugsaktie in Aussicht stellt. Das ist jeweils ein Euro mehr als für das Jahr davor.

Einen konkreten Ergebnisausblick für das angelaufene Jahr wagt BMW noch nicht. "Wir streben 2011 einen Rekordabsatz von über 1,5 Mio. Fahrzeugen an", bekräftigte Konzernchef Reithofer. Für 2012 strebt der Konzern im Autosegment weiterhin eine operative Marge zwischen acht und zehn Prozent an.

Die Deutsche Post hat dank des Postbank-Verkaufs im Jahr 2010 den höchsten Gewinn seit ihrem Börsengang vor einem Jahrzehnt erzielt. Unter dem Strich verdiente der Logistik-Konzern mehr als 2,5 Mrd. Euro. Das ist eine Vervierfachung des Konzerngewinns gegenüber dem Vorjahreswert.

Der Umsatz stieg um 11,4 Prozent auf 51,5 Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen mit einer um 5 Cent erhöhten Dividende von 0,65 Euro an dem positiven Ergebnis teilhaben.

Insgesamt profitierte das weltweit tätige Unternehmen im operativen Geschäft mit seiner Marke DHL stark vom Konjunkturaufschwung. Der Trend zu einem Umsatz- und Gewinnrückgang im heimischen Briefgeschäft hielt dagegen an.

Der kalte Winter und eine hohe Nachfrage nach Agrarprodukten haben dem Düngemittel- und Salzproduzenten K+S ein gutes Geschäft beschert. Der Gewinn schoss im vergangenen Jahr auf 448,6 Mio. Euro nach 96,4 Mrd. im Vorjahr. Der Umsatz stieg um rund 40 Prozent auf 4,994 Mrd. Euro.

Für das laufende Jahr erwartet der Konzern, dass der Umsatz "spürbar höher" und das Ergebnis "deutlich steigend" ausfallen werden. "Die weltweite Düngemittelnachfrage dürfte weiter steigen und im Salzgeschäft gehen wir nach dem Spitzenjahr 2010 von einem insgesamt stabilen Geschäftsvolumen auf hohem Niveau aus", sagte Vorstandschef Norbert Steiner.

Den Aktionären stellte K+S für das Jahr 2010 eine auf 1,00 Euro je Aktie kräftig erhöhte Dividende in Aussicht. Im Vorjahr waren es noch 0,20 Euro.

Belastet durch Naturkatastrophen ist der Gewinn der Munich Re im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 2,43 Mrd. Euro zurückgegangen. Bis 2012 will der Konzern weiter Gewinne in dieser Größenordnung erreichen.

Allerdings muss der weltgrößte Rückversicherer um sein Gewinnziel für 2011 fürchten. Bereits die schweren Naturkatastrophen gleich zu Beginn des Jahres in Australien und Neuseeland schlugen nach ersten Schadenschätzungen mit rund 1,1 Mrd. Euro zu Buche.

Das sind bereits gut zwei Drittel der Summe, die Munich Re im gesamten Jahr 2010 für Naturkatastrophen aufwenden musste. Das Gewinnziel von 2,4 Mrd. Dollar sei deshalb nur noch erreichbar, wenn im weiteren Jahresverlauf die Großschäden unterhalb der Erwartungen blieben.

Glänzende Geschäfte für Linde - und glänzende Aussichten: Der Industriegase-Spezialist verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr vor allem dank der starken Nachfrage aus Asien Rekorde bei Umsatz und Ergebnis.

Der operative Gewinn kletterte um 22,6 Prozent auf rund 2,9 Mrd. Euro. Unterm Strich blieben Linde 1 Mrd. Euro - ein Plus von 70,1 Prozent. Die Erlöse kletterten um 14,8 Prozent auf 12,868 Mrd. Euro.

Und Konzernchef Wolfgang Reitzle blickt optimistisch in die Zukunft: "Für das Geschäftsjahr 2014 streben wir ein operatives Konzernergebnis von mindestens 4 Mrd. Euro an."

Der Wirtschaftsaufschwung und eine hohe Überweisung vom Finanzamt bescherten der Lufthansa 2010 einen Milliarden-Gewinn. Die Airline flog einen Überschuss von 1,1 Mrd. Euro ein nach einem Verlust von 34 Mio. Euro im Jahr zuvor. Rund 400 Mio. Euro des Gewinns sind einem Steuer-Einmaleffekt zu verdanken.

