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Dienstag, 31. März 2009

Mikro-Blogging und Erweiterungen: Die Welt in 140 Zeichen

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Nichts ist interessanter als das wahre Leben - denkt eine Heerschar von Mikro-Bloggern weltweit. In 140 Zeichen, also mit weniger Text als in einer Standard-SMS, geben sie Updates von dem, was sie gerade tun oder im Alltag sehen. "Hyper-connected", also "hyper-vernetzt" nennt das der Dienst Twitter, dessen Name zum Synonym für das Phänomen geworden ist. Nicht nur banale Statusinfos la "Sitze gerade im Zug" oder "Gehe jetzt ins Bett" werden durchs Netz gezwitschert und geschnattert: Längst kommunizieren die Blogger auch mit Bildern und Ultra-Kurzfilmen.

Fotos laden Mikroblogger beispielsweise auf www.twitpic.com hoch. Ein Link zu jedem Foto landet dann automatisch mit 140 Zeichen Text im eigenen Twitter-Blog. Wer unterwegs ist, kann Foto und Text auch mit dem Handy per Mail absetzen. Etwas anders funktioniert der Dienst www.snaptweet.com: Er sendet automatisch Links von Flickr-Bildern an Twitter - immer, wenn der Nutzer gerade neue Bilder hochgeladen hat.

Videos: 12 Sekunden bis 5 Minuten

Videos gelangen beispielsweise über www.12seconds.tv an Twitter. Hier ist der Name Programm: Nicht mehr als zwölf Sekunden Zeit haben die mitteilungsfreudigen Nutzer, um bedeutungsschwangere oder auch triviale Botschaften unters Volk zu bringen. Von Rehkitzen, die mit einem Handy beim Weiden in den Wiener Donau-Auen aufgenommen wurden bis hin zur Londonerin, die sich im knappen Union-Jack-Kleid aus Pailletten vor der Webcam räkelt - im Kurzvideo-Blog gibt es alles.

Bei 15s.viddler.com und www.nimbb.com hat die Kurzweiligkeit eine Spur mehr Zeit: Erst nach 15 beziehungsweise 30 Sekunden schieben die Dienste der Aufnahmefunktion der Webcam einen elektronischen Riegel vor. Während der Nutzer für jedes Nimbb-Video einen Link zur Weitergabe bekommt, bietet Viddler ebenso wie 12seconds an, den Link sofort nach der Aufnahme in einen Twitter-Blog zu setzen. Die Macher von www.seesmic.com räumen sogar stattliche fünf Minuten Sendezeit ein und fordern mit einer Antwort-Funktion zu Videokonversationen auf.

Twittern über E-Mail

Wer der Mikroblog-Gemeinde größere Videos oder beliebige Dateien mit einer Größe von maximal zehn Megabyte zuteil werden lassen will, kann Twittershare unter www.phoreo.com/twittershare nutzen. Die Datei wird auf den entsprechenden Server geladen, ein Link dorthin landet umgehend als Post bei Twitter. Wertvolle Dienste für E-Mail-Anhänger leistet www.twittermail.com: Über ihn lassen sich mittels einer persönlichen Mailadresse, die man tunlichst geheim halten sollte, von jedem E-Mail-Client aus Posts direkt an Twitter senden.

Umgekehrt sammelt Twittermail auf Wunsch auch alle an den Nutzer gerichteten Posts und schickt sie an eine E-Mail-Adresse. Diesen Service bietet auch www.twply.com. Twittermail hilft Mogelwilligen sogar dabei, die 140-Zeichen-Restriktion zu umschiffen - indem es per Link auf einen beliebig langen Text leitet, der auf dem Server des Dienstes liegt. Wer regelkonform mikrobloggen und trotzdem Platz sparen will, kann ellenlange Internetadressen unter http://tr.im oder tinyurl.com abkürzen lassen.

Mikroblogs durchsuchen

Anknüpfungspunkte in der Welt der Mikrobloggens liefert www.tweetscan.com. Die Suchmaschine durchforstet nicht nur Twitter, sondern viele andere populäre Mikroblog-Dienste wie www.identi.ca oder das deutsche www.bleeper.de, das die gleichzeitige Nutzung von Twitter erlaubt. Eine Alternativ-Möglichkeit, die "Twittosphäre" nach Themen oder Namen zu durchforsten, bietet www.tweetag.com. Weitere bekannte Mikroblog-Angebote sind www.niimo.com oder frazr.com/de. Mehrere Accounts bei verschiedenen Anbietern führt beispielsweise die kostenlose Client-Software Twhirl (www.twhirl.org) zusammen.

Bei www.tumblr.com und www.soup.io handelt es sich um multimediale Mikroblogs, in die sich Fotos oder Videos direkt einbinden lassen. Eine Sonderstellung haben www.friendfeed.com, www.jaiku.com oder www.lifestream.fm. Diese Dienste sind nicht nur Mikroblog-Plattform, sondern stellen auch Daten und Status-Informationen von Web-2.0-Seiten wie sozialen Netzwerken oder Bookmarkseiten gebündelt dar.

Filtermöglichkeiten

Beim Mikrobloggen entscheidet jeder Profilinhaber, ob nur Freunde oder Mitglieder einer Gruppe seinen Blog samt Links zu Bildern und Videos lesen, abonnieren (follow) und beantworten dürfen - oder ob er jeden Interessierten an seinem Leben teilhaben lassen will. Wem der eigene abonnierte Nachrichtenstrom über den Kopf zu wachsen droht, der kann unter www.twalala.com die Notbremse ziehen und den Wust nach Personen oder Stichwörtern filtern.

Die Halbwertszeit vieler Mikroblog-Nachrichten beträgt nur Sekunden. Dazu trägt die Möglichkeit bei, Posts jederzeit auch mobil über den Smartphone-Browser (http://m.twitter.com) abzusetzen. Um spezielle Handy-Clients handelt es sich bei Twibble (www.twibble.de) für Handys mit Symbian-Betriebssystem, Pocketwit (code.google.com/p/pocketwit) für Geräte mit Windows Mobile oder TwitterFon (www.twitterfon.net) für Apples iPhone. Schnell schreibt und empfängt auch Posts, wer das Firefox-Plug-in TwitterFox in seinen Browser einbindet.

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