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Robert Rethfeld, Wellenreiter-Invest
Robert Rethfeld, Wellenreiter-Invest

Der Goldpreis in der Chartanalyse: Chance auf ein März-Tief

Von Robert Rethfeld, Wellenreiter-Invest

Gold gilt als ein sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Der Wahlausgang in Italien, die automatischen Ausgabenkürzungen in den USA und die Euro-Schuldenkrise sollten den Preis daher steigen lassen. Aber der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls ist deutlich gefallen. Wo geht es noch hin?

Der Goldpreis ist am Freitag bei 1572 Dollar aus dem Handel gegangen. Auch im Hinblick drauf, dass der Goldminenindex XAU sein Februar-Tief bereits unterschritten hat, droht dem Goldpreis ein Fall unter die Tiefs vom 21. Februar.

Gold-Tageschart

Die Analyse der Positionierungen der einzelnen Händlergruppen zeigt, dass die Abwärtsbewegung deutlich fortgeschritten ist. Die kommerziellen Händler, den sogenannten Commercials, zeigen eine Netto-Shortpositionierung, wie sie am Mai-Tief 2012 zu beobachten war (blaue Linie folgender Chart).

Der Goldpreis selbst liegt aber etwas höher, so dass das Verhalten der Commercials positiv zu bewerten ist.

Die Kleinspekulanten haben ihre übermäßige Long-Positionierung abgebaut.

Eine Netto-Longpositionierung von plus 20.000 hat in der Vergangenheit stets ausgereicht, um einen Tiefpunkt zu setzen. Lediglich im Herbst 2008 lag die Positionierung an einem Tiefpunkt niedriger.

Unser Hire-Index, der die inverse Positionierung der Kleinspekulanten sowie die Positionierung der Commercials addiert, gibt bereits "grünes Licht". Er hat ein oberes Extrem erreicht (folgender Chart).

Der amerikanische Hedgefonds-Manager Jim Rogers sieht einen Goldpreis von 1200 bis 1300 Dollar. Wir teilen diese Meinung nicht. Der Goldpreis hat im Bereich von 1570 bis 1580 Dollar eine wichtige Unterstützung erreicht. Selbst ein Fall auf die 1530er Marke würde Gold die Chance auf den Erhalt der Handelsspanne lassen.

Gold-Wochenchart

Erst darunter würde die wichtige Unterstützung bei 1430 Dollar ins Spiel kommen. Positiv ist, dass das Handelsvolumen in der vergangenen Woche deutlich zulegen konnte. Dies ist häufig ein Anzeichen einer Kapitulationsbewegung. Die Daten unterstützen die Ausbildung eines Tiefpunktes im März.

 

Quelle: n-tv.de