Der Jahresumsatz des Lufthansa-Konzerns, zu dem unter anderem die Fluggesellschaften Germanwings, Swiss und Austrian Airlines gehören, zog wie von den Experten vorhergesagt um ein Viertel auf 27,3 Mrd. Euro an.

Für das abgelaufene Jahr soll eine Gewinnbeteiligung von 60 Cent je Titel ausgeschüttet werden - im Krisenjahr 2009 war die Zahlung gestrichen worden.

Ausgerechnet beim größten deutschen Energieversorger Eon ist allerdings nicht viel von Energie in Sachen Bilanzzahlen zu spüren. Im Gegenteil, mit einem satten Gewinneinbruch und mauen Prognosen fürs nächste Geschäftsjahr ist er mehr der Blindgänger unter seinesgleichen.

Eon hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Ziele nur knapp erreicht. Der um eine Wertberichtigung bereinigte und für die Dividende entscheidende Gewinn fiel um 4 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte es allerdings auch höhere Buchgewinne aus Verkäufen gegeben. Eon-Chef Johannes Teyssen will den Aktionären dennoch eine unveränderte Dividende von 1,50 Euro je Aktie zahlen.

Eon machen wie dem Konkurrenten RWE die Belastungen aus der Atomsteuer, sinkende Stromgroßhandelspreise und ein schwächelndes Gasgeschäft zu schaffen. 2011 soll das bereinigte Ebitda deshalb auf 11,2 bis 11,9 Mrd. Euro sinken. (2010: 13,346 Mrd. Euro).

Auch der bereinigte Überschuss wird weiter fallen, teilt Eon mit. Erwartet wird hier ein Ergebnis von 3,3 bis 4,0 Mrd. Euro. Als Dividende wird "mindestens" 1,30 Euro je Aktie in Aussicht gestellt.

Adidas spürte vergangenes Jahr die Konjunkturerholung in weiten Teilen der Welt. Rückenwind gab es zudem durch die Fußball-Weltmeisterschaft sowie bessere Geschäfte bei der lange schwächelnden US-Tochter Reebok.

Der Umsatz stieg um 15,5 Prozent auf knapp zwölf Mrd. Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 567 Mio. Euro. Freuen können sich die Aktionäre: Die Dividende soll auf von 35 auf 80 Cent je Aktie angehoben werden.

Der Sportartikel-Hersteller traut sich auch im laufenden Jahr neue Bestwerte zu. Der Überschuss dürfte sich zwischen 625 und 650 Mio. Euro einpendeln, hieß es. : Der Umsatz solle um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz zulegen.

Hohe Abschreibungen im Zusammenhang mit der Schering-Übernahme haben den Pharmakonzern Bayer zusammen mit anderen Sondereffekten im vergangenen Jahr stark belastet.

Vorstandschef Marijn Dekkers ist erst seit Oktober im Amt: Gleich bei seiner ersten Jahresbilanz für den deutschen Traditionskonzern muss er einen überraschenden Verlust von 145 Mio. Euro im Schlussquartal erklären.

Der promovierte Chemiker und Chemieingenieur ist der erste Bayer-Chef, der nicht aus den eigenen Reihen kommt, und überdies der erste Ausländer an der Spitze des Traditionsunternehmens.

Im Gesamtjahr 2010 kam der Konzern auf einen Umsatz von 35,09 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis verringerte sich um 4,3 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro.

Der Ausblick blieb verhalten: Nicht zuletzt Nachahmerpräparate der Antibaby-Pille Yasmin setzen Bayer im wichtigen Pharmageschäft zu.

Bayer, 1 Jahr

Die Deutsche Telekom hat in Deutschland im vergangenen Jahr zwar weiterhin viele Kunden verloren, insgesamt allerdings trotzdem ein vergleichsweise gutes Geschäft gemacht. Der Ex-Monopolist verdiente 2010 unter dem Strich 3,4 Mrd. Euro, ein leichtes Minus von 0,8 Prozent. Der Umsatz sank um 3,4 Prozent auf 62,4 Mrd. Euro.

In ihrem klassischen Festnetz-Geschäft in Deutschland verlor die Telekom 2010 erneut 1,6 Mio. Kunden - ein Minus von 6 Prozent auf 24,7 Mio. Dies sei allerdings der geringste Kundenschwund der vergangenen fünf Jahre gewesen, betonte Konzernchef Rene Obermann.

Für das laufende Jahr rechnet die Telekom mit weiteren Einbußen. Probleme bereit dem Konzern auch das US-Mobilfunkgeschäft. Der amerikanische Markt ist für die Telekom aber ungemein wichtig - dort wird ein Viertel des Gesamtumsatzes erzielt.

Deutsche Telekom

Die Allianz hat trotz immenser Belastungen durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr ein überraschend kräftiges Gewinnplus eingefahren. Der operative Gewinn erhöhte sich um 17 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro. Unter dem Strich wurden 5,2 Mrd. Euro verdient. Der Konzernumsatz stieg um neun Prozent auf den Rekordwert von 106,5 Mrd. Euro.

Mehr als die Hälfte des Gewinns kam wieder einmal aus dem Kerngeschäft Schaden/Unfallversicherung. Hier verbesserte die Allianz auch ihre Profitabilität. Außerdem profitierte die Allianz vom guten Aktienjahr 2010. Hier gingen die Wertberichtigungen, die 2009 noch ein Problem waren, signifikant zurück.

Für das laufende gibt sich die Allianz optimistisch. "Wir haben 2010 ein sehr gutes Resultat erzielt und das erwarte ich auch für 2011", sagte Konzernchef Michael Diekmann. Er erwartet ein operatives Ergebnis von 8 Mrd. Euro, das aufgrund von Unsicherheitsfaktoren wie den schwankenden Finanzmärkten um 500 Mio. Euro nach oben oder unten gehen könne.

Allianz, 1 Jahr

Der Energieversorger RWE hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank Zuwächsen beim Strom- und Gasabsatz seinen Gewinn erneut gesteigert. Der bereinigte Überschuss, der für die Dividendenausschüttung maßgeblich ist, lag mit 3,8 Mrd Euro 6 Prozent höher als im Vorjahr.

Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 53,3 Mrd. Euro zu. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie erhalten.

Für das laufende Jahr erwartet das Management einen deutlichen Gewinnrückgang - unter anderem wegen der Belastungen durch die Atomsteuer. RWE will mit Beteiligungsverkäufen darauf reagieren. Außerdem wird das Sparprogramm verschärft und die Investitionen werden gekürzt.

RWE, 1 Jahr

Der weltgrößte Chemie-Konzern BASF hat im vergangenen Jahr die Krise weit hinter sich gelassen und einen Rekordgewinn verbucht. Mit 4,56 Mrd. Euro konnte das Unternehmen seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr 2009 verdreifachen. Der Umsatz legte um 26 Prozent auf knapp 64 Mrd. Euro zu.

Von der guten Entwicklung im abgelaufenen Jahr sollen auch die Aktionäre profizieren. BASF-Chef Jürgen Hambrecht kündigte an, Investoren eine Dividende von 2,20 Euro je Anteilsschein auszuzahlen.

Für das laufende Jahr strebt der Konzern nach eigenen Angaben eine weitere "signifikante Steigerung von Umsatz und Ergebnis" an. BASF setzt dabei weiter auf Rückenwind durch die anziehende Konjunktur.

BASF, 1 Jahr

Der Konsumgüterkonzern Henkel will nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr 2011 weiter zulegen. Sorge bereiten dem Konzern aber die steigenden Rohstoffkosten - der Hersteller von Pritt und Persil will deshalb weiter auf die Kostenbremse treten, um profitabler zu arbeiten.

Im Gesamtjahr summierten sich die Erlöse auf den Rekordwert von 15 Mrd Euro. Im Jahr zuvor waren es noch rund 13 Mrd. Euro. Der Überschuss sprang auf 1,1 Mrd. Euro - nach 602 Mio. Euro im Vorjahr.

Mit Blick auf das laufende Jahr sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted, die Rahmenbedingungen blieben "herausfordernd". Dies gelte vor allem für den wachsenden Wettbewerb und die steigenden Rohstoffkosten.

Henkel, 1 Jahr

Die Commerzbank gibt nach der Rückkehr in die Gewinnzone den Startschuss zur Rückzahlung der Milliardensummen, mit denen sie der Staat in der Finanzkrise gerettet hat. "Wir wollen die Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds bereits 2011 um einen signifikanten Betrag zurückführen", kündigt Vorstandschef Martin Blessing an.

Experten erwarten den ersten großen Schritt zum Abbau der Hilfen von insgesamt 18,2 Milliarden Euro spätestens für den Sommer. Dank des überraschend schnellen Aufschwungs in der deutschen Wirtschaft hat die Commerzbank im vergangenen Jahr mit 1,43 Mrd. mehr verdient als erwartet.

2009 hatte die Bank noch einen Verlust von 4,5 Mrd. Euro gemacht. Der Umsatz stieg 2010 zudem um 16 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro.

Das stabile Krankenhaus- und Dialysegeschäft beschert dem Gesundheitskonzern Fresenius einen Rekord nach dem anderen. 2010 fuhr das Unternehmen so viel Umsatz und Gewinn ein wie nie zuvor. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 16 Mrd. Euro, der bereinigte Gewinn um 28 Prozent auf 660 Mio. Euro.

Fresenius, 1 Jahr

"Wir sehen für die Zukunft erhebliche Wachstumspotenziale in allen Unternehmensbereichen von Fresenius", sagt Firmenchef Ulf Schneider. Deswegen haben wir es uns zum Ziel gesetzt, im Jahr 2014 ein Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro zu erreichen."

Auch die Fresenius Tochter FMC blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 12,1 Mrd Dollar und den Konzerngewinn um zehn Prozent auf 979 Millionen Dollar. Der Dialysespezialist stellte für das laufende Jahr einen Umsatz von bis zu 13 Mrd. Dollar und einen Gewinn von etwa 1 Mrd. Dollar in Aussicht.

Fresenius Medical Care, 1 Jahr

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck versprüht dank der Übernahme des US-Laborausrüsters Millipore Zuversicht. Konzernchef Karl-Ludwig Kley stellte bei Vorlage der Bilanz 2010 für das laufende Jahr einen Anstieg des operativen Gewinns zwischen 35 und 45 Prozent in Aussicht.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Merck einen operativen Gewinn von 1,1 Mrd. Euro - ein Sprung von 71,6 Prozent binnen Jahresfrist. Der auf eine 1668 gegründete Apotheke zurückgehende Traditionskonzern setzte 9,2 Mrd. Euro um und damit knapp 20 Prozent mehr als 2009.

Nach Steuern blieb ein Gewinn von 641,5 Mio. Euro in der Kasse - ein sattes Plus von 70,3 Prozent. Die Aktionäre sollen davon profitieren: Ihnen stellte Kley eine um 25 Cent auf 1,25 Euro je Aktie angehobene Dividende in Aussicht.

Merck KGaA, 1 Jahr

Daimler ist mit Rückenwind durch die boomende Nachfrage nach neuen Pkws in China und durch ein eisernes Sparprogramm wieder deutlich in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Vor Steuern und Zinsen verdiente der Autobauer 7,27 Mrd. Euro, 2009 stand noch ein Verlust von 1,5 Mrd. Euro in den Büchern.

Der Umsatz kletterte 2010 um rund ein Viertel auf 97,8 Mrd. Euro und blieb damit noch unter dem Niveau von vor der Wirtschafts- und Finanzkrise in Höhe von knapp 102 Milliarden Euro. Den größten Teil zum Gesamtergebnis steuerte die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars bei, zu der die Marken Mercedes-Benz, Smart, Maybach und AMG gehören. Mit einer Rendite von 8,7 Prozent lief das Pkw-Geschäft zudem wieder profitabler. Mittelfristig soll die Pkw-Sparte 10 Prozent Rendite einfahren.

Daimler-Chef Zetsche steckt die Ziele für das laufende Jahr noch ein deutliches Stück höher. Das operative Ergebnis soll deutlich über dem des Vorjahres liegen. Auch beim Umsatz und Absatz rechnen die Stuttgarter mit einem leichten Plus. "Daimler hat im vergangenen Jahr ein glänzendes Comeback hingelegt", sagte Zetsche. "Unser Ziel ist nun, das erreichte Erfolgsniveau nachhaltig zu sichern und wo immer möglich weiter zu steigern."

Daimler, 1 Jahr

Die Übernahme der US-Börse ISE bescherte der Deutschen Börse einen Gewinnrückgang. Hohe Abschreibungen auf den Firmenwert und Kosten für eingeleitete Sparmaßnahmen drückten das operative Ergebnis der Börse im Schlussquartal in die Verlustzone. Auf Jahressicht verdiente die Deutsche Börse operativ 527,8 Mio. Euro, 17 Prozent weniger als im Vorjahr.

Hingegen konnte der Umsatz um zwei Prozent auf 2,1 Mrd. Euro gesteigert werden. Dazu trugen vor allem der Wirtschaftsaufschwung und eine wieder regere Handelstätigkeit an den Kassa- und Terminmärkten bei. So kletterte der Orderbuchumsatz auf dem elektronischen Handelssystem Xetra um 17 Prozent. Auch im Bereich Handelsabwicklung Clearstream konnte die Börse zulegen.

Dank auf den Weg gebrachter Sparmaßnahmen sieht sich der Konzern finanziell und strategisch gut im Rennen für das laufende Jahr. "Für 2011 erwarten wir Wachstum in allen Geschäftsbereichen und gehen daher optimistisch in das Jahr", erklärte Vorstandschef Reto Francioni. Dazu trägt sicherlich auch der Zusammenschluss mit der US-Börse NYSE bei.

Die Deutsche Börse und die NYSE Euronext segneten faktisch eine Übernahme der US-Börse durch die Deutsche Börse ab. Der Börsenriese mit einem Umsatz von zusammen 4,1 Mrd. Euro soll zum Marktführer im Derivatehandel werden und der größte und bekannteste Börsenplatz für Aktien sein.

Deutsche Börse, 1 Jahr

Eigentlich laufen die Geschäfte rund bei ThyssenKrupp - wären da nicht zwei neue Stahlwerke in Brasilien und den USA. Deren Kosten laufen aus dem Ruder und sorgen trotz brummender Stahlnachfrage für einen Gewinneinbruch. Im ersten Quartal des bis Ende September laufenden Geschäftsjahres brach der Gewinn um 80 Prozent ein auf 273 Mio. Euro. Der Umsatz legte um 22 Prozent auf 11,4 Mrd. Euro zu.

Die Stahlnachfrage ist trotz der großen Probleme mit den neuen Werken derart stark, dass der neue ThyssenKrupp-Chef Hiesinger (l.) die Jahresprognose aufrecht halten kann. Im Geschäftsjahr will ThyssenKrupp den Umsatz um 10 bis 15 Prozent und den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf rund zwei Mrd. Euro nach 1,2 Mrd. Euro steigern.

Vor allem im europäischen Stahlgeschäft erwartet ThyssenKrupp wie auch Weltmarktführer ArcelorMittal weiter eine hohe Nachfrage. "Der Weltstahlmarkt bleibt aufwärts gerichtet", hieß es im Geschäftsbericht. Der Aufschwung bei wichtigen Abnehmern wie Automobilindustrie und Maschinenbau werde sich fortsetzen.

ThyssenKrupp, 1 Jahr

Hohe Abschreibungen auf die Postbank sowie hohe Kosten für die Neuausrichtung haben der Deutschen Bank 2010 einen Gewinneinbruch beschert. Vor Steuern sank der Gewinn von 5,2 auf 4 Mrd. Euro.

Das Kapitalmarktgeschäft wuchs aber gegen den Branchentrend und steuerte mit 5,1 Mrd. Euro den Löwenanteil bei. Trotz der Verunsicherung der Anleger in der Schuldenkrise einiger Euro-Staaten verbuchte die Sparte mit Aktien und Anleihen im vierten Quartal Rekorderträge - obwohl der Eigenhandel weitgehend eingestampft worden ist.

Für seine Rekordziele muss sich Konzernchef Josef Ackermann voll auf eine positive Entwicklung der Kapitalmärkte verlassen. Von den 10 Mrd. Euro, die der Branchenprimus in diesem Jahr vor Steuern verdienen will, soll der Top-Investmentbanker Anshu Jain zwei Drittel beisteuern. "2010 war ein Jahr des Säens und 2011 soll das Jahr der Ernte werden", sagte Ackermann bei der Bilanzpressekonferenz.

Deutsche Bank, 1 Jahr

Rosige Aussichten lassen beim Chiphersteller Infineon einen Umsatzrückgang im ersten Quartal des Geschäftsjahres rasch vergessen. Die Erlöse sanken zwischen Oktober und Dezember um 2 Prozent auf 922 Mio. Euro, was der Konzern vor allem auf negative Währungseffekte schiebt.

Der Überschuss aus dem fortgeführten Geschäft, also ohne die verkaufte Mobilfunksparte, sank sogar um ein Viertel auf 149 Mio Euro. Das Ergebnis fiel jedoch im Rahmen der Erwartungen aus.

Wegen des anhaltend hohen Auftragseingangs über die gesamte Produktpalette hinweg rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzwachstum im laufenden Jahr von um die 15 Prozent auf knapp 3,8 Mrd. Euro. Bislang war der Chiphersteller von einem Umsatzplus von zehn Prozent ausgegangen.

Die operative Rendite wird nach der Prognose Infineons in dem Ende September auslaufenden Gesamtjahr an die 20 Prozent heranreichen. Bisher hatte Infineon eine Betriebsmarge von gut 15 Prozent vorausgesagt.

Infineon, 1 Jahr

"SAP ist auf Wachstumskurs im Jahr 2011 und den Jahren danach", jubilieren die beiden SAP-Chefs Bill McDermott (l) und Jim-Hagemann Snabe. Grund zum Optimismus gibt auch der Blick in den Rückspiegel: Der Umsatz stieg 2010 um 13 Prozent und damit stärker als erwartet, der operative Gewinn kletterte auf 3,9 Mrd. Euro.

Nach den Krisenjahren 2008 und 2009 zieht die Konjunktur weltweit wieder an, daher kaufen die meisten Unternehmen wieder verstärkt neue Software zur Produktionsplanung oder Kundenverwaltung bei SAP, aber auch bei der Konkurrenz ein.

2011 erwartet SAP, dass die Verkaufserlöse für Software und Wartung um weitere 10 bis 14 Prozent auf 10,9 bis 11,3 Mrd. Euro klettern. Das operative Ergebnis will SAP ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 11 bis 16 Prozent auf den neuerlichen Rekordwert von 4,45 bis 4,65 Mrd. Euro hochhieven.

SAP, 1 Jahr

"Der Riese ist wach, er ist stark, entschlossen und er weiß, was er kann und will", sagt Siemens-Chef Peter Löscher nach einem starken Auftaktquartal. Der Gewinn kletterte zwischen Oktober und Dezember, dem ersten Quartal in der Siemens-Zeitrechnung, um rund ein Fünftel auf 1,7 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 19,5 Mrd. Euro.

Vor allem das anziehende Wachstum der Schwellenländer sorgt bei Siemens für volle Kassen und pralle Auftragsbücher. Chinesen und Inder bestellten zuletzt wie wild Fabrikausstattungen und Energietechnik bei dem Münchener Konzern.

Besonders das Geschäft mit Industrieausrüstung, das die Wirtschaftskrise am stärksten zu spüren bekommen hat, floriert wieder. Der operative Gewinn dieses Segments kletterte um 22 Prozent auf gut eine Milliarde Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um mindestens ein Viertel auf 5,3 bis 5,6 Mrd. Euro steigen.

Siemens, 1 Jahr

Keinen gerade repräsentativen Auftakt in die deutsche Ertragsaison präsentiert der Kosmetikriese Beiersdorf: Die Mutter von Nivea und Tesa-Film steckt mitten im Konzernumbau, was den Konzern-Betriebsgewinn unter dem Strich um rund ein Prozent auf 579 Euro schrumpfen lässt.

Der Konzernumsatz kletterte 2010 um knapp acht Prozent auf 6,2 Mrd. Euro. Ein genauerer Blick in die Bücher zeigt, dass dies insbesondere an der rückkehrenden Stärke der Klebesparte liegt. Hier stiegen die Erlöse um 13,2 Prozent.

Nicht so geschmeidig fiel das Ergebnis im Kosmetikgeschäft aus. Hier kam Beiersdorf lediglich auf einen Umsatzzuwachs von 1,6 Prozent. Der Gewinn des Bereichs gab jedoch fast um ein Sechstel nach.

Bis 2012 will Beiersdorf insgesamt 270 Mio. Euro in seine Haut- und Körperpflegemarken wie Nivea, Eucerin, 8x4 oder Labello investieren und unrentable Produkte aus dem Sortiment nehmen. 2011 wird der Konzernumsatz stagnieren, die operative Rendite (Ebit-Marge) im Vergleich zu 2010 sinken.

Beiersdorf, 1 Jahr

(Stand: 10. März 2011)

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